05.07.05
Da waren's nur noch acht...
6000 Jahre gestanden, vor 6 Monaten besichtigt, gestern eingestürzt - oder: das "10 kleine Negerlein"-Schicksal der 12 Apostel
Es waren ja - trotz ihres Namens - bereits nur 9 "Apostel", welche die Hauptattraktion an der Great Ocean Road ausmachten: Gewaltige Sandsteinfelsen vor der australischen Küste. Sie waren zurückgeblieben, als die erodierenden Kräfte des Meeres die Küstenlinie immer weiter nach hinten verschoben hatte.
Gestern ist nun einer der 9 Riesen in sich zusammengestürzt, nach ca. 6000 Jahren trotzigem Kampf gegen die Wellen. Da waren's nur noch acht.
Auf die Beständigkeit der Veränderung.

Vorher...

... nachher!
Posted by philipp.laemmlin at 07:57 | Comments (1)
08.05.05
Heimat, ich komme!
Einmal noch schlafen - und zwar im Flugzeug.
Nur noch eine letzte Etappe steht mir also bevor: Der fast elfeinhalb-stündige Flug von Bangkok nach Zürich. Mitternacht wird schon vorbei sein, wenn wir starten, und um Zehn nach Sieben wäre dann die planmässige Landung. (Weltzeitmathemathik: 7:10 - 0:30 = 11:40 - zwar nicht nach Adam Riese, so vielleicht nach Adam Reise)
Bangkok hat sich heut von der gnädigen Wetterseite gezeigt mit Wolken und Regen. Bei allen willkommene Kühlung. Da fällt mir der schwärmerische Tagtraum meines Fahrers zum Flughafen auf Phuket ein: Er meinte beim unvermeidlichen Wetterthema, dass er vor allem Regen liebe. Er geniesse es, bei Regen Auto zu fahren. "Yes, ...(träum), rainfall on the window and the roof, a long straight road in front, good music in the radio, a beautiful girl at my side... (lang träum) - you know what I mean?" Ja, klar know ich what you mean - einfach den Regen durch "strahlend blauen Himmel" ersetzen, und du hast einen zentraleuropäisch-männlichen Grundtraum beschrieben. Jeder wünscht, was er zu wenig hat.
Ansonsten ist das Klima hier heiss und doch ungesund "wechselhaft": Man ist schweissnass beim Schlendern durch die Strassen - fröstelnd im klimatisierten "Starbucks" - dampfend und triefend in der Standlandschaft des Weekend-Marktes - schockgefroren im arktischen Skytrain (Brille beschlägt, wenn man raustritt...) - ... heiss, kalt, heiss, kalt. Ob Kneipp Freude daran gehabt hätte?
So, muss jetzt Koffer packen und schauen, was ich zugunsten der Einkäufe dem örtlichen Müll überantworte.
Posted by philipp.laemmlin at 09:01 | Comments (9)
29.04.05
"Vili vili bunti Bildli"
Seit grad eben ist auch Japan II live
Für den Fall, dass ihr es nicht gemrkt haben solltet, weil ja lange bei den Föteli nichts mehr gelaufen war: Seit ich in Thailand bin, habe ich 6 neue Galerien hochgestellt.
Es sind dies:
Australien II: Canberra und Ostküste
Australien III: Von Adelaide bis Uluru
Australien IV: Von Uluru nach Alice Springs; plus Sydney
Bali: Ubud und Umgebung
Japan I. Osaka und Nara
Japan II: Kyoto und Tokyo
Ein Einblick in meine Ausblicke.
Posted by philipp.laemmlin at 18:36 | Comments (4)
Meist 28,8 – selten 31,2
Nein, nicht °Celsius – so kalt wird’s hier nicht mal in der Nacht – sondern Kbps (Kilobits per Second). Ich kommuniziere hier per Modem…
Nun habe ich in der ganzen langen Reise für den Web-Zugang immer irgendwo einen Ethernet-Stecker oder ein Wireless-Netz gefunden. Hier im Hotel haben sie das nicht, obwohl sie leicht verdreht damit werben (und ich telefonsich nachgefragt hatte, ob es stimmt…) – aber ich sei sowieso der erste, der hier einen Anschluss für seinen Compi wolle.
Mir wurde also ein spezielles Telefonkabel im Zimmer verlegt (mit Klebeband), und ich musste mich erst eine Stunde mit meinem Vaio abkämpfen, um die COM3 Schnittstelle für das verstaubte interne Modem freizukriegen (ActiveSync belegte sie, sagte aber nichts). Und so hörte ich nach langen Jahren wieder den nostalgischen Klang eines sich einwählenden Modems… (Seufz). Und dann heisst es: Warten… (Schluchz!)
Eigentlich seltsam, denn das Hotel (www.katathani.com) ist ganz nett, und die Zimmer sehr gut eingerichtet. Habe einen Schreibtisch mit sogar einer freien Steckdose auf Plattenhöhe an der Wand. Wer von den Reisenden kennt nicht den ausgestossenen Fluch, wenn man mal wieder einen Tisch hat für seinen Kleinen, aber keinen Stromanschluss in vernünftiger Entfernung… (Musste mich schon mal im Bad einrichten).
Bin also auf Phuket. Habe mir den Ruf der Regierung und des Tourismusverbands zu Herzen genommen, dass jetzt im Tsunami-Gebiet vor allem Gäste und nicht Geld fehlen würden, um rasch wieder in Gang zu kommen. Anscheinend hörten dieses Rufen viele Schweizer, Deutsche, Holländer und Engländer – letztere beiden mit obligatem Perma-Sonnenbrand ab dem ersten Tag. Trotzdem: Das Hotel ist wohl kaum zu 20% belegt.
Ich habe seit Australien zusammengezählt nicht so viele Landsleute erblickt, wie sich hier auf den Liegestühlen räkeln. Dies hat ein paar Schattenseiten – was in einer solchen Hitze ja auch als angenehm ausgelegt werden könnte – weil man versteht, was die anderen sprechen. Dies auch wenn man sich Mühe gibt, das Ohr, dem inneren Frieden zuliebe, abzuwenden. Doch mit iPod und Stöpseln in den Lauschern zum Essen zu gehen, das ist ja auch keine anständige Lösung.
PS: Mein Heimreisedatum steht – ab Montag früh, dem 9.Mai, bin ich wieder im Land
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Posted by philipp.laemmlin at 09:59 | Comments (2)
24.04.05
Mit Elefantasie und Pinsel
Was Dickhäuter neben Baumstamm-Ziehen noch so treiben
Etwas wollte ich mich schon ansehen hier in den Bergen: Ein Elefanten-Camp. Aber ehrlich gesagt waren meine Erwartungen trotz gross angekündigtem Spektakel mit Fussballspielen und Malen und Musizieren recht „zurückhaltend“. Wollte einfach viele grosse graue Dickhäuter auf engem Raum im Dschungel sehen. Das war alles. Aber die Tiere haben mich überrascht.
Vor allem beim Malen dachte ich, dass die Rüsselkünstler einfach ein paar Kleckse mit grossem Pinsel auf die Leinwand klatschen würden – aber mit welcher Konzentration und erstaunlichem Feingefühl die elefantastischen Bilder entstanden, das hat mich von den Sitzplanken gerissen.

„Baum I“ und „Baum II“ von E. Le Fant
Und beim Fussballspiel war fast schon Euphorie zu spüren. Die hatten offensichtlich Spass, die Bälle aufs Tor zu hämmern. Deutlich mehr als am „Baumstamm-Stapeln“ übrigens :-)

Tosender Applaus von der Ele-Fan-Tribüne
Posted by philipp.laemmlin at 08:04 | Comments (1)
22.04.05
Waschen, Schneidern, Föhnen für 4.50 CHF
Luxusleben zum Spartarif
Der Lebensrhythmus in Chiang Mai ist viel beschaulicher als in Bangkok. Es macht Freude, einfach so in einem Café an der Ecke zu sitzen und dem Treiben auf dem Marktplatz zuzusehen, wie die Verkaufstände jeden Tag von neuem aufgestellt und die Speisen für den Abend zubereitet werden. Die Hauptaktivität findet ja in den kühlen Abendstunden statt.
Doch die Stadt ist auch hervorragend geeignet, um sich tagsüber ein wenig zu verwöhnen. Musste meine Haare mal wieder schneiden, also warum nicht vor der Mittagshitze in eine ventilatorgekühlte Friseurbaracke fliehen. Zuerst wurden mir 4 Mal (!) die Haar gewaschen, danach langsam und beschaulich geschnitten, wieder gewaschen und dann noch geföhnt und in Form gebracht: 150 Baht = ca. 4.50 CHF. Auf dem Rückweg holte ich noch meine Wäsche aus der Wäscherei: 40 Baht pro Kilogramm, alles fein säuberlich zusammengelegt. Im Hotel dann zur Abwechslung (nach der Thaimassage von gestern und der Aromaöl-Behandlung vom Tag davor) mal Fussreflexzonen-Massage: 250 Baht - und das ist teuer hier, das gäb's auf der Strasse auch massiv günstiger - jedoch nicht klimatisiert und in bequemen Liege-Ledersesseln :-)
Und das ist nur der Anfang. Ich beginne gar nicht erst von den mannigfaltigen Köstlichkeiten zu schwärmen, welche einem wie im Schlaraffenland zugetragen werden und man - sattgegessen und sogar leicht beschwippst (die Hitze...) - nicht mal soviel bezahlt wie bei uns für einen Pappbecher Kaffee im Zugsabteil...
Einen genüsslichen Gruss allerseits!
Posted by philipp.laemmlin at 11:31 | Comments (1)
19.04.05
Chiang Mai im April
Ein paar wenig sinnvolle Gedanken aus den thailändischen Bergen.
In Thailand wird am Fernsehen für ein Waschmittel Werbung gemacht, dass auch noch so dreckige Wäsche herrlich weiss wäscht – und es heisst „usa“…
Nun sind schon die Elefanten arbeitslos… Durch die plantagenartigen Nutzholzpflanzungen, welche durch Maschinen bewirtschaftet werden können, braucht es die Dickhäuter kaum noch für die Waldarbeiten.
Habe heut im Solitaire 5589 Punkte gemacht. Hab ich wirklich nichts besseres zu tun?? … nein ;-)
Wenn alle, die sich CNN-mässig für die Papstwahl interessieren, auch sonst am Kirchenleben teilnehmen würden, was wären die Kirchen voll…
Hier in der Stadt ist mir zum ersten Mal der Slogan von HSBC aufgefallen: „The World’s local Bank“. Gefällt mir. Hut ab.
Ein Rätsel aus der Zeitung: Wenn du 9 gleiche Kugeln hast, von denen eine leichter ist als die anderen, wie oft musst du wägen (klassische Schalenwaage), um diese auszusortieren?
Posted by philipp.laemmlin at 16:11 | Comments (4)
16.04.05
Songkran - thailändisches Neujahrsfest
Aus allen Wasserpistolen feuern heisst hier feiern.
Songkran ist das traditionelle thailändische Neujahrsfest, das zwischen dem 13. und dem 15. April gefeiert wird. Es heisst auch Wasserfest, was eigentlich die bessere Bezeichnung darstellt, denn die Wasserschlachten sind zum eigentlichen Inhalt und sogar Tourismus-Magneten geworden. Man macht sich nass.
Es ist kaum möglich, in diesen Tagen trockenen Hemdes oder gar Fusses durch Stadt zu wandern. Aus diesem Grund habe ich auch die Kamera im Hotel lassen müssen. In den Strassen fahren Pick-up Trucks rauf und runter, beladen mit wasserbewaffneten Kids. Angegriffen werden die Wasserkampfposten an den Strassenrändern, welche ihrerseits die Passanten einbeziehen. Beliebte Ziele sind Busse und Taxis, aber auch die Polizei-Patrouillen. Weil das Wasser oft mit Talk versetzt wird, verfärben sich Autos und Fussgänger kontinuierlich hin zum Weisslichen.
Die Presse fokussierte darauf, dass der eigentliche Inhalt des Festes durch dieses Spektakel in den Hintergrund gedrängt wird. Ausserdem werden im Zusammenhang mit den Events auch immer mehr Personen festgenommen, hauptsächlich wegen Sachbeschädigung und sexueller Belästigung. Dieses Jahr waren es bis gestern 837 Verhaftungen.
Weitere traurige Zahlen: Durch die verstärkte Reisetätigkeit - man besucht seine Familie zu Songkran - gibt es hohe Unfallzahlen. Ebenfalls bis gestern forderte der Songkran-Strassenverkehr 351 Menschenleben und 11'114 Verletzte.
Weitere Nachrichten aus einer lokalen Zeitung (welche es wohl kaum bis in die Westpresse schaffen):
> 99% der thailändischen Gesundheits-Websites sind unzuverlässig. Das ergab eine Studie von 1'888 Health-Pages.
> Der Ort Kantchanaburi - bekannt von der Schlacht um die Brücke am River Kwai - schreibt einen Wettbewerb "Toilet of the Year" aus, um saubere öffentliche Toiletten zu fördern. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, sich in die Abstimmung einzubringen...
> In Seoul hat ein 69 jähriger Mann nach 272 Versuchen die Autoprüfung bestanden. Er konnte nicht lesen und brachte sich die Verkehrsregeln im try-and-error Prozess der Prüfungsversuche bei.
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Posted by philipp.laemmlin at 12:47 | Comments (0)
15.04.05
WETTBEWERB - was für Mathe-Freaks
Derjenige mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung...
Im letzten Eintrag hab ich etwas unüberlegt eine Bemerkung zum Zufall gemacht. Heute Morgen hab ich mich dann gefragt, wie hoch denn die Wahrscheinlichkeit genau wäre, dass bei zufälligem Ziehen aus 6 Fotos und zuordnen zu einer gegebenen Namenreihe genau nur eines stimmen würde.
Erst war ich zuversichtlich. Wahrscheinlichkeitsrechnung hab ich immer gemocht. Aber bei genauerer Betrachtung war die Frage kniffliger als erwartet. Hauptgrund: Die Ereignisse sind nicht unabhängig voneinander (Zieht man den ersten Schauspieler falsch, können im Folgenden nicht mehr 5 richtig sein, sondern nur noch maximal 4 u.s.w.)
Nun hab ich zwar eine Lösung, aber keine Ahnung, ob diese stimmt. Und weil das Feedback auf den letzten Wettbewerb ziemlich gross war, hoffe ich nun auf die statistische Vorbildung meiner geschätzten Leserschaft.
Wettbewerbsfrage:
1) Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim zufälligen Ziehen von 6 Personenfotos nur eines mit der fest vorgegebenen Reihe der Personennamen übereinstimmt.
2) Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass es genau dasjenige im Beispiel des letzten News-Eintrags ist? (Für Mathe-Geeks, die aber nie "Friends" schauen - falls es das überhaupt gibt...: das einzig richtig zugeordnete Foto im Beispiel ist das von Lisa Kudrow)
Wettbewerbspreis:
> Amazon-Gutschein in der Höhe der am 20.Mai erscheinenden 10. Friends-Staffel = 40 Euro
Ich brauche aber auch den Lösungsweg (Scann, Foto oder so) eurere Berechnung. Denn ich weiss wirklich nicht genau, ob mein Gekritzel stimmt. Die erste richtige (nachvollziehbar mich belegende oder berichtigende) Zusendung gewinnt.
Hier nochmals das Beispiel:

Nur eins der Schauspielerfotos stimmt mit dem Namen überein. Wenn man die Fotos zufällig ziehen und zu der Namenreihe legen würde, wie hoch wäre die Wahrscheinlichkeit dafür?
Posted by philipp.laemmlin at 08:21 | Comments (4)
11.04.05
The One With The "Friends"-DVDs*
Was für eine Affenhitze – oder: Hilfe, ich bin süchtig!
Eigentlich habe ich Bangkok schon beim ersten Besuch nicht sonderlich gemocht. Und es ist nicht besser geworden. Ausserdem zeigt das Thermometer hier 37 Grad - in einer stinkigen Stadt... Ist leider eindeutig zu viel für mich. Bei diesen Temperaturen sind tote Fliegen verglichen mit mir sechsfüssige Michael Flatleys.
Die Tage in Bangkok sollten dazu dienen, mir über den letzten Monat meiner Reise klar zu werden. Aber im Süden ist Terror und „red alert“, und im Norden ist Hitzewelle. Hatte mich schon für die Kulturstadt Chang Mai entschieden, denn im Reiseführer steht so verheissungsvoll: „Experience an intellectual bohemia of culture connoisseurs cultivated in a cool mountain climate“. Doch die haben aktuell 40 Grad und drüber – sehr verHEISSungsvoll…
Da ich jedoch in Shanghai alle Friends-Staffeln auf DVD gekauft hatte, musste ich ja nicht unbedingt meine Shirts verschwitzen. Habe mich in den letzten drei Tagen fast ausschliesslich diesem Vergnügen, der Minibar und der Klimaanlage gewidmet. Und nun bin ich friends-süchtig. Mist! (10 Staffeln Friends, das sind 60 DVDs mit ca. 150 Stunden Zeitvertreib für ca. halbsoviele Franken… Sie kommen in einer sehr professionellen Box daher, schön bedruckt und elegant. Nur wenn man etwas genauer hinsieht, so könnte man sich eventuell fragen, ob da vielleiiiiicht nicht alles so ganz offiziell ist...?)

