« Mai 2010 | Main | Juli 2010 »
05.06.10
The Southernmost Point of Continental USA
Der Schlüssel zu Key West ist Gelassenheit (was junge Familien immer reichlich zwischen Notfallwindeln, Ersatz-Shirts, Feuchttüchern und Getreidesnacks bei sich tragen) und eine funktionierende Klimaanlage.
Hier waren wir also, am "Southernmost Point of Continental USA".

Sieht einsam aus - ist es aber nicht. Die anderen hundert Touris warten ganz einfach brav ausserhalb des Fotobereichs auf ihre 17 Sekunden. Und gleich noch mehr der Ernüchterung: Es ist auch nicht der südlichste Punkt von Kontinental-USA, denn der liegt im Navy Stützpunkt nebenan und ist deshalb touristisch schwer ausschlachtbar. Überraschender ist, dass zwei andere, südlicher liegende Punkte von jedem Hard-Core-Breitengrad-Jäger leicht erreicht werden könnten, einer sogar an einem wunderschönen Strand im State Park. Egal, auf jeden Fall könnten dort die "Old Town Trolleys" nicht wenden. Die Macht ist mit ihnen. Und Mitfahren-wollen zwingt zur Kleinkreditaufnahme. Doch Hut ab vor unserer Fahrerin, nicht nur der narrativen Virtuosität wegen, sondern auch wegen ihrer Manövrierpräzision. Ein Job mehr, der aus der Multioptions-Liste gestrichen werden kann.
Ach ja, und es sind auch nicht 90 Meilen bis Kuba, wie uns die Betonboje in goldener Schrift weissmachen will, sondern ca. 94. Aber was hat Tourismus schon mit Genauigkeit zu tun.
Doch bis man da unten ist, auf der letzten der per Strasse erschlossenen, ehemaligen Koralleninseln, muss man erst mal ein ganzes Stück fahren. Ich mach's ja gern :-)

Hier sind wir grad auf der Seven-Mile-Bridge (zugegeben: Es ist das Rückfahrt-Foto. Auf dem Hinweg hat's geregnet)

Und irgendwann nach