Eins aus Sechs richtig? Da ist ja der Zufall zuverlässiger.
* hat noch jemand ausser Lazytom den Titel einordnen können? Und hey, nun hab auch ich endlich "diejenige mit Unagi" gesehen…
(auch ja, Lazytom, apropos Affenhitze: und wie hiess noch mal das Kapuzineräffchen von Ross…? ;-)
Posted by philipp.laemmlin at 06:46 | Comments (9)
07.04.05
Rückblick auf die Blicke des Volkes
Letztes Wochenende: Ein sonniger Sonntag in Shanghai, die Familie Meier macht sich zum Ausflug parat - egal wohin, es ist immer im Zoo...
Ja s'Wätter stimmt, und d'Sunne schiint
Hüt isch Sunntig, das macht üs froh.
So ne schöne Tag, das isch kei Frag
Hüt hauä mär's usä als Zoo!
...
Chumm mir gönnd hüt als Zoo
Du weisch, si fröied sich so
Es schtellt si uf, si blibed stoh
Drum gömmär hüt chli als Zoo
(sehr frei nach Polo Hofer)

Die Familie Meier - die neue Attraktion im Fuxing Park...
Natürlich ist diese Aufmerksamkeit und Freude an den weissen Kindern grundsätzlich lieb gemeint, kann aber schon mächtig nerven. Vor allem auch, weil sie die Kleinen oft anfassen wollen. Zoo ist das Leben...
Posted by philipp.laemmlin at 01:07 | Comments (3)
06.04.05
Ein Waschlappen-Elefant im Bad
Die erste Nacht in „Krungthep mahanakhon amonratanakosin mahintara ayuthaya mahadilok popnopparat ratchthani burirom udomratchaniwet mahasathan amonpiman avatansathit sakkathattiya witsanukamprasit“
Gestern flog ich nach Thailand. Ein wenig Nervosität war im Flughafen von Bangkok schon zu spüren, nachdem zwei Tage vorher drei Bomben im Flughafengelände des südlichen Hat Yai explodierten und mindestens zwei Menschenleben forderten. Die Sicherheitskräfte sind auf "red alert" gesetzt worden. Allerdings beschränken sich die Terroraktionen traditionell auf die Provinzen nahe der malaysischen Grenze.
Bangkok ist eigentlich nur ein Stadtteil von Krung Thep (Kurzversion des offiziellen Namens – siehe oben), aber das kümmert heute eigentlich kaum jemanden. Ausserdem konnte mir bis jetzt niemand erklären, warum die Stadt „City of Angels“ heissen soll, obwohl 95% der Bevölkerung Buddhisten sind, wo mir noch in keinem der Tempel ein Engel unter die Augen kam…
One night in Bangkok and the world's your oyster
The bars are temples but the pearls ain't free
You'll find a god in every golden cloister
A little flesh, a little history
I can feel an angel sliding up to me
(aus dem Musical CHESS)
Heute Morgen beim Frühstück im Hotel, in dessen Bad mich der besagte Elefant aus Waschlappen begrüsste, sass an ca. jedem 6. Tisch ein ziemlich alter Westler (die Hälfte davon erschreckend unattraktiv) zusammen mit einer ziemlich jungen Thailänderin (die Hälfte davon erschreckend attraktiv…). Sawasdee allerseits.
PS: Aus der Zeitungslektüre im Flugzeug ist mir neben dem komplizierten Wiederwahlprozess des Papstes eine der bekannt sinnlosen Informationen hängen geblieben, welche ich nun mit euch teilen will: Jede Frau isst in ihrem Leben im Durchschnitt 2,7 Kilogramm Lippenstift. Erstaunlich, oder :-)
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Posted by philipp.laemmlin at 09:08 | Comments (0)
31.03.05
Die Stimmen der Heimat
Hörst Du es kratzen?
Schweizer reisen ja „schüüli“ gern und oft. (Fast) Keine Strassenecke in Toronto, kein Strandcafé in Hawaii, keine Hotellobby in Neuseeland, wo man nicht die so vertraut kratzenden Kehllaute der Landsleute vernehmen würde. Oft habe ich mich gefragt, ob denn überhaupt noch jemand zuhause ist und den Alltag in Gang hält.
Ganz anders jedoch in China. Hier sind Ausländer dünn gesät, und Schweizer statistisch vernachlässigbar (na ja, im Verhältnis zu 1,3 Milliarden…). Umso überraschter war ich, als ich gestern abend hier im Hotel in Hainan (ich bin noch 3 Tage länger geblieben als die „Reisegruppe Meier“) vom Nachbartisch akustisch stark heimatliche anmutende Gesprächsmelodien vernahm. Zuerst war ich mir wegen dem Gedudel der Philippinischen 2-Mann-Band (na ja, eigentlich ja 2 Personen-Band oder 1-Mann-1-Frau-Band, was soll’s…) nicht ganz sicher, doch eine der etwas zu seltenen Pausen brachte Klarheit.
Allerdings habe ich mir, als ich mich vorstellte, nicht vorgestellt, dass der Nachbartisch auch Nachbardorf in meiner Heimatgemeinde bedeutete: Die beiden Damen kommen aus Abtwil :-)
Zusammen mit der Reisegruppe Meier hätten wir ein St.Gallerfest feiern können.
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Posted by philipp.laemmlin at 02:29 | Comments (0)
24.03.05
Vordrängeln, schmatzen, auf den Boden spucken…
Willkommen in China!
Shanghai – scho fasch wiä dihai… Zum zweiten Mal bin ich nun bei Martin, Claudie und Dana zu Besuch – doch seit dem letzten Mal ist noch die Kaya dazugekommen. Sie erkundet die Welt schon ein wenig länger als ich sie umrunde. Eine Woche in ihrem Leben ist riesig – eine in meinem verhältnismässig kurz. Alles ist relativ, auch ohne Einstein.
Auf meinem Flug von Tokyo hierher ist mir die Globalisierung mal wieder so richtig bewusst geworden. Wir erhielten im thailändischen Flugzeug auf dem Weg nach China eine englisch verfasste Werbung für ein neues japanisches Auto – das Werbegeschenk war ein ziemlich edler Kugelschreiber mit einer – SCHWEIZER! – Miene drin. Nun, das hat mich wirklich erstaunt. Von Billiglohnländern umzingelt, aber die Kugelschreibermiene kommt aus der Schweiz. Und um das ganze abzurunden trocknete ich meine Hände auf dem Flughafen-WC von Shanghai unter einem deutschen Föhn mit original „umweltfreundlich“ Kleber drauf. Die Welt ist klein geworden.
Nach dem zurückhaltenden und über-freundlichen Japan habe ich schon ein wenig Mühe, mich wieder an das „Ich-zuerst“ der Chinesen zu gewöhnen. Strassenverkehr ist Darwinismus pur, gehupt wird wegen allem, gebremst für niemanden, Taxis rasen durch Menschenmassen auf den Fussgängerstreifen, der Stärkere nimmt sich, der Schwächere gibt nach. Auch beim Metrofahren gilt das Gesetz des Dschungels, Anstellen vor Schaltern ist Kampf und nicht Ordnung, Anstandsabstand ist unbekannt, sich öffnende Türen bedeuten den Startschuss für sich verkeilende Ströme von gleichzeitigem Rein und Raus – nur nicht gebrechlich werden hier… ! Auch Körperfunktionsgeräusche rütteln an den Grundmauern unserer Erziehung: Hochwürgen und Spucken, Schmatzen und Schlürfen, Rülpsen und Furzen… Willkommen in China.
Aber heute geht’s schon wieder weiter: Wir fliegen zusammen über die Ostertage nach Hainan. Diese Insel gilt als das Hawaii des Ostens. Also Faserpelz weg und wieder Kurze Hosen montieren :-)
Frohe Ostern allerseits!
Gruss aus Shangh-Ei
Posted by philipp.laemmlin at 04:59 | Comments (5)
15.03.05
Nix Kirsch, dafür Pflaume
Beginnender Frühling im Land der aufgehenden Sonne
Für die spektakuläre Farben- und Blütenpracht des „Cherry Blossom“ bin ich leider noch etwas zu früh, aber die Pflaumenbäume werfen sich dafür mächtig ins Zeug:
Es sind nicht die grossen Unterschiede, welche das Land für mich so faszinierend machen (und von denen es bei genauerer Betrachtung gar nicht so viele gibt), sondern die kleinen liebenswerten Eigenheiten. Die viel beschriebene Freundlichkeit ist natürlich auch eine Maske, aber die gelebten täglichen Respektbezeugungen vor dem Gegenüber - zum Beispiel im zweihändigen „Empfangen“ der Banknote beim Bezahlen, oder im lauten Willkommenschrei beim Betreten eines Restaurants, oder dem gegenseitige Einschenken am Tisch, und sogar im permanenten überschwängliche Bedanken für alles und jedes – sind mehr als reine Floskeln. Sie sind durchaus bewusst ausgeführt und werden nicht ohne Stolz auch von den Jungen gepflegt.
Aber ich habe auch an Kleinigkeiten meine Freude. Zum Beispiel dem Antworten auf verneinende Fragen: „Hast Du noch nicht gegessen?“ – „Ja“ (meint „die Aussage stimmt“, also „ich habe noch nicht gegessen“). Doch im Englischen wie im Deutschen ist das anders. Bei genauerer Überlegung ist Deutsch besonders lustig, ist es doch gar nicht möglich, auf eine verneinende Frage ein „ja“ zu verwenden („nein, ich habe noch nicht gegessen“, oder „doch, ich habe schon gegessen“). Dazu kommt, dass wir verneinende Fragen lieben – was hier zu einigen Missverständnissen geführt hat. Oder Spezialitäten wie: dass beim Zählen von der offenen Hand zur geschlossenen Faust vorgegangen wir (wir öffnen sie beim Zählen), dass nie von etwas 4 Stück serviert werden (4 ist eine Unglückzahl), dass die Häuser kein Erdgeschoss haben (es wird mit 1. begonnen, der 2. Stock ist also unser erster), dass in Osaka die Leute auf der Rolltreppe rechts stehen und links vorbeimarschieren, aber in Tokyo eine Links-Steh-Rolltreppenkultur herrscht, dass mind. 50% der Toiletten keine Handtücher oder Händetrockner haben, dass es fast schon unanständig ist, wenn man Soba (eine Art japanische Spaghetti) nicht laut schlürfend einsaugt, nachdem man sie mit Chopsticks in Sojasauce getaucht hat, dass „man“ sich auf offener Strasse nicht schneuzt, etc. etc.
Mehr ein andermal. Hier noch was zum Thema „Land der aufgehenden Sonne“ (Tokyo heute früh):
Special English Greetings to the "Flowers of Osaka" (Sorry, Ladies, but I can't write the site in two languages...): Ai, who is shy but talks to strangers in airplanes (thank you!) and showed me around in Osaka, Nara and Tokyo; Shoko, "the cook", who teached me how to prepare different kinds of food at the table - and later how to eat them; and Kiyoka (better known as "Sakeyama"), who knows all the best restaurants and bars in town and told me, which meals are "friends of beer". Thank you very much (arigato gozaimasu!) for your time (ok, running to reach the last subway is fun…), your kindness and your friendship. It was a great luck for me to have three so wonderful guides leading my first steps in Japan. And by the way: Switzerland is a nice travel-destination as well… :-)
Posted by philipp.laemmlin at 09:01 | Comments (5)
02.03.05
Und ich düse, düse, düse...: Japan !
Hier fünktioniert wieder alles - ausser mein Handy :-(
Also für alle, die auch ab und zu per SMS mit mir kommunizieren: Ich bin hier von den Segnungen der Mobiltelefonwelt abgeschnitten. Mein Triband-World-Handy (Sony-Ericsson, eigentlich steckt da ja Japan dahinter) arbeitet hier nicht (sniff). Das Roaming wäre seit kurzem gelöst - aber hier haben sie keine SIM-Karten, was mir auch nicht erlaubt, einfach ein cooles neues Teil zu kaufen und dann mega-in zu sein. Ich wär's grad mal für 3 Wochen... Egal. Geht auch so. Die SMS seit 28.2. mittags sind irgendwo in den Servern der Swisscom für mich gespeichert. Und wenn ich nicht antworte, bin ich weder sauer, noch rüpelhaft, noch unaufmerksam. Aber Emails krieg ich (und Comments auch...).
Japan - was für ein organisiertes Land. Ich als Bünzli-Schweizer hab mich natürlich schon auf dem Flughafen von Osaka sofort daheim gefühlt, weil er in einen grossen Bahnhof ausläuft, wo die Züge auf die Minute pünktlich abfahren und ankommen. Und mein Hotel liegt direkt an einem Hauptverkehrs-Knotenpunkt. Das ist der Blick auf Osaka aus meinem Zimmer:
Der Grösste Schock ist die Temperatur: Aus wochenlang um die dreissig Grad und darüber direkt in den frühen Frühling mit Faserpelz und Jacke und langen Hosen und trotzdem kalt... Brrrr!
Heute Abend geh ich mit zwei Japanerinnen essen. Darauf freu ich mich gewaltig, denn ich hoffe mal, dass sie mich in ein so richtig originales Restaurant mitnehmen (und nicht, dass sie mir womöglich stolz ein Schweizer Restaurant zeigen wollen - direkt hier um die Ecke gibt's nämlich grad Spezialität "Swiss Fondue"...)
Posted by philipp.laemmlin at 06:00 | Comments (17)
25.02.05
Philipp auf den Philippinen
Manila - gute Laune trotz Bombenstimmung
Die Leute hier lassen sich das Leben durch die drei Bombenanschläge vom Valentinstag nicht vermiesen. Die Restaurants sind voll, die Strassen verstopft, geshopped wird mit Ausdauer und aus den Karaoke-Bars dröhnt es laut. Vor allem die Gartenterrassen aller möglichen amerikanischer und lokaler Coffee-Shops sind voll mit Gruppen junger Leute, von denen die eine Hälfte raucht und diskutiert, die andere die volle Aufmerksamkeit dem eigenen Handy zukommen lässt (es kann auch Gruppen geben, wo niemand mehr mit jemandem spricht, zumindest nicht mit jemandem vor Ort...).
Man könnte also glauben, alles wäre wie sonst - wenn da nicht die vielen Security-Gards wären. Bei der Zufahrt zu meinem Hotel wird unter die Autos und in die Kofferräume geblickt, und in den Shopping- und Restaurant-Zentren werden die Taschen und die Leute kontrolliert. (Eine der Bomben ging damals ganz in der Nähe hier im Stadtteil Makati hoch). Beruhigend also - wären die Detektoren der Eingangswachen nicht eindeutig für Metall. Ich bin mir da ziemlich sicher, dass es keine Stahl-Bomben waren...
Einkaufen ist eine überraschende Erfahrung hier. Ich habe zwei neue Hemden gebraucht, welche ich jedoch nicht direkt zur Kasse nehmen durfte. Eine Verkäuferin notierte erst auf einem neutralen Quittungsblock, wie die Hemden mit den Artikelnummern heissen, legte den Zettel in die Verpackung und verschloss diese wieder. Dann durfte ich zum Kassenbereich 11, wo gleich viele Leute davor wie dahinter standen. Die erste Kassiererin nimmt den Quittungszettel aus der Hemdenverpackung, vergleicht die Artikel, nickt und schiebt sie weiter zur nächsten Dame. Diese benutzt den Handscanner, worauf die Artikel (wenig überraschend) automatisch auf dem Kassendisplay erscheinen. Die erste vergleicht erneut und ist zufrieden. Ich reiche meine Kreditkarte rüber, welche für die Abbuchung an eine dritte Person geht - ein angeregter Austausch über die dumme Farbe der CS-Karte sowie den fraglichen Betrag begleitet die Aktion. Ich unterschreibe - worauf die dreilagige Kreditkartenquittung getrennt, der mittlere Teil in die Kasse geschoben und mit irgendwas bedruckt wird (dabei verfängt sich das Papier im Innern der Kasse und wird mit beherztem Eingriff aus der misslichen Lage befreit). Dann werden die drei Zettel wieder geheftet und zusammen mit der Quittung und den beiden Hemden zur vierten Angestellten geschoben. Deren Aufgabe ist es, die Daten auf den Austdrucken mit der vor ihr liegenden Realität zu vergleichen und hinter jede validierte Stelle (inkl. Datum und Zeit) ein Häkchen zu setzen. Ist das erfolgt, so werden die Zettel wieder getrennt, neu gruppiert und erneut geheftet. Parallel packt eine 5. Dame die Hemden und meine Quittungsgruppe in eine Plastiktasche. Ich darf gehen...
Entweder haben die überhaupt kein Vertrauen in die Technik, oder aber ich habe die Betrugsmöglichkeiten nicht begriffen, oder Arbeitskraft kostet hier nix - oder alles zusammen.
PS: Heisst es AUF oder IN den Philippinen? Google hat meine Meinung mit 130'000 zu 14'100 untermauert. Demokratische Rechtschreibung und Grammatik ist aus meiner Sicht eh das einzig Richtige :-)
PS2: „geshopped“ gewinnt übrigens nur mit 1'020 zu 882 gegenüber „geshoppt“
Posted by philipp.laemmlin at 10:01 | Comments (7)
21.02.05
Hitzestau im Paradies
Bali - wo weisse Kühe heilig sind und die Touristen gemolken werden.
Momentan ist es hier sogar den Balinesen zu heiss. Alles wird bewässert, auch meine Hemden. Ich zerfliesse. Beängstigend. Verlangsamend.
Es ist Nebensaison für einen sowieso schon durch die Bombe von 2002 und den Tsunami gebeutelten Tourismus. Wir wenigen hier sollen das ausgleichen...? Alle paar Meter will dir jemand irgendwas andrehen: Taxiservice, Spa-Dienstleistungen, geschnitzte Boxen, Inseltouren, Tanzveranstaltungen, eine Frau zur Begleitung, kitschige Massenbilder... Aber die Restaurants sind 1A und das Bier kühl. Lasst uns die Zapfhähne melken.
Gefährliche Welt, durch die ich grad reise. In Indonesien ist Dengue-Fieber ausgebrochen, was sich aber zu 50% auf Jakarta beschränkt. Und die 3 Bombenanschläge in und um Manila machen meinen nächsten Halt auf dem Weg nach Japan nicht grad attraktiver.
Das erinnert mich an eine - im Nachhinein etwas traurige - Begegnung in Sydney. Mein Taxifahrer vom Flughafen in die Stadt hiess Michel Farah, stammte aus Beirut, seit 38 Jahren in Sydney und spricht noch immer schwer verständliches Englisch. Er hat 6 Kinder und bereits 3 von hoffentlich mal mindestens 20 Enkeln. Und er war nach 20 Jahren sparen für 2 Monate in Europa, wo er mit den verschiedensten Touren alle Länder gestreift hat (stolz zeigte er mir die Kapitänsmütze aus Venedig...). 30'000 $ habe er unterwegs ausgegeben, 9'000 $ alleine in Beirut, was zu heftigen Diskussionen mit seiner Frau geführt hat. Beirut sei eine tolle Stadt, lebensfreudig, spielsüchtig, herzlich - und schon seit 10 Jahren "absolut sicher"... Ein paar Tage später beendete diese gigantische Autobombe das Leben eines herausragenden Politikers, des Ex-Präsidenten Hariri. Traurig.
Doch angesichts des Verkehrs hier in Ubud ist das Leben sowieso mit jedem Schritt ein Risiko. Also: Weiterschreiten (Achtung: Fehlende Abdeckplatten auf den Gehsteigen über den Abwasserkanälen..)
Posted by philipp.laemmlin at 11:59 | Comments (3)
14.02.05
Happy Valentines Day
Ein lieber Gruss für alle, an denen mein Herz hängt!
Mit ein paar Australischen Blumen vom anderen Ende der Welt - und von Herzen:
Posted by philipp.laemmlin at 10:53 | Comments (4)
13.02.05
Grosse Stadt – kleine Welt
Wen man so trifft, wenn man durch Sydney spaziert
Eigentlich wären Jabba und Bea heute schon Richtung Süden unterwegs, aber die bereits für Freitag angekündigten Schiffe der "Global Challenge" hatte sich mit der Einfahrt in den Hafen um zwei Tage verspätet. Und wäre Jabba nicht genau dann in ihrer Lieblingsbar bei der Oper aufgestanden, um „nach den Masten“ Ausschau zu halten, hätten sich unsere Wege nicht gekreuzt…
Die Welt ist klein, die Freude gross :-)

Bea und Jabba auf ihrer 8 Wochen Tour durch Australien
Hier der Link auf die MMS-Fotopage von Jabba (inkl. mir auf Bild):
http://www.flickr.com/photos/jabba/4713759
Posted by philipp.laemmlin at 09:17 | Comments (1)
12.02.05
Esst mehr Känguru
Es gibt mehr als genug davon auf der „Insel“.
Hat die Besiedlungsgeschichte Australiens tragischerweise auch viele seiner einzigartigen Tiere an den Rande der Ausrottung getrieben (oder darüber hinaus…), so haben andere auch profitiert: So vor allem das Wappentier, das Känguru. Nur: Der Absatz des ausgezeichneten Fleischs ins Ausland hapert.
Durch die Bewässerung von Agrarland, Bildung von Wasserreservoiren in Weidegebieten, Anlegung riesiger Parklandschaften und Golfplätze um die Grossstädte etc. hat sich das Nahrungsangebot stark erhöht. Vor allem das Grey Kangaroo, das Red Kangaroo, das Wallaroo (auch „Euro“ genannt :-) und ein paar Wallaby-Arten vermehrten sich stark. Dies kann für die Ökosysteme zum Beispiel in Trockenzeiten verheerend sein.
Ross Bennett, der Gründer und Leiter des „Australien Reptile Centres“ in Canberra, hat mir folgende Geschichte erzählt, die auch zeigt, dass die Australier selbst ein sehr gespaltenes Verhältnis zum Känguru als Nahrungsquelle haben. Eine stark gewachsene Population in der Nähe der Hauptstadt hat in einer kargen Zeit riesige (natürliche) Graslandschaften bis auf die Wurzeln aufgefressen. Es musste gehandelt werden. Doch sogenannte „Tierschützer“ stellten sich zwischen die Jäger und die Kängurus und unternahmen alles Mögliche, um die dringend notwendige Ausdünnung zu verhindern. Nur: Wer schützt die hundert anderen Tiere vor den Tierschützern. Die Insekten, Echsen, Schlangen, Kleinsäuger etc., welche das sensible, vielfältige, ebenfalls auf die Graslandschaften angewiesene Ökosystem bilden. Man tötet eben kein Wappentier…
Dabei ist das Fleisch hervorragend. Und Kängurus wandeln ihre Nahrung im Vergleich zu Schafen doppelt so effektiv in Proteine um. Ein Umstand, der die exzessive Haltung von Schafen und Kühen durchaus in Frage stellen dürfte. Also: Esst mehr Känguru!

Esst mehr Känguru – so geht das…
(Nein, der ausgehungerte Dingo hat das Tier nicht selbst erlegt, dass hat ein Auto für ihn getan...)
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Posted by philipp.laemmlin at 23:11 | Comments (4)
10.02.05
Internet im Outback (Finale)
In Alice Springs - verschwitzt nicht nur durch die Hitze
Heute kam ich wohl an eine meiner Grenzen. Ich muss gestehen: Mir war nicht mehr wohl in meiner Haut. Nein, das ist eine Philipp'sche Beschoenigung: Ich hatte einfach Scheiss-Angst...
Vom Touri-Dorf beim Uluru (=Ayers Rock) fuhr ich zum Kings Canyon und dann weiter Richtung Norden auf unasphaltierter Dreckstrasse, doch diesmal mit wenig Freude. 200 km Folter: "Wellblech" vom Allerschlimmsten, magenerzuernende Schlagloecher und Unebenheiten danach. Neben den alten verrosteten lagen auch drei frisch gestrandete Autoleichen am Strassenrand: Zwei mit Radschaden, Einer hatte sich in den Strassenrand gebohrt und dann ueberschlagen. War echt froh, als ich wieder Teerstrasse unter den Raedern hatte. Doch anscheinend hab ich das zu schnell wieder vergessen.
50 km vor Alice Springs kam ich an ein verlockendes Schild: Offroad Piste, 50 km lang, fuehrt durch eine malerische Schlucht und auf den Stuart Highway etwas mehr als 60 km von Alice Springs entfernt. Es war ca. halb sechs - das schaffen wir locker.
Ich biege also ab, komme an ein Hinweisschild mit roter Warntafel "Nur fuer 4x4 Fahrzeuge, da sandige Strecken etc. etc." Cool. Ich hab ja 4x4. Also los - und da war auch Sand auf der Strecke, unterschiedlich viel, vielleicht 10cm tief, was etwas Schlingern und Rutschen mit sich brachte. Spass pur also. Der enger werdende Pfad fuehrte in ein wunderschoenes Tal hinab, wo Red-River-Gum-Trees wachsen und zelten erlaubt ist (was niemand tat...).
So froehlich offroad cruisend komme ich einen Abhang zu einem Bachbett hinab - und mir fiel das Herz durch die Hose in den Pedalraum und voll auf die Bremse. Wasser war da keines, aber so 20 Meter feiner, lockerer, tiefer Sand. Hindurch fuehrten keine echten Spuren, mehr Furchen, wie mit zwei Riesenfingern gezeichnet. Oioioi, das kenn ich nicht, kann ich nicht, trau ich mich nicht. Klar bin ich schon durch tieferen Sand gefahren, aber dann immer ganz kurz und flach, so dass man mit Schwung der kinetischen Energie vertrauend druebergleiten konnte. Und auch Strandfahren zum Beispiel war voellig anders, weil der Sand da zusammengebacken ist und man nur wenig einsinkt. Bei diesem spitzen Anfahrtswinkel und der langen Strecke war nix mit "Anlauf nehmen". Ausserdem hatte ich heute bereits bei einem Wendemanoever schwungvoll ueber den Strassenrand hinaus meine Schwierigkeiten: Blomp, Auto steckte fest. Nur mit Muehe habe ich mich die 1.5 Meter zurueck auf die Strasse gespult.
Ok, denk ich so, dann eben nicht, hat ja niemand gesehen... ;-) Zurueck zum Start. Rueckwaertsgang rein - doch nichts bewegte sich, ausser dass sich die Raeder in den bereits sandigen Abhang eingruben. Mein Koerper simulierte innert Sekunden den Schweisszustand von "1 Stunde Joggen bei 35 Grad".
Ehrlich, ich kriegte ziemliche Panik. Da war ja auch niemand, dem ich eine paar coole, beruhigende Worte zur Widerspiegelung haette zuwerfen koennen. Haette das dringend gebraucht. Man ist ziemlich "nackt", wenn man sich nicht hinter einer herunterspielenden oder ironischen Bemerkung verstecken kann. Nun ja, es blieb mir also nur "vorwaerts" uebrig. Nervoes ohne Ende fummelte ich an den Gaengen rum: Nicht nur Allrad, nun auch Untersetzung rein, Antriebsautomatik auf "Hold" fuer Schnee, Eis und Sand (immerhin). Ich sah mich schon mittendrin stecken, meinen Flug nach Sydney verpassen, 2 Tage spaeter von einem Ranger gefunden werden... Hab mir bereits Ausreden zurechtgelegt, warum ich die Hinweisschilder, dass man Offroad-Pisten nur in Zweiergruppen befahren soll, nie gesehen habe oder nicht lesen konnte... und dass relativ kurz vor Sonnenuntergang eine solche Strecke zu beginnen durchaus vernuenftig sei...
Durch Sand zu fahren ist extrem unangenehm. Ich weiss nicht, wer von euch das schon mal "laenger" gemacht hat. Wenn man hinein faehrt, dann wird man sofort und kontinuierlich langsamer. Es gibt ja keinen "Grip". Die Raeder schaufeln Sand von vorne nach hinten, eine Radumdrehung bringt ein paar Zentimeter. Es kribbelt im Po und den Ruecken hinauf: Nur nicht stecken bleiben! Der rechte Fuss streichelt das Gaspedal: Anhalten waere schlimm, Durchdrehen und Eingraben noch schlimmer. Doch hier kommt die Praxis vor der Theorie.
Nun, ich kam durch. Und danach ebenso "unbeabsichtigt" noch durch einige weitere, sogar laengere und auch kurze tiefe. Es hat keinen Spass gemacht. Mehr als anderthalb Stunden hab ich für die Strecke gebraucht - dabei bin ich wo immer möglich gerast wie in Hirnloser. Hatte ziemlich Muffensausen. Natuerlich nicht lebensbedrohend oder so, aber aeusserst unangenehm schon. Seit der Abzweigung hatte ich kein Auto mehr gesehen, die naechsten, mir bekannten Siedlungen waren 70 und 90 km entfernt, der befahrene Stuart Highway mehr als 30 km durch unbekanntes Gelaende. Viel "alleiner" hab ich mich wohl noch nie gefuehlt. War so eine Grenze, die ich nicht ueberschritten haette, wenn mir noch die Wahl geblieben waere.
Ok, ich akzeptiere euer Schmunzeln, und auch "Memme" - aber nur, wenn ihr locker vor dem Fruehstueck ueber eine Sandduene kurvt.
Jetzt hab ich gut gegessen, mich mit Wein belohnt und freue mich aufs Bett. Morgen geht's nach Sydney - weg von den Fliegen und in dichter bewohntes Gebiet :-)
Sleep well!
Posted by philipp.laemmlin at 13:33 | Comments (4)
09.02.05
Internet im Outback (III)
Ein roter Felsbrocken - und ein Haufen Touristen
Nach Cooper Pedy war Stuart Highway angesagt: Geteert, breit, mit 10-15 Fahrzeugen/Stunde "verstopft". Wesentlich weniger spannend - aber der Eindruck der Groesse und Leere des Kontinents verstaerkt sich 800km lang. Erstaunlich fuer mich: Es ist wesentlich gruener und mit mannigfaltigem Leben durchdrungen als erwartet.
Doch dann: Die Enttaeuschung nach so viel wunderbarer Einsamkeit in eine Tourismus Hochburg einzufahren, wenn man sich dem Uluru naehert, ist ziemlich erdrueckend. Es kommt keine Freude auf, wenn sich Auto an Auto reiht beim "Sunset Viewpoint" - und es ist echte Nebensaison hier. Ich moechte nicht im August hier sein.
So werde ich also fuer den Weg nach Alice Springs von der Hauptroute abweichen und wieder staubige Dreckpisten suchen. Und Internet hat's ja ueberall, QED :-)
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Posted by philipp.laemmlin at 06:12 | Comments (0)
07.02.05
Internet im Outback (II)
Weitere 375 km Staubstrasse und 2 VB's spaeter in Cooper Pedy.
Nun bin ich also in Stadt der menschlichen Maulwuerfe angekommen, dem Zentrum des weltweiten Opalhandels: Cooper Pedy. Ich habe Schutthaufen fotografiert, dem Sonnenuntergang am flachen Horizont gefroent, "the big wintch" auch gesehen, mein Abendessen genossen und den Staub runtergespuelt (eigentlich eher den Aerger ueber die Fliegen, aber lassen wir das...).
Auf den holprigen 207 km von Marree nach William Creek sah ich:
- 7 Fahrzeuge (immer schoen Zeigefinger zum Gruss heben)
- 2 Planiertrax (ja, macht das Wellblech weg...)
- 1 Siedlung (Aboriginal Modern Art rundherum)
- 2 Briefkaesten am Rand (irgendwo wohnen da also noch Leute??)
- 500 Kakadus (kein Scherz. Wahnsinn. Foto folgt.)
Und auf den 166 km Staubstrasse nach Cooper Pedy dann:
- ... NICHTS und NIEMANDEN!
166 km - das ist so ca. von St.Gallen nach Basel - und kein Mensch, kein Tier, kein Haus. Nix. Hab dann den 4WD Upgrade ein wenig ausgekostet - und fuer die Strecke mit ein einigen Fotohalts grad mal 1h 40' gebraucht :-) Der Nissan Patrol ist sehr gutmuetig gegenueber Schlagloechern, Kompressionswellen, Wellblech - nur in den Kurven wedelt er/sie gerne mit dem Hintern. Ist wohl ein Weibchen...
Nicht dass man einen 4x4 brauchen wuerde auf dieser Strecke (und zu dieser Jahreszeit). Habe ihn nicht mal auf den wirklich fuer PWs unzugaenglichen Nebenwegen der Flinders einschalten muessen. Aber ueber die grossen Raeder, den Bodenabstand und die Robustheit ist man durchaus froh, wenn man auch mal vom Hauptweg abzweigt oder etwas Tempo machen will.
Nun geh ich "unterirdisch" pennen - 22 bis 25 grad jahrein/jahraus ohne Klimaanlage inmitten der Wueste.
Von einem "All-in-One" Internetterminal mit Gummischutz ueber der Tastatur wuensch ich euch einen guten Tag - und mir "Gute Nacht"!
Posted by philipp.laemmlin at 12:05 | Comments (3)
Internet im Outback (I)
Gruesse aus Marree - nach den ersten 80 km Staubstrasse
Es ist flach und heiss und leer ...
Zuerst ist die Strasse an den Flinders Ranges vorbei, woher ich komme, noch geteert, aber auch da schon unglaublich einsam. Doch ab Lyndhurst wird's holprig und staubig und noch viel einsamer.
Nach 80 km "Nichts" kommen ein paar Huetten: Marree. Eine davon ist verheissungsvoll mit Cafe angeschrieben. Nun ja, man muss ihn sich selber "zusammenstellen" mit heissem Wasser, Pulver und verklebtem Zucker - und alle rumliegenden Loeffel sind schon benutzt. Egal. Doch was ist das? Ein Internet-PC im Nirgendwo? 2.50 $ fuer 15 Minuten - da hab ich in der Stadt ja schon mehr bezahlt (da war es aber Breitband und Wireless - und nicht 800x600 mit 16 Farben und so mit Adware verseucht, dass das Arbeiten daran eine Qual ist). Die Tastatur sieht zwar verdaechtig gleich aus wie die benutzten Kaffeeloeffel - aber diesen Eintrag hat sie noch zustande gebracht :-)
Es gruesst aus ca. 40 Grad
Outback-Jack
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Posted by philipp.laemmlin at 02:40 | Comments (0)
02.02.05
Steve Irwin war nicht da…
Ein Blick in den Australia Zoo, Heimat des Fernsehgesichts „Crocoldile Hunter“
Man muss Steve nicht mögen (er kann mächtig nerven mit seiner hyperaktiv-euphorischen Art), um seinen Zoo zu geniessen – aber es würde helfen, denn sein Präsenz auch bei physischer Abwesenheit ist erdrückend.
Aber die Tiere, die grosszügigen Gehege und auch die Art der Präsentation in vielen Shows macht halt einfach Spass. Und es ist damit einer der wenigen Zoos, den man nicht mitleidig-depremiert verlässt.
Posted by philipp.laemmlin at 02:19 | Comments (2)
Reisen im Schneckenmodus
Getrieben sein oder sich treiben lassen, das ist hier die Frage.
Es ist seltsam. Hier in Australien ist meine Reisegeschwindigkeit zur Zeitlupe eingedickt. Jetzt erst, zwei Wochen nach „Plan“, bin ich auf der Höhe von Brisbane eingetroffen.
Ist es die Hitze? Erste Anzeichen von Reisemüdigkeit? Die philosophische Erkenntnis, dass die Antwort nicht in „noch mehr“ liegt? Ich weiss auch nicht. Ich „erledige“ kein „Programm“ mehr. Ich bin nicht mehr getrieben, ich treibe einfach. (Ist „treiben“ aktiv, und „treiben lassen“ passiv? Und gibt es da für den Reisenden einen Unterschied?) Und es stimmt so zurzeit.
Aber ich kann es nicht abstellen: Oft denke ich dann, dass ich doch irgendwie eine Art „Verantwortung“ habe, möglichst viel zu erleben und zu sehen. Dass ich es mir (und sogar euch daheim) „schuldig“ bin, alles auszukosten. Ich weiss, ich weiss, das ist super-dumm – aber ich kann es nicht abstellen. Vermutlich ist es wie mit vielen Persönlichkeitsmerkmalen: Man lernt mit der Zeit, sie richtig zu nehmen, nicht aber, sie wirklich zu ändern.
In diesem Sinne: Sorry :-)
Posted by philipp.laemmlin at 01:05 | Comments (2)
26.01.05
Australia Day - Celebrate what's great.
“It's the day to reflect on what we have achieved and what we can be proud of in our great nation.” - aber warum am 26. Januar??
Am 26. Januar – einen Monate vor einem anderen weltbewegenden Ereignis also – feiert sich die Australische Nation. Die Geburtsstunde Australiens war jedoch am 1.Januar 1901, als die bis dahin getrennten Kolonien mit einer gemeinsamen Verfassung vereint wurden*. Warum also der 26.Januar? Die Reisebibel gibt mir trotz kräftigem Schütteln keine vernünftige Antwort. Aber ich bin ja in einem Hotel, also Hörer abheben und 9 wählen: „Good Question“ ist die Antwort vom Mann an der Rezeption. Danke, danke. Er würde mich zurückrufen – was er auch tat, doch ohne Resultat.
Das macht Spass. Ich rufe also mal im Tourist Office an: „Good Question“ und genauso Ratlosigkeit. (Ich hab das dann noch 2-3 Leute unterwegs gefragt, einfach weil es spassig ist – mit dem gleichen Nicht-Ergebnis…).
„Selbst ist der Historiker“, sagt I. Net, also googeln – und egal ob es euch interessiert oder nicht, hier ist die Antwort: Am 26. Januar 1788 landete Kapitän Arthur Phillip an der Ostküste mit der ersten Ladung Strafgefangener und nahm das Land in „Besitz“ und unter die ach so schützende Krone Englands. Es war der erste Gouverneur von New South Wales. Das war 18 Jahre nach der „Entdeckung“ durch Captain Cook – wobei dieser damals weder Captain war noch der erste…**
Dieser Landungstag und Beginn der Kolonialisierung wurde jährlich gefeiert, aber nicht offiziell, sondern eher als Grund für ein Besäufnis. Erstmals offiziell gefeiert wurde 1818, danach nannte man den Tag „Foundation Day“*** 1838 gab’s erstmals „public holiday“, was aber von da an immer auf den dem 26. nächstgelegenen Montag gelegt wurde. Jede Kolonie feierte ein wenig anders, oder nicht oder sich selbst. Um es kurz zu machen: Erst 1946 beschloss man einen gemeinsamen „Australia Day“, aber erst 1994 einigten sich alle Teile auf einen Feiertag am 26. Januar – und nicht am nächstgelegenen Montag. Geht alles ein wenig langsamer bei den grossen Distanzen…

Australia Day – eine junge Nation, eine noch jüngere Tradition
Ich bin – zugegebenermassen 3 Tage zu lange – in Canberra geblieben, um hier in der Hauptstadt die Feierlichkeiten zu verfolgen. Nun ja, der Minister hat gesprochen und der Governor General als Queen-Repräsentant war da, es gab Ehrungen und Konzerte und Paraden – aber der Bär war nicht grad los hier… Im Gegensatz zu den Bildern aus Sydney und Melbourne. Canberra ist – wie schon erwähnt – in der Mitte des Nirgendwo erbaut worden, weil in der Verfassung von 1901 eine gemeinsame, neue Hauptstadt festgeschrieben wurde. Das grosse Konzert beim Parlament war nationsweit im TV – aber keinen Interpreten oder ein Stück hätte ich je am lokalen Radio gehört. (Ausserdem musste ich ins Hotel und Federer vs. Agassi schauen…)
Nun fragt man (also ich) sich natürlich: Woher kommt denn der Name Canberra? Der meist-doch-vieles-wissende Lonely Planet meint dazu nur: “Canberra” believed to be an Aboriginal term for „meeting place“. Aha, und…? Ist es nun so oder nicht?? Und wie kam man zum Namen??? Ich frage doch mal meinen Freund von der Rezeption: „Good Question“…
Wer googelt, der findet: Die Region war einfach so genannt. Die ersten Siedler sagten dazu „Kamberry“ und „Canberry“, was wohl deren Aussprache für das Wort „Corroboree“ der Aborigini war, was Versammlungsort für einen zeremoniellen Tanz meinte. Daraus hat sich das „Canberra“ entwickelt. Aber für die Namensgebung würde ein nationaler Vorschlagswettbewerb eröffnet. Ernsthaft in Betracht gezogen wurden Dinge wie „Wheatwoolgold“ und „Kangaremu“ (das Australische Wappen beinhaltet ein Kangaroo und ein Emu…), aber auch „Sydmelperadbrisho“ and „Meladneyperbane“. Weniger ernst gemeint, aber die Stimmung der Nation treffend, waren „Swindleville“ und „Gonebroke“.
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*Genau zum Beginn des 20.Jahrhunderts also bleibt anzufügen, für diejenigen, welche bereits wieder vergessen haben, dass der Hype um den Millenniumswechsel bei uns auch am falschen Datum stattgefunden hat. 2000 als letztes Jahr des 20. Jahrhunderts hatte einfach das bessere Marketing.
** Entdeckt wurde es zufällig und gleich zweimal von den Holländern, und zwar 1606 und 1629 an der Westküste, doch hatten diese es nicht „gemerkt“... Abel Tasman, auch Holländer, machte dann den dritten Irrtum, weil er 1642 Tasmanien entdeckte und glaubte, dies sei ein Teil von Terra Australis.
*** Seit 1836 wird in Sydney die Anniversary Regatta durchgeführt, was sie zur ältesten kontinuierlichen Regatta der Welt macht.
Posted by philipp.laemmlin at 22:49 | Comments (5)
14.01.05
Neuseeland Bilder online
Zwei Fotogalerien frisch geschlüpft
Ausserdem habe ich die Reihenfolge rechts umgestellt: Die neueste Galerie ist nun an erster Stelle - und wird für eine gewisse Zeit auch als "NEU" gekennzeichnet.
Fotogalerie Neuseeland I
Fotogalerie Neuseeland II
Und wenn ihr jetzt nach Neuseeland reisen wollt: Gute Idee! Es ist Sommer, warm, Natur pur - und genau auf der anderen Seite der Erde. Nur den "Wochenend-Ausflug" solltet ihr euch aus dem Kopf schlagen.
NACHTRAG:
Nun auch die erste Galerie von Australien online:
Australien: Von Adelaide nach Melbourne
Posted by philipp.laemmlin at 11:50 | Comments (2)
12.01.05
„Stencils“ – kreative Schablonen-Graffiti
Die Subkultur im Fitzroy Quartiers
Ok ok, ich bin in dem Bereich etwas unbedarft, aber bis jetzt kannte ich nur Graffiti (von hochästhetisch über witzig bis saublöd) und Tags (der egozentrische, hirnlose und destruktive kleine Bruder von Graffiti). Neu für mich – und echt begeisternd – waren die mit Schablonen gesprühten Icons (Stencils) und auch Papierbild-Plakate, welche vor allem die Wände der Seitengassen im Fitzroy Quartier zieren.
Die lebendige und leicht alternative Hauptstrasse des Fitzroy Quartiers mit Restaurants, Bars und Shops, ist übrigens die Brunswick Street, nicht die parallel verlaufende Fitzroy Street selbst (die ist ganz klein). Es gibt auch eine hippe In-Strasse, die Fitzroy Street heisst, diese ist aber die Lebensader des St.Kilda Quartiers. Äusserst verwirrend und nicht Rest-der-Welt-Logik
[ hey, mate, hungry? – f…, yeah, mate! where we go? – what ‘bout Fitzroy? – f…ing great idea. lets go to Brunswick street – no, f…, I mean the Fitzroy street – what? the f...ing little Fitzroy street in Fitzroy? – f… no, man! Fitzroy in St.Kilda! – great, mate…]
Aber Namensgebung und Orientierung in Australien ist sowieso eine Sache für sich. Nehmen wir doch nur schon die Aufteilung des Landes in Staaten. Beginnen wir mal links, wo mit einem sauberen Strich von Norden nach Süden fast ein Drittel der Insel als „Western Australia“ abgetrennt ist. Der nächste Drittel ist noch horizontal geteilt: Unten liegt „South Australia“ – nicht „Southern“, wie es logisch schiene – und darüber weder „Northern“ noch „North Australia“, nein, es ist „Northern Territory“. Richtig witzig ist das rechte Drittel, in dem es – der Aussi-Logik folgend – gar kein „Eastern“-irgendwas gibt, sondern das nördliche „Queensland“, das mittlere (nein, nicht südlichste…) „New South Wales“ und das südliche „Victoria“. Und dann ist da noch ein Mückendreck auf der Karte: „ACT“ (Australien Capital Territory), ein künstlicher Ministaat rund um die – politisch zwischen Sydney und Melbourne hinein gepflanzte – Hauptstadt Canberra (10mal kleiner als Melbourne, 13mal kleiner als Sydney). Ach ja, und „Tasmanien“ („Tassie“) gibt’s auch noch.
Posted by philipp.laemmlin at 06:34 | Comments (4)
Melbourne – Liebe auf den zweiten Blick
Polizei-Staat oder Kultur-Stadt?
Neujahr im Zentrum von Melbourne war abschreckend: Alkohol verboten, die Polizeipräsenz lähmend, die Gebotsschilder nervig und das Feuerwerk ziemlich peinlich… Zum Glück war ich mit tollen Leuten da, sonst hätte ich den „zweiten Blick“ vielleicht nicht getan. (Thanks an dieser Stelle an Dani für die Gastfreundschaft!).
Melbourne sei die Stadt des Sports und der Kunst. Nun, ersterem kam ich nicht allzu nahe, abgesehen vom Joggen um den See in Albert Park, wo einmal im Jahr die Formel1 Boliden rumkurven… :-)* Die Kunstausstellungen jedoch, ob permanent oder temporär, sind gigantisch, und wirken vor allem auch durch die wegweisende Architektur, was ja nicht jeder Stadt was wert scheint… (Aktuell war z.B. grad Edvard Munch, über alle Schaffensphasen, mit Umfeldwissen angereichert – aber halt leider nur mit Skizze vom „Schrei“, was zum Weinen ist. Das Original wurde ja gestohlen.)
Und die Kunst bescherte mir auch das lustigste Erlebnis in Melbourne:
Ich hatte in einer Seitengasse eine Gallery entdeckt, Tür war offen, ich trampelte rein und mitten in eine Aufbauphase. Alle jung, diskutierend, hämmernd, putzend. „Crowded“ würde die Ausstellung heissen, um 17:00 sei Vernissage und ich solle doch dann wieder kommen. Was ich tat. War spannend, suchend, frisch, frech. Hab drei Werke gekauft (kosteten weniger als ein Didgeridoo, und ist definitiv eine bessere Erinnerung…). Die Mutter einer Künstlerin war viel mehr aus dem Häuschen als die Tochter, denn es war der erste Verkauf, und dann erst noch ein „Internationaler“ (90$ für eine zweiteilige grosse Fotoarbeit…). Nun hab ich eine Einladung aufs Land. Egal.
Spassig wurde es nachher, als sie mich in die Bars der Gegend mitnahmen. Später kam der Hunger, und eine der Damen wollte unbedingt zum KFC (der Hühnchen-McDonalds). Also ein Minibus-Taxi für die Gruppe angehalten, losgefahren, KFC war zu. Neue Mission: Bier kaufen, Pizza bestellen und zu einem der Künstler heim. Die Bande war ziemlich angetrunken, lärmte dies und das aus dem Fenster – und wir fragten uns schon, wann uns der Taxifahrer rausschmeisst. Als Ross im Spirituosenladen verschwand, wusste einer nichts besseres, als aus dem nun stehenden Taxi einer küssenden Dame „Slut“ nachzurufen. Sie - mittel bis schwer „pissed“ - kommt angerannt, Freund plus Freund des Freundes dampfend hinterher. Da kommt der arme Ross nichts ahnend mit dem Bier aus dem Laden, und weil er der einzig Erreichbare war, bekam er eins an die Nuss. Nicht schlimm, aber völlig abgedreht. Unerwartet verhielt sich der Taxifahrer, der vor Lachen fast nicht mehr fahren konnte. Der Rufer zahlte das Bier, die Sache war gegessen. Und in gegen Morgen auch die zweite Runde Pizza.
Weitere Highlights: Raw Comedy Club im „The Evelyne“ (Das ist ein Wettkampf von Nachwuchs-Stand-Up-Comedians. Pro Abend haben 12 Neulinge je 5 Minuten Bühnenzeit. Und manchmal ist das ziemlich hart fürs Publikum. Schweine vor die Perlen geworfen…)
* PS zu Sport: Und natürlich einem „Footy“-Match am Fernsehen, wobei man fürs Kappieren wohl irgendein spezielles Gen braucht – oder etwas zu viel Australische Sonne… Dieses „Aussi Rules“ (Australien Rules Football) ist hier in der Stadt geboren worden, und 10 der 16 Liga-Teams kommen aus Melbourne selbst. Gespielt wird auf einem gigantischen ovalen Feld mit 36 Mann gleichzeitig draussen. Lonely Planet beschreibt es als Mischung aus „rugby, Gaelic football and total insanity“. So darf man den Ball kicken, mit der Hand schlagen - aber nicht werfen. Und wenn man damit rennt, muss man in alle 15 Meter „prellen“ (mit einem ovalen Ball…!!). Der Gegner darf angerempelt, niedergerissen, umgeschleudert, zerquetscht – aber nicht geschubst werden (und vielleicht nur dann nicht, wenn er eine grade Nummer trägt und auf dem linken Bein steht… Keinen Schimmer. Ist nicht immer gleich oder so…)
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Posted by philipp.laemmlin at 06:22 | Comments (0)
01.01.05
Great Ocean Road – A Drive with a View
12 Apostel, 12'000 Touristen und 12'000'000 Fliegen
Ich will gar keine langen Worte machen: Diese berühmte Küstenstrasse auf dem Weg von Adelaide nach Melbourne ist zwar jetzt – die Sommerferien haben hier begonnen – stark frequentiert, aber visuell spektakulär und streckenweise fahrerischer Hochgenuss. Sozusagen das Tiramisu der Küstenstrassen. Lecker.
(Nur diese Fliegen machen mich irre!!!!)
Und ich hab meine erste Schlange gesehen. (Ist eine geringelte gleich eine Ringelnatter?
Auf jeden Fall war sie lieb und hatte anscheinend letzthin grad gegessen…)

Posted by philipp.laemmlin at 15:14 | Comments (2)
14.12.04
Nicht mal Fliegen ist schöner
Mit einem Speedboat inmitten atemberaubender Bergkulisse den Dartriver hinauf "gleiten" macht mehr als nur Spass!
Ich will gar nicht viele Worte machen: Götterwetter, wolkenfrei, windstill, Jetboat, Wasserstrahlantrieb, 60 km/h, Gletscherfluss, Türkisblau, Three-Sixty-Maniacs, Niedrigwasser, Kurvenfeeling, nassgespritzt, Alpenpanorama, megag…!
Was mich sonst noch beschäftigte:
Ich hab mir ’ne Himbeer-Fanta gekauft. Ja, das gibt’s hier. Alle Fantas sehen in Neuseeland aus wie Retro-Anspielungen auf die Neonfarben der Achtzigerjahre. Besagtes Getränk erinnerte mich stark an Himbo (kennt jemand noch Himbo? Das Zeug, das einem s’Mami nie erlaubte und der Papi dann doch mal kaufte?). Egal. Auf jeden Fall steht da drauf: „5% Fruchtanteil“. „Aha“, denke ich, und „staun“ – da haben die also in die 600ml Flasche 30ml Himbeersaft gekippt. Respekt. Doch beim Lesen der Inhaltsstoffe das Fragezeichen: „…, 5% Apfelsaft, Geschmacksstoff, …“. Wie bitte? Da nehmen die einen künstlichen Geschmacksstoff, der im Zusammenspiel mit Apfelsaft Himbeer ergibt? [X + Apfel = Himbeer, also ist X = Himbeer – Apfel] Könnt ihr euch so einen Geschmack vorstellen? Wie schmeckt „Himbeer minus Apfel“ wohl??
PS II: Hawaii-Bilder sind online.
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Posted by philipp.laemmlin at 22:17 | Comments (0)
13.12.04
Ich vermisse die Weihnachtsstimmung
Ein lametta-geschmückter Lenkdrache im Schaufenster des Sportgeschäfts macht mich zwar nachdenklich, aber nicht besinnlich…
Zuerst muss ich gestehen: Ich liebe die Weihnachtszeit über alles. Das schon seit früher Kindheit. Damals waren die 24 Tage des Advent eine eigene Zeitrechnung – losgelöst vom Rest des Jahres. Ein Countdown, der selbst schon das Ereignis war.
Das hab ich nie ganz „abgestreift“. Ein Adventstag ohne brennende Kerze – undenkbar. Doch hier in Neuseeland ist alles anders. Die Tage werden länger, draussen ist es warm (na ja…) und hell, und was an Weihnachtsdekoration versucht wird, entbehrt nicht einer gewissen Tragik-Komik – welche transplantierten Traditionen wohl immer ein wenig anhaftet. Doch zum Glück ist es auch nicht der amerikanische Kitsch mit Rudolph, dem rotnasigen Rentier, oder einem plüschig-samtenen Nikolaus mit leiblichem Über- und inhaltlichem Untergewicht.
Aber ich vermisse es! Ja, ich will Zimtsterne und den grossen Christbaum im Kathedralen-Park und Bienenwachskerzen auf meinem Pult und Kartoffelpuffer mit Lachs und Glühwein am Weihnachtsmarkt von Hamburg. Ich will Schnee vor dem Fenster und gespiegelte Kerzenflammen im Rotweinglas und ein grosse Schale mit Erdnüssli, Mandarindli, Schöggeli, Bibberli, Chräbbeli…. Ich will stimmungsvoll beleuchtete Gassen für nächtliche Kopfreinwasch-Spaziergänge, frischen Lebkuchen zum Adventskaffee mit Freunden, einen unerwarteten Adventsgruss in meinem Briefkasten. Ich will mir den Kopf beim Weihnachts-Einkaufen zermartern, Geschenke einpacken und unter den unübertrefflichen heimischen Christbaum legen - und das Leuchten in den Augen meines Göttibuebs und meiner Nichte sehen können am Heiligabend.
Geniesst es für mich, ja? Macht eine kleine Adventspause, nehmt euch Kaffee und ein paar Guetzli, zündet eine Kerze an – und dann… na ja, wenn ihr nicht an mich denken wollt ;-), dann ruft doch jemanden an, den ihr schon viel zu lange nicht mehr gesprochen habt. Oder sagt jemandem mal wieder, wie wichtig er/sie ist in eurem Leben. Einfach so. Adventlich eben. Eine tolle Zeit…
Ehrlich. Ich bin froh, dass ich Weihnachten nicht alleine verbringen muss :-))

Ein "stimmungsvoller" Schneemann in Neuseelands Sommer... ;-)
Posted by philipp.laemmlin at 08:20 | Comments (3)
12.12.04
Nur ein totes Possum ist ein gutes Possum
Man braucht nicht Jäger sein, nur Sammler - und 50km neuseeländische Strassen ergäben einen prächtigen Pelzmantel
Es kommt einem vor, wie in einem Computerspiel: Man fährt über die Landstrassen und durch die Wälder Neuseelands – und überall Tiere, denen man ausweichen muss. Nur dass ich glaube, dass die Kiwis beim Possum draufhalten und nicht ausweichen: Dididing – 100 BONUSPUNKTE!
Mit der Idee des Pelzmantels hat alles begonnen. 1858 hat der Seefahrer Christopher Basstian die ersten Possums für eine Pelzzucht aus Australien mitgebracht – und kein Australier kommt hier um eine Bemerkung über den Ursprung dieser Tierpest herum… Heute bevölkern 70 Millionen dieser gefrässigen „Australier“ die Inseln. Sie schädigen Flora und Fauna, fressen am liebsten die Triebe der schönsten einheimischen Bäume, und machen auch vor den Nestern der einheimischen Vögel nicht halt. Die Bekämpfung ist bis heute erfolglos.
(Hier ein Link auf mehr Possum-Info - mit Foto, was ich nicht hab...)
Dabei war hier früher ein Vogel-, Insekten und Pflanzenparadies. Vor der Landung der ersten Siedler gab es keine Säugetiere (!) auf Neuseeland (ausgenommen zwei Fledermausarten). Die Vögel übernahmen deren Rolle: Moas (ausgestorbene Riesenvögel, flugunfähig, 3m gross und 250kg schwer) waren die „Schafe“ der Insel und grasten die Hügel ab, das stark gefährdete Wappentier, der Kiwi, nimmt die Rolle der Maus oder des Igels war und verspeist bodennahe Insekten. Aber auch zum Beispiel Schnecken werden hier handtellergross und verschlingen grosse Regenwürmer am Stück.
Dann brachten die Polynesier die ersten Nagetiere auf die Insel, welche sie als „Frischhalte-Snacks“ für die Überfahrt dabei hatten. Doch richtig schlimm wurde es erst bei der Besiedlung durch die Europäer, welche tief in das natürliche Gleichgewicht eingegriffen haben. Die einheimische Pflanzen und Tierwelt sah sich neuen Feinden gegenüber – vor allem für Vögel katastrophal, weil sie mangels natürlicher Feinde ihre Nester nicht auf Bäumen bauten, sondern einfach so am Boden, sozusagen ein kaltes Buffet für die eingeschleppten Säugetiere. (Als wären rücksichtslose Nutzholz-Rodungen, Robben- und Walabschlachtungen, Bodenbetrug an Einheimischen etc. nicht schon genug der Gastgeschenke gewesen…)
Schon auf Hawaii kam ich mit diesen Besiedlungs-Sünden in Kontakt: So vermehrten sich die auf Schiffen mitgebrachten Ratten fast ungehindert – weshalb man den Mungo einführte, um die Ratten zu fressen. Dabei „vergass“ man aber den kleinen Umstand, dass Ratten nachtaktiv und Mungos tagaktiv sind. Nun gibt’s von beiden viel zu viele. Oder eine gute Engländerin hat „Fountain grass“ – eigentlich eine zähe afrikanische Art – als Zierpflanze für ihren Garten mitgebracht. Heute ist fast ganz Big Island davon überwuchert, und das einheimische, nahrhaftere Gras weitgehend verdrängt. So gibt es zahllose weitere traurige Beispiele…
(Wer eine ganze Liste Siedler-Sündern an der Fauna und Flora von Amerika nachlesen will, findet sie im bereits erwähnten Buch „Lullaby“ von Chuck Palahniuk (nicht sein bestes übrigens…). In jedem Buch hat er gewisse thematische Obsessionen, denen er mit Detailbesessenheit frönt., in „Flug 2039“ sind es zum Beispiel Fleckenentfernung, Kunstblumen und sichere Diebstahlmethoden. Ist übrigens für Interessierte neben „Fight Club“ meiner Meinung nach der beste Einstieg in seine überdrehte Welt. Wer mit „Der Simulant“ beginnt, kann etwas „erschreckt“ werden… - sorry, Isa!)
Posted by philipp.laemmlin at 23:45 | Comments (2)
05.12.04
Der Reiseplan auf der Papierserviette
Das Sponsoring Team von „The National Bank“ zeichnet meine Reiseroute für die Südinsel…
Weit war ich nicht gekommen in meinem neuen Buch (und dabei reisst Chuck Palahniuk einen auch in „Lullaby“ ohne Umwege in seine abstruse Welt hinein/hinab(?)…). Hatte mich mit einem Glas hiesigem Pinot Noir draussen vor einer Bar an ein Tischchen gesetzt (leider etwas weit weg vom Heizstrahler…). Kurz nach dem Prolog schon klopft mir jemand vom Nachbartisch auf die Schulter: Was ich denn lese? Und ich soll gefälligst rüber an ihren Tisch wechseln…
Sofort kommt natürlich die unausweichliche Frage: Was denkst du über Neuseeland? Und hier in Wellington folgt direkt noch eine: Wie hat dir Auckland gefallen? Wellington als Hauptstadt ist nicht mal halb so gross wie die wirtschaftlich bedeutendere Rivalin im Norden. Also Vorsicht bei der Antwort… :-) Dies alles lange, lange bevor wir überhaupt die Namen austauschen: Denise, Fiona, David und Marcus – das Sponsoring Team der beliebtesten Bank von Neuseeland (die letztes Jahr von der unbeliebtesten Bank aufgekauft wurde…).
Coole Typen! Offen, spontan und witzig – und äusserst hilfreich, als sie die Planung meiner Route auf der Südinsel mit Hilfe einer Papierserviette an die Hand nahmen. Und ausdauernd… Ich musste mir auf jeden Fall auf dem Heimweg eine grosse Notfall-Wasserflasche aus einem der 24/7-Läden holen. Doch die Nachtruhe war kurz: Um 10:30 holte mich David mit seinem Auto ab und fuhr mich auf alle Aussichtspunkte rund um die Stadt und durch die wunderschönen umliegenden Buchten und Täler. Eine Traumgegend zum Wohnen. Viel Grün, überall raue Küsten und tiefblaues Meer – und eine lebendige Kulturszene sowie ein nimmermüdes Nachtleben. Fünf Sterne für Wellington!

David zeigt mir Wellington und Umgebung
PS: Da die National Bank auch das NZ Cricket Team sponsort, war ich etwas aufmerksamer, als im Sportscafé das Länderspiel gegen Ausstralien lief. Nun, ich begriff nix! Aber ein hilfreicher Postbeamter neben mir erklärte mir die Regeln und Ausnahmen und Stärken der Spieler und überhaupt... 7 Stunden dauert so ein Match (da brauchst du keine anderen Hobbies). Doch gegen Schluss wird es echt spannend. Und was fast aussichtslos schien beim Rückstand der Neuseeländer wurde durch ein spektakuläres "48. Over" gerettet - und sie siegten :-)
Posted by philipp.laemmlin at 22:21 | Comments (2)
27.11.04
Whangapipiro - "fürchterlich stinkender Platz"
So nannten die Maori den Stadtkern von Rotorua, der Stadt, welche der Hölle sehr nahe liegen muss...
Der Schwefelgeruch ist allgegenwärtig und lässt einen nie vergessen, dass man sich in einem der aktivsten geothermalen Gebiete der Erde befindet. Und man kann durchaus sagen: Die Neuseeländer haben die wohl schönsten aktiven Geysire. Die spritzen nicht nur einmal kurz, sondern während Minuten oder gar Stunden - was allen Japanern aus den Reisegruppen mehr als genuegend Zeit gibt, um in allen erdenklichen Kombinationen vor der Wasserfontäne zu posieren...
Eines der Geothermalgebiete liegt direkt vor der Stadt und trägt den unaussprechlichen Namen: "Te Whakarewarewatangaoteopetauaawhiao"* (übersetzt ist das "Der Sammelplatz der Kriegstruppen von Wahiao"). Die Reiseführer nennen es dann verkürzt "Whakarewarewa", und die Rotoruaner sagen einfach "Whaka" dazu. Passt auch. Und dort kann man den Doppelgeysir "Pohutu" (spritzt bis 30m hoch) und "Prince of Whales" (kleiner Pfüdi daneben) bestaunen, die mehrfach täglich mehrminütig ihre Wassersäulen in den Himmel schleudern. Doch für Fotografen noch besser: Der "Lady Knox Geysir" in Wai-o-tapu, der pünktlich um 10:15 ausbricht - natürlich nur, weil vorher ein Parkranger 300g Seife reinschüttet (Lonely Planet schreibt entrüstungshemmend "organic soaplike powder", der Ranger meint kurz "Soap!"...)
Auch wenn's nach faulen Einern riecht, macht Spass hier :-)

George Bernard Shaw schrieb 1934 nach der Besichtigung von Hell's Gate:
"I wish I had never seen the place, it reminds me too vividly of the fate theologians have promised me..."
* PS: Doch das ist noch gar nichts zu einem Ort in der Hawke Bay an der Ostküste. "Taumatawhakatatangihangakoauaotamateapokaiwhenuakitanatahu" - offiziell gibt's noch einen 35 buchstabigen Zusatz, was (angeblich) den längsten Ortsnamen der Welt ergibt. Die Polynesier - und zu denen gehören die Maori - hatten keine geschriebene Sprache, und darum wurden den Orten aussagekräftige, erzählende Namen gegeben. Obiger Ort heisst übersetzt in etwa: " Die Hügelkuppe, auf der Tamatea, der Mann mit den grossen Knien, der Berge hinunterrutschte, hochstieg und sie verschluckte, der durch alle Lande reiste, für seine Geliebte die Flöte spielte".
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Posted by philipp.laemmlin at 20:45 | Comments (0)
21.11.04
Ein paar neue Föteli online
Nun sind die letzten beiden Folder für Kontinental-USA aufgeschaltet
Sorry, war etwas in Verzug. Und an Hawaii arbeite ich... :-)
USA - Einige Nationalparks
USA - Über Yellowstone nach San Francisco
Mehr Fotos vom Besuch bei der Marchon Family findet ihr unter www.marchon.org
Und Andreas und Karen haben bereits Fotos von Hawaii livegestellt auf www.ravn.de
Posted by philipp.laemmlin at 10:03 | Comments (1)
19.11.04
Oh je mine - rechtsgesteuerter Linksverkehr.
Eine verkehrte Verkehrswelt - und wie man sie ganz einfach geraderücken könnte...
Schon als mich der Herr von der Mietwagenfirma abholte, die erste Hürde: Nach dem Verlad des Gepäcks steuerte ich zielsicher zur vermeindlichen Beifahertür auf der rechten Wagenseite - was mir einen überrascht-mitleidigen Blick einbrachte... Falsch. Andersrum. Fahrer rechts, weil fahren links...
Ok, ok...
Nun, man gewöhnt sich recht schnell dran beim Fahren ("go with the flow..." war ja schon eine alte hippie-weisheit ["Drop City"-Referenz speziell für Isa!]), und zum Glück haben sie Gas und Bremse wenigsten nicht auch vertauscht. Aber ich darf gar nicht sagen, wie oft ich bei herrlichstem Sonnenschein die Scheiben wischte, wo ich doch eigentlich nur Blinken wollte... Quiiiittschhhh.
So sieht das also aus auf Neuseelands Strassen.

Dabei wäre es doch für die Regierung so einfach, die Sache zu richten:
CTRL + M, dann "save" - et voilà!

(oder einfach übers Menu "Image - Mirror", zumindest mit Paintshop Pro. Ich kann ja Photoshop nicht bedienen, aber vielleicht hätten die ja wen bei der Kiwi-Regierung...)
Posted by philipp.laemmlin at 08:00 | Comments (4)
17.11.04
Lord of the... Kebabs??
Auckland, das Tor zu „Mittelerde“ – oder zum schönsten Ende der Welt.
Endlich: Die „Restrooms“/“Washrooms“ sind wieder „Toilets“ (wer will da schon lange rasten oder sich mehr als die Hände waschen), Mehrwertssteuer ist wieder eingeschlossen (angeschriebene 19.95 bleiben 19.95, und werden nicht beim Zahlen plötzlich 21.24), es gelten wieder Meter und Liter (wie gross sind 10'000 acres...???) und man verlangt wieder „the bill“ und nicht „the check“ im Restaurant (klar, dass die Amis da bei allen Clintons und Gates was anderes brauchten…). Willkommen in Neuseeland.
Dafür hat man nun bei den Waschbecken wieder in englischer Weise zwei getrennten Hähnchen, die einem erstens nur die Option lassen, sich die Finger entweder abzufrieren oder zu verbrennen, und zweitens den Wasserstrahl praktisch entlang dem Beckenrand fliessen lassen, was flexibler Hände und meisterlicher Planung bedarf, um die Seife auch wirklich von den (bis dahin eben gekochten oder abgestorbenen…) Händen zu kriegen. Egal. Und an die Lebensgefahr, beim Nach-links-blickenden-Strassenüberqueren von rechts überfahren zu werden, gewöhnt man sich schnell wieder. In London schreiben sie’s für die konditionierten Touris ja sogar auf die Strasse: „Look right“. Ab morgen muss auch ich im verkehrten Verkehr fahren…
Auckland ist sehr entspannt, angenehm und offen. Architektonisch wirkt zwar vieles etwas hilflos (mit spannenden Ausnahmen wie dem Skytower), aber die wilde Mischung gibt Charakter und ist sympathisch. Trotz 1 Mio Einwohnern ist die überschaubare Herz der Stadt locker zu Fuss erkundbar, und die Dichte von einladenden Cafés erregt Lesefreude. Die Menschen sind aufgeschlossen und sehr an deiner Meinung über Neuseeland interessiert: „How do you like New Zealand?“ ist eine der ersten Fragen. Ob ich ein Bier bestelle, ein Hemd kaufe oder im Hotel einchecke: „What do you think about New Zealand?“. Öhmm, ich bin grad angekommen, aber die Taxifahrt vom Flughafen war nett…
Highlights: Daniel von Sturmers begeisternde Videoarbeiten in der Auckland Art Gallery (der Australier erzeugt mit einfachste Mittel visuell berauschende Effekte) – die kulinarische Meile entlang dem Hafenareal (wo keine Ansichtskarte des Siegerbootes vom Amerikas-Cup 2003 zu kaufen ist…) – „UrbanYOUTHMovment“ mit einer Tanzperformance zum aktuellen Lebensgefühl der Jungen und ihrem Verhältnis zu den Eltern (in Begleitung einer Mexikanerin, die grad in London English abgeschlossen hat und eigentlich nach Australien reisen wollte, aber kein Visum bekommen hat…) – die Lebensgeschichte einer jungen Maorifrau (setzte sich im Pub neben mich, und nachdem sie von ihrem bescheuerten Freund erneut eins gescheuert gekriegt hatte, wollte sie einfach mit jemandem quatschen. Echt spannend. Denn:
[EXKURS] ihr Freund ist einer der Maori-Aktivisten, die einen Anschlag auf den Baum auf dem „One Tree Hill“ verübten, um Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu kriegen. Aus versehen hat sie mal seinen Vornamen genannt – und ich hab dann im Internet kurz recherchiert. Denn auf dem „One Tree Hill“ – einem kulturell sehr bedeutenden Ort der Maori – steht auch ein Obelisk (!!), von den Engländern „zu Ehren der Maori“ aufgestellt. Wäre ich ein Maori, würde ich doch den ägyptischen Fremdkörper sabotieren. Warum also denn Baum? Früher stand an dieser Wehrstätte, deren Bauten heute noch gut erkennbar sind, ein Totara-Baum, den die Engländer 1853 als Bauholz fällten… Später wurde als Ersatz eine Fichte gepflanzt, die nun mal absolut kein einheimischer Baum ist. Die Ersten beiden Anschläge überlebte die Fichte (ihr Freund war der zweite Attentäter), erst der Dritte war erfolgreich. Seit dem Jahr 2000 ist die Fichte Geschichte… Da gibt’s viele noch offene Wunden in der Beziehung zwischen Maori und Regierung.
Posted by philipp.laemmlin at 22:46 | Comments (8)
12.11.04
HAPPY BIRTHDAY, YANN !
Mein Göttibueb hat heute seinen 5. Geburstag :-)
Lieber Yann
Du weißt ja, dass ich weit weg am Reisen bin – aber ich denke ganz fest an Dich. Und ich wünsche Dir zu Deinem 5.Geburtstag nur das Allerbeste (und einen grossen Geburtstagskuchen natürlich…)
Aloha aus Hawaii
Dein Götti
Posted by philipp.laemmlin at 19:14 | Comments (3)
11.11.04
Wie man einen Samstag verlieren kann...
Datums-Grenz-Erfahrungen eines Anfängers in Zietreisen
Ein wichtiges Ziel meiner Reise war ja, einfach alles mal etwas langsamer anzugehen, ab und zu einfach zu treiben, zu bummeln... Und es wurde wahr: In den letzten Monaten habe ich 11 Stunden langsamer gelebt als ihr. Während ihr schon am Donnerstag Morgen im Büro sitzt, trinke ich also noch am Mittwochabend ein Bierchen :-) ätsch...
Nun ja, so weit so gut. Aber am Freitag wird alles anders. Um 23:55 an jenem FREITAG hebt das Flugzeug in Honolulu ab - und nach ca. 9 Stunden Flug landet es am SONNTAG Morgen in Auckland. Irgendwo unterwegs verliert die Air New Zealand einfach mir nichts dir nichts einen Tag. Was soll das denn bitte. Nun hab ich mich so angestrengt, langsamer zu leben - und "peng": Ich kann den Rest meiner Reise kämpfen, dass ich wenigstens wieder auf eure Zeit runterkomme. Schöne Sch... :-(
Und ich dachte, Wurmlächer und so Zeug gäb's nur in Science Fiction.
Posted by philipp.laemmlin at 08:28 | Comments (2)
08.11.04
Sonnenaufgang in Kapaa
Eine Woche länger auf den Hawaiianischen Inseln kann kaum schaden, oder?
Nachdem ich über zwei Wochen auf Big Island verbracht hab, bin ich nun noch für 4 Tage auf dem ältesten Teil Hawaiis: Der Garteninsel Kauai.
Big Island (die Insel "Hawaii" - nicht der Bundesstaat) ist faszinierend durch ihre Vielfalt. Mit einer überraschend grossen Fläche von mehr als 10'000 km2 (ein Viertel der Schweiz) bietet das Eiland 13 der 15 Weltklimazonen (nur arktische Tundra und Sandwüste fehlen). An einem Tag war ich auf 4'205m mit Kälteschutzjacke und Handschuhen bei den modernsten Sternwarten und einem überwältigenden Sonnenuntergang - am nächsten Tag 30m unter Meer in einem U-Bötchen bei den Korallen und bunten Fischen. Dann wieder ist im Botanischen Garten das Paradies neu erstanden, und ein paar Kilometer weiter wächst rein gar nichts auf riesigen frischen (wenige Monate bis ca. 100 Jahre) Lavafeldern.
Doch der Hammer von allem ist eine Wanderung zum frischen Lavastrom und in 2 Meter Entfernung zuzuschauen, wie da und dort mal wieder Stellen aufbrechen, aus denen dann frische rotglühende Masse fliesst und Sekunden später schon anthrazitfarben abgekühlt ist an der Oberfläche. Das Ganze läuft viel friedlicher, langsamer und bedeutend "grauer" ab, als ich mir das vorgestellt habe - trotzdem ist es ein Gefühl wie in einem Backofen :-)
Hier mein Blick von heute früh aus dem Hotelzimmer in Kapaa:

Ach ja: Ups, they did it again... - doch keine weiteren Kommentare zur geistigen Tundra im Bush-Land.
Posted by philipp.laemmlin at 20:54 | Comments (4)
02.11.04
Hoffentlich machen die Amis morgen keinen Bushshit
Der Tag der Wahlen kommt. Und ja: Even as a stranger, I really do kerry about the result!
Herrlich ist ja, dass die Zeitungen voll von netten Comics zum Thema (oder auch daran vorbei...) sind.
Und der aktuelle aus dem Hawaii'schen Touri-Blättchen gefällt mir ganz besonders :-)

Nun, dann bin ich mal gespannt auf morgen...
Posted by philipp.laemmlin at 05:47 | Comments (1)
Hier mal noch die Auflösung zum WETTBEWERB
Wollte ja mal noch zeigen, wo das Bildchen eigentlich herkommt :-)
Also das war meine Aufnahme - und da fiel mir ein kleiner Strich in einer Welle auf.

Bei genauerem Betrachten sah das so aus... - woraus als Ausschnitt der Wettbewerb wurde.

Gewonnen mit der richtigen Antwort ("Bein eines gestürzten Surfers") hat Lazytom (alias ..., aber das habt ihr sicherlich selbst schon lang gemerkt). Gratulation.
Die zweite Postkarte geht an Mario für "ein seltener sprungfussfisch, wie er nur vor der westküste von kanada vorkommt."
Thanks again - oder wie man hier sagt: Mahalo!
Posted by philipp.laemmlin at 05:37 | Comments (4)
27.10.04
Die Vulkangöttin Pele sprühte nicht vor Freude
Aber wenigstens ergoss sie ein wenig frische Lava in den Hang, als wir sie u.a. mittels gleichgewichtsgefühlsverwirrendem Helikopterflug besuchten.
Nun ja, die arme Göttin war ja auch von ihrer Schwester Namakaokaha'i - der Göttin des Meeres - während Jahrhunderten immer wieder bekämpft und vertrieben worden. Von einer Insel zu nächsten musste sie flüchten - und heute wohnt sie eben auf "Big Island", wie man die Insel Hawai'i wegen Verwechslungen mit dem Bundesstaat auch nennt. Eine typische Soap-Opera der Mythologie von Eifersucht, Hass und Intrigen. Heute haben wir dafür "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"...
Da macht sie eben nicht wegen jedem Touristengrüppchen eine grosse Show, aber sie giesst seit mehreren Jahren recht zuverlässig und ziemlich friedlich Lavaströme den Hang hinunter zur verschütteten Strasse. "Drive-In Vulkan" nennt man den Kilauea hier auch. Irgendwie vermute ich da ja ein lukratives Abkommen zwischen dem Tourismusverband und der Göttin Pele. Man muss ja auch als Gottheit mit der Zeit gehen.
Unser Touristengrüppchen bestand übrigens aus Andreas und Karen Ravn, welche hier auf den Inseln ihre Flitterwochen verbrachten - und mich für ein paar Tage auf der Rückbank des Cabrios mitnahmen :-) Andreas ist einigen Lesern wohl als Ober-Techie aus Hamburg bekannt. Und wer ihn nicht kennt, der hat was verpasst. Selber schuld.
Helliflug zum Krater - und noch hocherfreut

Abends sah man deutlich mehr: frischer Lavastrom in 3 Meilen Entfernung

Kreativer Beitrag zur Landschaft am Strand: "Meerraunen"
Marcel Marchon hat übrigens auch ein paar Bilder von meinem Besuch in San Francisco online gestellt.
Posted by philipp.laemmlin at 02:41 | Comments (4)
18.10.04
Thomas leuchtet im Dunkeln
Das heisst, natürlich nur, wenn man das lumineszente Puzzle mit Alexandra ("The Marchon Family") auch richtig zusammengesetzt hat...
Kennt ihr "Thomas, the Tank Engine"? Nicht? Aber "Herold the Helicopter"? "Cranky the Crane"? Auch nicht? Habt ihr den keine Kinder oder was??? Ich bin nun absolut up-to-date ;-)
(Nachhilfe für das nächste Treffen mit den Neffen schafft http://www.thomasthetankengine.com/)
Besuche grad Marcel und Annemarie - und speziell natürlich Alexandra und Michelle - in San Francisco. Über diese alten gemeinsamen Pfade liesse sich hier ausgiebig plaudern ("damals bei delta..."), aber das machen wir hier im stillen und auch nicht-immer-so-stillen Kämmerlein schon mit Genuss...
Nachdem ich pflichtgemäss Regen mitgebracht habe, was wohl nur die Hobbygärtner freut, konnten wir nur kurz mit der Gartenbahn spielen.
Doch lange Worte brauch ich gar nicht zu machen, denn auch meine Gastfamilie hat eine reichhaltige Website unter http://www.marchon.org. Und Marcel - mir computertechnisch schon immer mit Warp 9 vorauseilend - hatte natürlich auch als erster ein Foto von meinem Besuch online.
Posted by philipp.laemmlin at 07:51 | Comments (6)
14.10.04
Tierischer Stau im Yellowstone Park
Oder: Auch für Büffelherden scheinen die Strassen angenehme Wanderwege zu sein
Nun ja, es gibt auch den „gemeinen Nationalparkstau“, wenn Dutzende Autos mitten auf der Strasse anhalten, weil im Wald ein friedliches Grüppchen Elks grast – aber gestern stand ich zweimal in einen "Buffalo-Jam". Ist ja bereits spannend, in Irland in einer Schafherde zu stecken… Aber mit Büffeln ist das doch noch mal was anderes. Und man denkt: Zum Glück ist das ein Mietwagen…
Posted by philipp.laemmlin at 18:50 | Comments (2)
12.10.04
"Brain overload"
Das visuelle Spektakel der Natur in den aufgereihten Nationalparks hier im Westen ist fast zuviel für meine Wahrnehmung.
In wenigen Tagen fuhr ich durch so viele aussergewöhnliche Landschaften, dass ich es teils kaum glauben konnte, dass nun noch was Neues, noch was Verrückteres aus dem anscheinend unerschöpflichen Kreativitätspotential der Natur folgen soll: Kings Canyon, Sequoia Nationalpark, Mono Lake, Yosemite, Death Valley, Valley of Fire, Zion, Grand Canyon, Red Canyon, Bryce Canyon, Kodachrome Basin ... Und damit wäre es ja noch lange nicht fertig. Damit war ich ja nicht mal im Arches Nationalpark, Monument Valley, Natural Bridges, Canyonlands, ...
Natürlich wäre "mehr" möglich. Mir nicht. Ich muss wohl wiederkehren. Nun hab ich mich nach Norden gewandt und will noch den Yellowstone-Park geniessen. Brain Overload continues...
Posted by philipp.laemmlin at 16:39 | Comments (1)
09.10.04
Las Vegas – ein ernst gemeintes Disneyland für Erwachsene
Ich glaubte, der Stadt mehr mit spock-scher Distanz und einem „Faszinierend!“ begegnen zu können. Doch Vegas zog mich rein - und liess mich ein paar Tage nicht mehr los...
Diese verrückte Stadt zu beschreiben ist schwierig. Alles ist unsinnig gross, bunt und verlockend. Ein Wettkampf um Aufmerksamkeit, Geld spielt dabei keine Rolle – und ist doch der einzige Kern. Allein mein Hotel ein Irrsinn: Luxor, eine gigantische schwarze Glas-Pyramide mit Sphinx und Obelisk (beide grösser als die „Originale“) davor. Ein paar Eindrücke werde ich in den nächsten Tagen als Fotos raufstellen.
Was mich besonders begeisterte, das waren die Shows: „Blue Man Group“ (ein Konzert fürs Auge, Rhythmus pur, 1A-Pantomime, Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung), „Mystère“ (mein neuer Referenzpunkt für den „Cirque du Soleil“, spektakulär, poetisch, sinnlich), „O“ (Cirque du Soleil im gigantischen Pool, technisch überragend, inhaltlich 80% “Mystère“ + Wasser), „Zumanity“ (Cirque du Soleil für Volljährige, 60% “Mystère“ – Kleider). Gespielt hab ich natürlich auch ein wenig, kleines Budget gesetzt, nicht ausgenutzt und mit 150$ plus wieder abgefahren.
Wirklich spannend waren die Taxifahrten. Man braucht oft ein Taxi in dieser Stadt des Gigantismus – falls man den bewusst verschlungenen und immer nach innen gerichteten Pfaden der miteinander verbundenen Casinos entkommen will. Ja, und da erfährt man einige spannende Geschichten: Vom Iraker zum Beispiel, der im zweiten Golfkrieg (die Amis sprechen oft vom 1.Golfkrieg, doch der erste war nicht der durch den Einmarsch in Kuwait ausgelöste, sondern der Grenzkrieg zwischen Iran und Irak 1980-88) in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet und nachher nicht mehr heim konnte, weil er sonst von Saddam Husseins Regime umgebracht worden wäre. Hier wie dort verhasst fährt er seit 9 Jahren Taxi, publiziert seine Ansichten zur Stabilisierung des Landes im Internet oder diskutiert sie mit Fahrgästen, die nachfragen. Seine beiden damals mitgefangenen Brüder leben in Schweden, was sie als „Kühlschrank“ bezeichnen (sorry, Lisa…). In 6 Monaten kehrt er zurück in sein Land, auf das er mächtig stolz ist (Wiege der Kultur), aber für deren Politik und religiösen Fanatismus er sich schämt. Der Grossteil der Bevölkerung sei nicht so, wolle einfach nur gut leben und geniessen. Irak sei ein fantastisches Land – und in ein paar Jahren soll ich mal auf Besuch kommen. Ich drücke ihm die Daumen.
Oder der Chinese, mit dem ich über die Sinnsuche in „Sin City“ und der offenkundigen Substitution des Glücks durch Glücksspiel philosophierte - und der mir dann seine eigene antwortsuchende Reise durch alle Weltreligionen skizzierte und mit mehreren Dutzend auswendig rezitierter Bibelstellen aufzeigen wollte, dass die einzige Antwort im Christentum liege. Oder der ehemalige Heizungsinstallateur aus San Diego, der seinen Sohn auf die Uni in Vegas brachte, und dort seit 8 Jahren hängen blieb. Für ihn sei alle paar Jahre Zeit für einen radikalen Wechsel, und der nächste kündige sich durch steigender innere Unruhe an. Das Leben dränge danach, die eingefahrenen Bahnen zu verlassen, man müsse nur lernen, auf sich zu hören. Und dann ein kleiner Gedankengang über den äusseren „Lärm“, der die inneren Stimmen so leicht übertönt… :-) Witzig. Ich geniesse das, diese kurzen flüchtigen Berührungen zweier absolut fremder Lebenswege, kurzer Austausch und zurück bleiben im Idealfall ein Gedankenanstoss und eine Erinnerung.
Posted by philipp.laemmlin at 18:39 | Comments (3)
02.10.04
WETTBEWERB - Was ist das?
Bilderrätsel um ein zufälliges Fundstücks auf einem geknipsten Foto
Zu gewinnen gibt es - für die richtige und auch für die originellste Antwort - eine der immer seltener werdenden r-Cards (Real-Card, also echte und haptisch erlebbare Postkarte) von wo ich grad bin. Toll, nicht :-)
(Isa - du bist wegen Mitwisserschaft leider ausgeschlossen...)
Posted by philipp.laemmlin at 03:54 | Comments (17)
01.10.04
Überschwemmung in der Wüste
Nach katastrophalen Überflutungen und Schlammlawinen im Death Valley Mitte August sind noch nicht wieder alle Strassen offen.
Vielleicht hat der eine oder andere das ja gelesen: Am 15. August führten ungewöhnlich heftige Regenfälle im Death Valley - einem der heissesten und trockensten Orte - zu Schlammlawinen und Überschwemmungen. Das klingt zwar lustig, war es aber ganz und gar nicht, denn zwei Menschen kamen dabei sogar ums Leben.
http://www.nps.gov/deva/Photos.htm
(Einen kurzen Überblick zum Thema "Death Valley" gibt wie so oft Wikipedia.)
Noch heute sind nicht alle Strassen wieder offen. So unter anderem der anscheinend wunderschöne "Artist Drive" und auch die direkte Verbindungsstrasse über "Badwater" nach Las Vegas. Vom Wasser selbst ist nicht mehr viel übrig - nur teilweise unter einer schützenden Salzkruste ist noch feuchter Schlamm.
Doch das Tal selbst ist ein spektakuläres physisches und visuelles Erlebnis. Ich wanderte im "Golden Canyon" zu der sogenannten "Red Cathedral", was 2 Meilen hin sind. Beim Anfang des Pfades steht: "Achtung, Wüstenwandern ist heikel, viel Wasser mitnehmen, mind. 2 Liter." Doch der Philipp denkt natürlich "Phaaa! Ich bin wandergewohnter Schweizer. 4 Meilen sind ja nur ein knappes Stündchen. Ein kleines Fläschchen in der Hosentasche wird schon reichen... (Vor allem, weil da auch noch so witzige Hinweise stehen, wie "Das beste Mittel gegen Schlangengift ist, nicht gebissen zu werden"...)
Und dann läuft man los. Dummerweise auch noch mittags. Kein Schatten. Der Schweiss läuft auch. Und trifft man anfangs noch ein paar andere Touris, so wird es gegen hinten sehr sehr einsam... Da gehen einem plötzlich seltsame Dinge durch den Kopf - und man ist vorsichtig, sich ja nicht den Fuss zu übertreten oder Schlangen zu treffen oder so... Selbst für Fotos nimmt man sich hinten nicht mehr viel Zeit. Rasch den letzen Schluck des inzwischen heissen Wassers und wieder raus hier.
Plötzlich summselt eine Fliege um den Kopf. Was macht die denn hier fernab von allen Marmeladenbroten und Kuhfladen? Wahrscheinlich - so denkt es im etwas überhitzten Kopf weiter - sind hier nur genetisch dumme und entscheidungsschwache Fliegen. Die jungen Fliegen werden geboren, denken "Was soll das denn? Wüste? Das ist aber gar nicht lustig, so fernab von allen Marmeladebroten und Kuhfladen...". Einige genetisch weiterentwickelte denken: "Nur weg hier!", fliegen los und verenden irgendwo unterwegs (na ja, so ohne Kompass und alles bei über 40 Grad...) Die zurückbleibenden sitzen also rum, überlegen hin und her, können sich nicht entscheiden, und weil sie nichts anderes zu tun haben, bevor auch sie eingehen, vermehren sie sich halt. Et voilà.
Ja, genau - es war deutlich, deutlich zu heiss dort...
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Posted by philipp.laemmlin at 22:27 | Comments (0)
27.09.04
Meine Möbel sind verladen - und ich geh schlafen :-)
Ein Hoch auf meine Eltern und meinen alten Bruder, die dafür Sorge tragen, dass mein Umzug in St.Gallen klappt - während ich in Las Vegas rumhänge...
Hab soeben mit daheim telefoniert: Dort ist es 10:00 morgens, und das Umzugs-Team (früher "Zügälmannä") hat grad mein Inventar verfrachtet. Die Umzugs-Koordinatorin (=Mutter) ist zufrieden. Alles auf Kurs.
Ich selber komme soeben aus einer Cirque du Soleil Nachtvorstellung und sitze in meinem Pyramidenzimmer im Luxor in Las Vegas am Compi, Bettdecke zurückgeschlagen, ... Schon eine sehr angenehme Art von Umzugsstress... ;-)
Zu meiner Verteidigung muss ich anbringen, dass meine neue Wohnung vom Vormieter blockiert wurde (Schlichtungsstelle bla bla...), sonst wäre das alles vorher über die Hebebühne gegangen. Bin meiner Family sehr dankbar - MERCI! - dass ich die Reise nicht verschieben musste.
Für alle, die ausgezeichnet organisiert sind, und sich meine neue Adresse für Mai 2005 schon mal merken wollen:
>> Teufenerstrasse 124, 9000 St.Gallen
(Da hab ich keinen Neubau mehr vor der Aussicht und keine Teilhabenden an meinem Leben in den angrenzenden Büros...)
"Guten Umzug!" nach St.Gallen - und "Gute Nacht" für mich.
Posted by philipp.laemmlin at 10:10 | Comments (4)
25.09.04
Kalifornien ist ausgebucht... NO Vacancy!
Ich befürchtete ja schon, dass es meine zweite Nacht dieser Reise im Auto werden würde. Nach ca. 100 Meilen (x1.61=km) Zimmer-Suche dann doch noch ein wenig Glück :-)
Nach Kings Canyon und Sequoia Nationalpark wollte ich mich für das Death Valley in gute Position bringen. Dachte, dass ich an der 395 in Lone Pine ein Zimmer nehmen würde... Ups. Weit gefehlt. NO Vacancy! Im ganzen Kaff...
Also weiter. Doch bis und auch in Bishop: NO Vacancy! Alles voll! Unglaublich! Ganze Wagenkolonnen pilgerten von einem Hotel zum anderen. Hoffnungslose Herbergsuche. Wo wir auch anklopften, die Türen blieben uns verschlossen...
Nun gut... Mein "Isuzu Rodeo" (war das Budget-Online Sonderangebot...) bietet wenigstens genug Platz zum pennen. Doch vorher: Have a Break - have a "Jack in the Box" (The Ultimate Cheeseburger mit Curly Fries! Schlabber...).
Beim Tresen lagen Karten von einer Lodge kurz vor Mammoth Lakes: Mit dem letzten Strich Strom im Handy noch angerufen: NO Vacancy! - Ob er was anderes wisse? - In Mammoth selbst habe es tausende Zimmer. Kein Problem. Er könne mir eins reservieren. Ich soll in 2 Minuten nochmals anrufen. - Eigentlich schon ohne Strom dann die Nachfrage: Alle angerufenen Hotels "NO Vacancy". Aber das sei gar nicht möglich... (Dann folgte etwas Small Talk, was mir das Angebot einbrachte, dass ich, falls erfolglos in Mammoth, bei ihm auf der Couch pennen könne. Immerhin.)
30 Meilen später also Mammoth. Ein grosser Teil der Pilgerfahrer hatten es auch bis hierher geschafft. Kopfschüttelnde Menschen kommen aus den Lobbies der Hotels. NO Vacancy... In eins geh ich dann doch selber rein. Da sitzt ein junger Typ: NO Vacancy! Wir quatschen über Skifahren in der Schweiz, über Davos etc etc. Plötzlich: Ein Zimmer wisse er noch, sei aber ausserhalb und etwas gehobener. Ein Anruf, und ich hab's. Das Letzte. In einem Ressort weit ausserhalb des Dörfchens...
Das "Zimmer" entpuppte sich als Wohnung mit Stube, Küche, Terrasse, zwei Schlafzimmern, zwei Badezimmern, drei Fernsehern - und High Speed Internet in jedem Raum :-))
Darum dies! Und jetzt geh ich schlafen... Gute Nacht!
(Des Rätsels Teillösung: Hier ist am Wochendende ein nationales Bikerennen. Scheint auf Interesse zu stossen...)
Posted by philipp.laemmlin at 08:17 | Comments (1)
22.09.04
Macy's in New York schon mit erster Weihnachtsbeleuchtung...
Und mit Rückenwind in nur 5h 20’ von New York zurück nach San Francisco.
Normalerweise ist nur der Hinflug so „kurz“, der Rückflug hätte eine Stunde länger dauern sollen. Aber die Winde waren uns günstig gesinnt. Als Ausgleich machten wir einfach zum Spass 45 Minuten Warteschlangenfahren auf dem JFK. Wie gewonnen, so zerronnen. Hat doch nicht für zwei Kinofilme nach dem Abendessen gereicht.
Ich war vorher noch nicht in New York. Hat sich einfach nie ergeben. Schade eigentlich, muss ich jetzt nach 72 viel zu kurzen Stunden sagen. Nicht nur wegen der Stadt – aber die hat schon was ganz Besonderes.
Natürlich: NY ist unüberschaubar, verkehrslärmig, mit Perma-Sirenen-Klangteppich, ohne Gruss im Wohnhochhauslift, mit sichtbarem Elend, ohne Metro bei starkem Regen, … aber das sind Kleinigkeiten.
New York ist vor allem begeisternd, ist bunt und lebendig und verlockend. Da sind die unzähligen Kneipen und Restaurants ganz weit ausserhalb des Fast Food; die hippen Bars als Wegweiser für zeitgenössischen Stil; der einzigartige Mix von alt-ehrwürdigen und top-modernen Wolkenkratzern wie wohl kaum sonst wo auf der Welt; die 24h Service-Mentalität, bei der es kein „zu spät für den Einkauf“ gibt und Sonntagsverkauf nicht geregelt, sondern die Regel ist; das meist friedliche Nebeneinander zig-dutzend ethnischer Gruppen… Und vieles hab ich gar nicht erlebt: den starken Pulsschlag der Mainstream- und Underground-Kultur zum Beispiel…
Auf jeden Fall: Herzlichen Dank an Isa und Alex für die Gastfreundschaft und die Cityguidance. Ich hab es sehr genossen – der kurze Flug ist ein Klacks… :-)

Und auch einen lieben Gruss an Alexander Hahn (das war der 1.namics.kunst.preis.träger) – ich habe mich gefreut, dich beim alljährlichen Filet Mignon zu begleiten ;-) Und natürlich auch, deine virtuell bereits bekannte Wohnung auch noch real zu erleben – auch wenn ein Corona natürlich noch lange kein Cresta ist…
(Alexander Hahn - N 40º 43' 16" W 74º 59' 11")
Posted by philipp.laemmlin at 04:40 | Comments (5)
Exklusiveintrag für die ACC-Jungs
Für die anderen ist das nix. (Die ACC-Jungs, das sind meine Pubertäts-Freunde aus der ach-so-schönen Zeit der nahenden Adoleszenz damals in Engelburg…)
Hallo Jungs
Mein Auto im Westen Kanadas hatte: … eine ACC Stellung beim Zündschloss!

Da musste ich natürlich täglich an Euch denken. Auf der Position lief dar Wagen zwar noch nicht, aber Musik konnte man hören. Passt doch ganz gut… ;-)
Sie hatten mich upgegraded auf einen Pontiac Grand Prix GT :-) Nettes Gefährt. Aber mit etwas seltsamen Features ausgestattet. So wurde das Radio lauter, wenn man schneller fuhr. An sich eine gute Idee – nur bei dem Auto und den Kanadischen Geschwindigkeitsbeschränkungen war das einzige, das laut wurde, das Radio. Musste ich zurückdrehen, weil ich es nicht mehr aushielt, so war ich vermutlich zu schnell. Auch eine Form der Prävention…
Ausserdem schloss sich der Wagen selbst ab beim Schalten ins D. Und wenn es dunkel wurde, erschient auf der LCD Anzeige „Headlights suggested“- falls man grad stand und nicht auf ihn hörte, dann machte er eben selbst Licht an. Auch wenn man ihn abstellte. Egal, jetzt ist Licht. Genauso wie die „Low Fuel“ Warnung die Kilometeranzeige übersteuerte – was Blindflug zur nächsten Tankstelle bedeutete.
Ihr seht – einmal ACC, immer däbii.
Also, ihr Leidensgenossen des Älterwerdens: Auf spätestens das Olma-Fondue, wenn ich zurück bin!
Fips
Posted by philipp.laemmlin at 04:38 | Comments (2)
15.09.04
Fotos vom Osten Kanadas auch live
Einige haben das ja schon gemerkt, aber ich sitze grad so rum und warte auf meine Wäsche...
Bin in Victoria angekommen. Leider nur ein Tag übrig - morgen früh um 7:00 muss ich auf der Fähre hinüber nach Vancouver sein, mittags geht dann mein Flug nach San Francisco. Aber da schlaf ich nur kurz und mach am Tag darauf einen "kleinen" Abstecher nach New York (liebe Grüsse an dieser Stelle an Isa(!) und Alex, meine Gastwirte und Fluggründe, sowie an Alexander: Beta-Tester freut sich auf Samstagabend-Bierchen...)
Ja, und hier im "Ocean Island Backpackers Inn" sind die 4 Waschmaschinen dauerbelegt. Doch mein Kleidervorrat geht genauso wie die Tage hier zur Neige. Und weil ich lieber früh aufstehe als mich anstelle, sitz ich eben jetzt im Morgengrauen mit Pappkaffeebecher rum und warte bzw. tippe.
Kanada - Ontario
Kanada - Québec
Kanada - Nova Scotia
So, nun in den Trockner damit...
Posted by philipp.laemmlin at 15:30 | Comments (2)
11.09.04
Ein Bär !! - Judihui :-)
Bear-County verdient den Namen also doch zu Recht.
Ein paar Stunden nach meinem letzten Homepage-Eintrag traf ich dann doch auf einen Schwarzbären, der Beeren von den Sträuchern frass. Schon cool, so ohne Gitterstäbe oder "Bärengräben" dazwischen...
Posted by philipp.laemmlin at 02:43 | Comments (4)
09.09.04
Ohne Kolumbus ginge Winnetou zu Fuss durch die Prärie.
Oder: Wenn's regnet im Paradies, wandern eben die Gedanken.
"Indianer und Pferd", das war für mich immer so wie "Winter und Schnee", "Dick und Doof", "Pommes Frites und Ketchup"... Zwingende Paare eben. Doch früher hatten die amerikanischen "First Nations"* keine Pferde - weil es diese Tiere auf dem Kontinent einfach nicht gab. Was für ein Schock für meine Kindheitsvorstellungen.
Erst 1493, auf seiner 2 Fahrt auf die Karibischen Inseln, brachte Kolumbus die ersten Pferde mit. Durchgesetzt haben sich die Tiere aber erst nach 1519, als Cortez in Mexiko seine unrühmliche Eroberung der Azteken begann. Nachfahren der teils abgehauenen, teils zurückgelassenen spanischen Reittiere wurden die wilden Mustangs, welche sich rasch anpassten und ausbreiteten. Die indianer integrierten diese Tiere sehr schnell in ihre Kultur. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde diese - ausnahmsweise positive - Gabe der Weissen in fast allen Stämmen als Nutztiere gehalten und erfolgreich weiter gezüchtet. Das änderte ihre Art zu jagen, zu kämpfen, zu reisen, zu handeln, ja zu leben ganz dramatisch.
Dies war für mich absolut neu und überraschend. Stand in einem Buch hier aus der Hotel-Bibliothek. Eben ja, mein Paradies: Die Emerald Lake Lodge im Yoho Nationalpark! Kleine Hütten mit je 4 Zimmern auf einer Halbinsel inmitten eines türkisfarbenen Bergsees, gespeist von einem Gletscher oben im Gebirgskamm, der das Tal umschliesst. Rundherum Wald und Stille, kein TV, kein Handyempfang. Das Zimmer hat einen überdeckten Balkon zum See, ein Kaminfeuer, knarrenden Schreibtisch, bequeme Lesesessel... :-)) Im Hauptgebäude ist ein ausgezeichnetes Restaurant (was gar nicht so einfach zu finden ist hier), einen Snookertisch und eine angenehme Auswahl an Single Malt Whiskys in der Bar. Jetzt noch eine Zigarre zum Buch - und was kümmert mich der Regen draussen...
*politisch korrekt sind das ja "First Nations". Aber "chumm, mir spiläd koboi und först näischn" klingt auf dem Spielplatz auch seltsam...
[KANADA/west/alberta/yoho/emerald lake lodge]
Emerald Lake Lodge
Posted by philipp.laemmlin at 08:53 | Comments (2)
Der "Elk" ist kein Elch - schmeckt jedoch hervorragend
Streifzug durch die Fauna des Bear-County (Jasper, Banff, Yoho Nationalparks), doch - bis jetzt - noch keinen solchen gesehen.
Dafür viele andere Tiere. Aufregend, sie auf freier Wildbahn und nicht im Zoo oder auf ORF2 zu sehen. Bei geführten und eigenständigen Hikes frühmorgens oder in der Abenddämmerung sah ich: Eben viele "Elks" (=Wapitihirsche, mal friedlich grasend, mal zu nahe kommende Fotografen attakierend, mal gebraten mit Spätzle), ein "Moose" mit ihrem Kalb (DAS sind nun Elche, äusserst scheu, 3 Jahre begleitet das Junge die Mutter und lernt, Lektion heute: "Das da drüben sind Menschen..."), Biber (abends, gemächlich und noch etwas verschlafen durch das Habitat paddelnd und frühstückend, kein anderes Tier ist so umfassend gestaltend tätig, ein Bächlein wird zum See und Sumpfgebiet, ein 20cm Baum fällt in 15min), einen Koyoten (verspeiste grad einen erlegten Raben, seltsamerweise ohne Rudel, wollte wohl nicht teilen), "white-tailed mule deer" mit zwei Kitz, Eich-, Erd- und Streifenhörnchen, Murmeltiere, Weisskopfseeadler, Loons, etc etc...
Einmal dachte ich: Jetzt aber. Ein Bär am anderen Seeufer. Doch der Feldstecher machte aus dem Bären einen Wolf... Schade, schade, aber immerhin. Aus sicherer Distanz wär das schon toll. Nur nicht beim Wandern so um die Ecke biegend... Ich hab zwar die Regeln zum "richtigen Verhalten" studiert - doch ob der Bär die Broschüre auch kennt...?
Noch was zum Adler: Ist gar nicht so ein edles, stolzes Tier. Lässt lieber andere jagen und klaut dann als Stärkerer dem Jäger die Beute. (Welches Land hat jetzt auch wieder den Adler als Wappentier...?) Für die Indianer war der Rabe der edelste Vogel.
Was mir sonst noch so durch den Kopf ging:
Feuer: "Halt still. Es tut auch gar nicht weh."
Zitterpappel: "Du willst mich wohl verkohlen...?"
Ja, das war's dann eigentlich auch schon wieder...
[KANADA/west/alberta/rocky mountain national parks]
Posted by philipp.laemmlin at 08:18 | Comments (5)
04.09.04
FOTOS - die ersten 3 Galerien endlich live
Ein kleiner Eindruck von Island, einer traumhaft schönen Insel mit überraschend kreativer Natur.
Vom weiteren Verlauf der Reise werden die Bilder nach und nach folgen. Ist doch noch etwas Arbeit...
Sorry, dass die Thumbnail-Übersichten bei Hochformat-Bildern ein wenig "auseinanderfallen"... Vielleicht lässt sich das ja noch korrigieren.
Zu finden rechts unter "Pictures", oder einfach hier:
(PS: Ich habe nachträglich die Gallerien Island II und III auf Bildgrösse 600x450 reduziert. Ist bei einer Auflösung von 1024x768 deutlich besser zu betrachten.)
Posted by philipp.laemmlin at 08:27 | Comments (15)
02.09.04
Beat aus Schaffhausen zeigt mir das 108 Mile House
… das eigentlich das 105 Mile House war auf dem Cariboo Trail der Goldsucher.
Als Mitte des 19. Jahrhunderts Gold im Fraser River gefunden wurde, lockte das Tausende von Abenteurern auf ihrer Suche nach dem grossen Glück (…aha, darin dort liegt das also) flussaufwärts in die Region des Cariboo. 1858 begann man mit dem Bau eines Karrenwegs von Lillooet aus (von dort hab ich einigen von euch ein Mail aus einer mit drei Computern bestückten Baracke neben der Bäckerei geschrieben). Da das Reisen damals sehr gefährlich und beschwerlich war, wurden entlang dieses Cariboo-Trails alle paar Meilen Rasthäuser errichtet, wo auch die Postkutschen ihre Pferde wechseln konnten. Und diese benannte man einfach entsprechend ihrer Distanz zu Lillooet mit der Meilenzahl. Irgendwie clever.
Was die Reisenden nicht wussten: Am gefährlichsten war die Reise für sie beim Übernachten im 108 Mile House. Dieses wurde 1875 bis 1885 von der wegen mehrfachen Mordes aus Schottland geflohenen Agnus MacVee betrieben. Nordwärts ziehende Junge Mädchen – die ihrerseits das Glück im Finden eines fündig gewordenen Goldsuchers suchten – wurden von ihr niedergeschlagen, gefangen gehalten und an „bedürftige“ reiche Männer „vermietet“ oder gleich ganz verkauft. Heimreisende mit einem lohnenden Sümmchen – was meist am Verhalten in der hauseigenen Bar zu erkennen war – wurden im Schlaf umgebracht, beraubt und verbrannt oder verscharrt. 1885 machte ihr am „Geschäft“ beteiligter Mann einen dummen Fehler, was er am nächsten Morgen beim Frühstück – von seiner Frau mit Gift angereichert – mit dem Leben bezahlte. Sein Fehler führte zur Festnahme von Angus MacVee und ihrem ebenfalls involvierten Schwiegersohn, und beide wurden zum Tode durch Erhängen verurteilt. Angus entzog sich dem Urteil, indem sie sich in der Zelle selbst vergiftete. Der Schwiegersohn packte aus, um im wahrsten Sinne seinen Hals zu retten. Er starb trotzdem am Galgen… Nur: Das über die Jahre geraubte Gold wurde nur zu einem Bruchteil wieder gefunden, zum Teil beim Abriss des Hotels 1892 und viele Jahre später beim Bau des Flugplatzes in der Nähe. Wo ist wohl der Rest vergraben…?
Ach ja, Beat: Er sass auf der Veranda und rauchte, als ich ankam. Da man hier „aus statistischen Gründen“ immer gefragt wird, woher man kommt, war schnell klar, dass wir Schwiizertütsch plaudern konnten. Er ist ein am Friedenstags des WWII in Frankreich geborener Schaffhauser mit einem Haus im Kanton Bern (das er aber gerne verkaufen würde), der hier von der Historischen Gesellschaft für Übersetzungen und Führungen angestellt ist. Mit seiner vierten Frau – einer Norwegerin, die auf Weltreise war und beim Autostoppen bei ihm einstieg, woraus 21 gemeinsame Jahre wurden… – hat er hier in der Pampa vor drei Jahren eine 160 Hektar Ranch gekauft, mit riesigem Haus und eigenem See. [Für die Landwirte unter euch: So eine Ranch will hier niemand, weil zu klein ;-) Der schweizerische Durchschnittsbauernhof umfasst gerade mal 15 Hektar, nicht mal 10% sind grösser als 30. Hier rechnet man ca. einen Hektar pro Kuh, und 160 Hektar taugen nix. Der grösste „Bauer“ Kanadas hat eine Ranch von 20'000 km2… Genau: das ist die halbe Schweiz!! Umrechnen in Hektare könnt ihr das selber…] So wurde aus Beat, der die meiste Zeit seines Lebens im mittleren Osten und Afrika lebte, ein Hobby-Farmer und Touristenführer. Doch seine Leidenschaft gilt dem Schreiben, nur will die Bücher niemand kaufen…
Und dieser Beat führte mich also durch das 105 Mile Hotel, welches vor ein paar Jahren bei der Verbreiterung der Strasse weichen musste und um drei Meilen nordwärts an den Platz des ehemaligen Mörderhotels verschoben wurde. Es ist nun Teil der „108 Mile Heritage Site“, einem Museumsdorf mit verschiedensten erhaltenen Gebäude aus der Zeit des Goldrausches.
[KANADA/west/british columbia/cariboo road]
Posted by philipp.laemmlin at 08:51 | Comments (1)
“Jaws of Death”, “Devil’s Kitchen”, “Witch’s Cauldron”, ...
Nein, das ist nicht meine Ausleihliste aus der Videothek.
Nun ja, ich muss gestehen, ich hab das halt einfach noch nie gemacht... Ehrlich. Und dabei fehlt es nicht an Gelegenheiten. Schade irgendwie. Bei uns daheim ist es auf dem Inn in, und sie gehen auch in den Rhein rein. Auf den Bildern sieht das immer so super-super-spassig aus.
Und soll ich euch was sagen: Es ist auch spassig! :-) Rafting durch „Devil’s Gorge“ auf dem Thompson River. Und die Namen im Titel sind ein Auszug aus den 20 überwundenen Stromschnellen. Leider sind die hippen Jungs und Mädels von Kumsheen, dem Veranstalter, trotz vollständiger Umstellung auf digitale Fotografie nicht fähig, einem die Bilder auch digital zu verkaufen. Nein: Bestellschein ausfüllen und Wochen später treffen reale Abzüge per Post daheim ein. Daheim? Dann seh ich sie in 7 Monaten… Was soll das denn bitte? Einen kleinen Eindruck gibt zumindest ihre Website unter: http://www.kumsheen.com.
Dabei hatte ich erst gar kein Glück, denn als ich in Lytton übernachtete, dem Ort des Zuflusses vom Thomson in den Fraser und Ausgangspunkt für gutes Rafting, da regnete es und wurde schweinekalt. Also weiter bis Kamloops, das zwar klingt wie eine neue Sorte von Frühstücksflocken von Kellogs, aber schon 1812 als Fort an strategischer Lage gegründet wurde und durch Pelzhändler, Goldgräber und später Rancher zum wohlhabenden Ort heranwuchs. Mit heute 80'000 Einwohner ist es die grösste Stadt der Gegend und „Big City“ für die Cowboys der umliegenden Ranches. Und da ich ein wenig in der Stadt aufgehalten wurde, nachdem ich mit Winston, einem fast zwei Meter grossen Schwarzen aus Detroit, der Salesman bei einer Streaming Media Company ist und eigentlich in Vancouver und Victoria arbeitet, aber fürs Wochenende „aufs Land“ fuhr, ins Nachtleben, welches die Stadt tatsächlich hat, ein- und erst nach Morgengrauen, von einer Privatparty kommend, wieder auftauchte, wurde das Wetter wieder schön – und ich kehrte um und raftetetete.
Doch vorher muss man ein langes, langes Dokument unterschreiben, dass man sich bewusst sei, dass Rafting eine mit Gefahren verbundene Aktivität wäre, welche man ganz und gar freiwillig gewählt habe, und bei der man sich leichte, mittlere oder gar schwere Verletzungen zuziehen oder auch sterben könne – dass man aber auf keinen Fall selbst oder durch Verwandte oder Bekannte oder Freunden von Bekannten oder Firmen oder Angestellte von Firmen oder wen auch immer eine Klage gegen den Veranstalter führen würde. Dieser Sachverhalt ist ca. 5 Mal unterschiedlich formuliert. Ich habe begriffen und unterschrieben. (Anyway – das bereits von der Kreditkarte abgebuchte Geld wäre sowieso auf ebenfalls gar keinen Fall, also auch nicht bei Nichtunterschreiben des Dokuments und Rückzug vom Ausflug, rückzahlbar…). Dann kriegt man Regenkleider und eine Schwimmweste und eine 15-minütige Einführung in das Verhalten bei einem Unfall. Danach geht’s los – und Regenkleider oder nicht, nach den ersten Stromschnellen ist man bis auf die Unterhose nass. Aber es macht Spass, besonders, weil die junge Balinesin in unserem Boot zuerst noch freudig, dann nur noch panisch schreit bei jeder grösseren Welle ;-)
[KANADA/west/british columbia/lytton]
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Posted by philipp.laemmlin at 08:34 | Comments (0)
26.08.04
Vancouver - ein Fall für den Schirm
Was macht man in einer Stadt, die von den Parks, den Buchten, den umliegenden Bergen, sommerlichen Freiluftaufführungen und dem Sitzen in Gartencafés lebt, wenn es dauerregnet?
Nun ja, ein bisschen was kann man ja schon ansehen, aber wenn die Schuhe wieder glucksen vor Nässe, dann macht des Müllers Lust in den Strassen von Vancouver wenig Freude. Als Alternativen standen zur Verfügung: Olympiade schauen (läuft in jedem Pub und natürlich auch im Hotel…), Kino Manko aufholen (von Spiderman 2 über Fahrenheit 9/11 bis zum 3D Oceanworld IMAX Film), Theater (Suds, ein Musical aus aneinander gereihten Hits der 60er-Jahre, eine „Soap-Opera“ im Waschsalon – ziemlich „silly“, aber charmant) – Museen (das Kunstmuseum ist extrem spannend) – Gym (warum auch nicht…) – Essen (na ja, man war ja im Gym…) –Shopping (neues WYSIWYG - What you SEARS is what you get).
HIGHLIGHTS: Take 5, ein Café, wo alles stimmt (inkl. dem gratis WLAN Zugang) – „Fahrenheit 9/11“, der Film von Michael Moore ist unverzichtbar und hoffentlich wirkungsvoll (zum Glück hat man keine Fernbedienung im Kino, sonst wären viele bei den teils langen Passagen zu Seinfeld oder Friends weggezappt…) – Granville Island, eine echte Insel mit nur Restaurants, Bars, Theatern, etc. mitten in der Stadt.
[KANADA/west/british columbia/vancouver]
Posted by philipp.laemmlin at 21:22 | Comments (13)
17.08.04
Die Traumstrassen von Nova Scotia
Die zweite Botschaft bei der Einfahrt in Nova Scotia nach dem „Welcome“ ist auf einem riesigen Schild der Hinweis, dass die Einführung von Honigbienen verboten ist…
Doch das Tourismusbüro der Provinz macht einen hervorragenden Job. Im Welcome Park, der 24h geöffnet ist (wenn auch nicht immer besetzt), gibt’s detailliertes Kartenmaterial und ein richtiges Buch zur Region. Sieben Trails (fürs Auto…) führen durch die ungeheuer abwechslungsreichen Landschaften. Da diese „Halbinsel“ (der Hauptteil ist noch hauchdünn mit dem Festland verbunden) jedoch fast 1.5 mal so gross ist wie die Schweiz, und die Küstenlinie durch die vielen Buchten über 10'000 km ausmacht, muss man sich auch in der Beschränkung noch beschränken.
Ich bin zuerst nach Halifax gesteuert und hab von dort, der Südküste folgend, den „Lighthouse Trail“ und den „Evangeline Trail“ befahren (das ist insgesamt der untere Zipfel). Danach fuhr ich nach Norden auf „Cape Breton Island“ und hab das touristische Juwel unter die Räder genommen: Den Cabot Trail – ein ziemlich „ausgetrampelter Pfad“, wenn man das bei einer Autostrasse so sagen darf… Aber schön, ja, wirklich schön.
Auf der ziemlich direkten Rückfahrt übernachtete ich in Moncton. Die Bay of Fundy, und speziell die Chignecto Bay, an der Moncton liegt, halten den Weltrekord im Gezeitenunterschied. 15 Meter kann das – je nach Mondphase – ausmachen. [Exkurs: Jeder weiss ja so ungefähr, warum wir Ebbe und Flut haben: Das Resultat der Anziehungskraft von Mond und Sonne. Doch bei mir war das absolutes Halbwissen. Mir war nicht bewusst, dass der Rhythmus nicht 12 respektive 24 Stunden, sondern 12h 25’ respektive 24h 50’ umfasst. Das heisst also, der Höhepunkt verschiebt sich jeden Tag. Ausserdem dachte ich, dass das immer etwa gleich stark sei – aber die Schwankungen je nach Mond- und Sonnenstand sind beträchtlich. Am stärksten wirken die Kräfte bei Voll- und Leermond auf das Meer. Das zeigt sich besonders in dieser Bucht, in der das einströmende Wasser in der Spitze zusammenläuft und daher diese gewaltigen Gezeitenunterschiede erzeugt.] Obwohl ich nicht in der Peak-Phase da war, ist es sehr beeindruckend, eine Bucht „austrocknen“ zu sehen. Bindet man sein Boot bei Flut an einen Baum am Ufer, hängt es ein paar Stunden später in der Böschung – bei Ebbe das Boot anzubinden kann dumm herauskommen…
Ein anderer Effekt lässt sich dort sehr schön beobachten: Die Boral Tide. Das ist die Welle des durch die Flut in die Flussläufe hineindrängenden Wassers. Die Flüsse fliessen dann kilometerlang aufwärts, und die Spitze dieser Welle kann sogar meterhoch werden. Aber eben, auch nur im Extremfall (Voll- oder Leermond) und an bestimmten Stellen. In der meisten Zeit ist diese extrem vermarktete Touristenattraktion – wie es der Lonely Planet ausdrückt – eher eine „Boring Tide“…
HIGHLIGHTS: Die Führung des stolzen englischen Soldaten von 1840 (Studentenjob im Sommer) durch die „Citadel“ in Halifax, wo gedrillt, exerziert, gedudelsackpfeift und Wache gestanden wird wie „echt“. Wieder ein Zeitsprung… - Scallops, Scallops, Scallops. Ich liebe Kammmuscheln, und hier kriegt man sie in allen Zubereitungsarten (15 Stück mit Backkartoffel für 9.95 - Die glatt geschliffenen und einsamen Felsen am Meerufer mit den gelben Algen, die im Spiel der Brandung hin- und herwehen, ein paar Hundert Meter links vom touristenumkrabbelten Leuchtturm von Peggy’s Cove. – Das Computermuseum in Annapolis Royal (für Nerds: siehe speziellen Eintrag)
[KANADA/ost/nova scotia]
Posted by philipp.laemmlin at 21:03 | Comments (4)
13.08.04
Was macht ein Altair 8800 in Annapolis Royal?
Dieser Artikel ist eigentlich nur für die Nerds unter den Lesern gedacht. Alle anderen: Einfach eine andere Nachricht anklicken...
Bei "Port Royal" wurde 1605 die erste permanente europäische Siedlung gegründet. Die Franzosen errichteten ein Fort - und das hart umkämpfte Städtchen wechselte in über einem Dutzend Schlachten mehrmals die Hand, bis 1710 die Engländer die Vormacht gewannen und den Ort in "Annapolis Royal" umtauften. Heute leben grade mal 550 Einwohner in dem pittoresken "Kaff", das vor allem von der Geschichte lebt. 120 Häuser sind staatlich geschützte Kulturgüter, und auf der nächtlichen Friedhofstour macht man Bekanntschaft mit dem ältesten Grabstein von Kanada (uiuiui...) und wirklich herrlichen Geschichten... Aber in Annapolis Royal ist noch was, das nicht mal im Lonely Planet steht: Ein Computermuseum.
Und ich wäre auch fast daran vorbeispaziert, denn es ist neben einem Kleidergeschäft sehr unvorteilhaft angeschrieben – und wirkt sehr provinziell. Was kann man da schon erwarten. Doch als ich hinein ging in das umgenutzte Verkaufslokal, da war ich baff. (Fast) alle waren sie da: Sinclair ZX80 und ZX81 (hab ich mir immer gewünscht…); Commodore PET, 2001, VC20, C64, 128, plus/4, 116, Amiga 500; Atari 800; etc. etc…
Aber da waren auch viel speziellere Kistchen, noch ganz ohne Tastatur, nur mit Schaltern und Tasten. Unter anderem der erste kommerziell erfolgreiche Personal Computer, der Altair 8800. (Falls sich ein Nicht-Nerd bis hierher verirrt haben sollte: Das war nicht nur die Geburtsstunde der PC Industrie, sondern auch von Microsoft: Bill und seine Kollegen haben für dieses LED-Kippschalter-Kistchen eine Standardsprache, nämlich BASIC, geschrieben.) Vom Altair 8800 wurden ca. 20'000 verkauft. Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung, welche unsere Welt verändert hat. Neben dem Apple I – der leider im Museum fehlt… - ein „Heiliger Gral“ der Computersammler.
Aber noch ein erstaunlicheres Gerät war da, welches 1986 von Computerspezialisten am Boston Computer Museum (heute das Computer History Museum in California) zum allerersten PC erklärt wurde: Der Kenbak-1. 1971 wurden 40 Stück davon gebaut, 10 existieren davon soviel man weiss noch. Nun werden sich die Wissenschaftler und Nerd-Nerds unter euch natürlich fragen, was denn den „ersten Personal Computer“ definiert. Gute Frage – und damit ihr nicht „googeln“ müsst hier die 5 Punkte der Definition eines PC:
1. Ein PC ist Chip-basiert und arbeitet elektronisch
2. … wird als Computer verkauft und kann programmiert werden
3. … ist klein genug, um auf einen Tisch zu passen, und kann von einer einzigen Person bedient werden
4. … wird speziell vermarktet für den Privat- sowie den Heimmarkt
5. … wird mit dem Ziel produziert, kommerziell verkauft zu werden
Persönlich am besten gefallen hat mir ein analoger Computer, der Minivac 601 von 1961, der mit 6 Relais als Speicher funktionierte und im Museum so verdrahtet war (Programmieren heisst da = Drähte stecken), dass er Tic-Tac-Toe spielen kann.
Der Inhaber des „Nova Scotia Computer Museum“ ist ein ausgewanderter Deutscher, der Publishing gelernt hat und auch gestalterische Dienste anbietet – was man nur schwer glauben kann, wenn man die haarsträubende Website besucht.
[KANADA/ost/novia scotia/annapolis royal]
Posted by philipp.laemmlin at 02:50 | Comments (3)
09.08.04
Saguenay, St.Laurence River, Gaspé (Provinz Québec)
Man weiss es ja, man liesst es und glaubt auch, es zu bereifen – aber dass Kanada soooooooo gross ist, das wird einem erst beim Fahren bewusst.
Von Québec aus bin ich zuerst auf die Île d’Orleans gefahren, der Entspannungsinsel der Grossstädter mit einer einzigen Ringstrasse und allen paar Metern einem Schild zu einer Marmelade-Produktion, einem Weinkeller, Kunstgalerien, Obstgärten, Beerenplantagen, Schokoladen-Fabrik, etc etc. – aber wenn man nicht „kaufen“ will, dann gibt’s wenigstens nette Häuser zu betrachten. Das war’s dann aber auch.
Von da ging’s weiter auf der Nordseite des St.Lawrence Stroms bis Tadoussac, dann Richtung Westen zum Lac St. Jean, wieder zurück und noch ein Stück dem Strom entlang. In Les Escoumins hab ich die Fähre ans Südufer genommen und ein paar Hundert Kilometer entlang der Gaspé Halbinsel gemacht. Doch weil es regnete wie blöd und ich erkannte, dass das Land wirklich zu gross ist, um die meisten Dinge zu besuchen, die spannend wären, beschloss ich, mich nun nur noch auf Nova Scotia im Süd-Osten zu beschränken. Dahin bin ich dann in einem Tag gefahren – und das Wetter war wieder wunderschön…
HIGHLIGHTS: Sonnenaufgang nach meiner unfreiwilligen Übernachtung im Auto, da ich den sonst immer verschlafen hab… - Begegnung mit meinem ersten Streifenhörnchen auf einer Wanderung durch den Saguenay Nationalpark zu einem Aussichtspunkt am Fjord – Historische Akadier-Siedlung, welche von Leuten „bewohnt“ ist, welche so tun, als wäre es 17. oder 18.Jahrhundert (da versteht man die Schilderung in Chuk Palahniuks „Der Simulant“ schon besser mit seinen Arbeitsplatz als mittelalterlicher Bewohner in einem Park… Frage mich, was solche Leute als Beruf angeben: Mühler im 17.Jahrhundert??? [Palahniuk hat „Fight Club“ geschrieben, was ja ein überraschender Film war – „Der Simulant“ oder „Flug 2039“ sind zu empfehlen. Er hat eine absolut verquere Phantasie mit einer erschreckenden Detailliebe zu Dingen, auf die man nie kommen würde…])
Posted by philipp.laemmlin at 02:47 | Comments (1)
06.08.04
Wer den Wal hat...
„Whale Watching“ ist ein gewaltiges Business rund um den St.Lawrence Strom (Süd-Ost Québec). Und wegen dem Wal wird die Touri-Zahl im Sommer zur Qual...
So musste ich bei meiner späten Ankunft in Tadoussac leider feststellen, dass im Umkreis von 50km kein Hotel/Motel/B&B oder ähnliches mehr frei war - und ich war zum ersten und (bis jetzt) zum Glück einzigen Mal genötigt, im Auto zu übernachten. Nicht gerade der Ort für "än tüüfä gsundä Schlof". Gehört wohl dazu, wenn man nicht vorplant...
Das Örtchen ist nix Spezielles, oder schlimmer: Es ist ziemlich übel da. Miserable Massenrestaurants, hupende Autofahrer in nicht ganz ferienkonformer Ungeduld, auch Unfreundlichkeit hat sich unbemerkt eingenistet (sonst kaum anzutreffen in Kanada), und um 22:00 ist absolut tote Hose. Die einzige Bar mit Leben und coolen Leuten war in der Jugendherberge…
Doch speziell ist die Lage am Lawrence River, der verschiedenste Walarten beherbergt, einige davon permanent wie Beluga (das sind die grinsenden weissen Wesen, die aussehen wie ein missglücktes Gen-Experiment an einem Delphin) und Minkwale, andere vorbeiziehend wegen dem reichen Nahrungsangebot (Finnwale, Humpbacks, Blauwale). Die Bootstouren geben eine „Sichtungsgarantie“, doch mit den grossen Booten darf (dürfte) man nur noch auf 200m an die Wale heran, denn im Städtchen ist auch ein Walforschungs-Institut (mit hervorragendem Museum), das auch die Wechselwirkung der Boote mit den Walen untersucht hat. Aber die Walbeobachtung ist ein unverzichtbarer Einnahmezweig des regionalen Tourismus geworden. Ich habe gelesen, dass der Umsatz weltweit mit der Beobachtung mehr als doppelt so gross sei wie der frühere Ertrag aus der Jagd und Abschlachtung.
Da ich in Island schon 8 Stunden auf einer erfolgreichen Walbeobachtungstour war (wir haben neben Orcas auch Blauwale – die seltensten Wale und grössten Tiere der Erde, ca. 25-27m lang und wiegen 80 Tonnen – gesehen, und eine Mutter mit ihrem Jungen etwas begleitet. Das ist gar nicht so einfach, denn die tauchen normalerweise so 12-16 Minuten. Für alle gewordenen Väter/Mütter unter euch: Ein Blauwal-Junges saugt pro Tag 270 Liter Muttermilch und nimmt täglich 140 kg Körpergewicht zu. Was für ein Metabolismus… Und ein erwachsener Blauwal braucht 4 Tonnen Krill und Kleinfische, was dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten entspricht. Ein Elefant also pro Tag…), hab ich mich in Bergeronnes auf die runden Felsen am Wasser gesetzt, mir von einer dort angestellten Meeresbiologin ein paar Fakten zu den Tieren erzählen lassen, und wartend aufs Meer geblickt. Dort ist eine seltene Stelle, wo sich die Wale sogar vom Land her beobachten lassen (allerdings besser mit einem Fernglas oder dem unglaublichen Zoom der Sony F-828 ;-) Und pünktlich kurz vor Schliessung des Strandes (gehört ebenfalls zu einer Walforschungsstation) haben ein paar Minkwale uns die nasse Schulter gezeigt.
Am nächsten Tag nahm ich die Fähre hinüber nach Trois Pistoles (falls ihr wissen wollt, warum dieser Ort so heisst, dann könnt ihr mich ja fragen. Ein interaktives Forum also :-) Für den normalen Preis fürs Übersetzen sahen wir einen grossen Schwarm Delphine, Minkwale und Seehunde… Herrlich das Ehepaar, bei welchem sie ihm immer sagte, wo Tiere zu sehen sind, und er wachsam mit der Kamera am Auge jedes mal zu spät war. Die haben garantiert keine einzige Aufnahme…
Posted by philipp.laemmlin at 02:44 | Comments (0)
01.08.04
Toronto, Montréal, Québec
nun bin ich bald 2 wochen unterwegs. kanada - was bisher geschah:
nach meiner ankunft blieb ich ein paar tage in TORONTO. eigentlich zu lang, aber die ersten drei tage musste ich mich von den 10 tagen dauerabschiedskaffeetrinken, terrassenbierundgrillpartyfeiern, zügelvorbereitungenundkistenpacken, behördenundvertragszeugserledigen und nicht zuletzt weltreisengepäckzusammenstellen erholen und viel viel schlafen. man ist ja auch sonst schon müde, wenn die kanadier erstmal essen gehen... klar, eben 6 stunden früher als daheim. die stadt ist riesig und an einigen orten unpersönlich und austauschbar, hat aber viele ecken mit sehr viel flaire. man läuft sich einfach einen ersten wolf...
HIGHLIGHTS: geschenktes bier im grillgarten eines privaten segelclubs auf der insel mit blick auf die skyline beim eindunkeln - "turner, whistler, monet" ausstellung in der art gallery of ontario - die niagara-fälle trotz fast unerträglichem kommerz
MONTRÉAL muss man lieben. lebensfeude sprudelt aus jedem brunnen. die vielen strassenakrobaten, zauberkünstler, musiker sind nur um weniges bunter als die montréaler und -innen selbst. zwei hauptachsen der gastronomie ziehen sich quer durch die stadt, abwechselnde ballungen von griechen, vietnamesen, chinesen, spaniern, italienern etc... alles aber weitläufig verstreut. man läuft sich den zweiten wolf...
HIGHLIGHTS: pulsierendes leben auf dem place jacques cartier am abend - die prunkvolle innendekoration der basilika "notre dame" - morgenjoggen auf den mont-royal mit rundblick auf die stadt.
aktuell sitz ich grad in einem strassenkaffee in QUÉBEC, das einen gratis WLAN-zugang hat. tolle stadt :-) ... im ernst: alle guten dinge von montréal als 10faches konzentrat plus einen schuss altes europa, das ist québec. leider wissen das auch die tausenden von touristen, die bei den restaurants - anscheinend einige der besten kanadas - abends in langen schlangen auf ein tischchen warten. die altstadt ist für nordamerika sicherlich einzigartig. ist man wirklich über den teich geflogen?
HIGHLIGHTS: die schweizer nationalhymne zum 1.august, gespielt von der militärmusik der "vieux grenadiers de genève" (inkl. exerzieren und alphorneinlage) - nachgestellte historische schlacht um québec zum 250-jährigen jubiläum des siegs der engländer über die amerikaner - spazieren durch die verwinkelten gassen der altstadt.
Posted by philipp.laemmlin at 16:58 | Comments (0)


















































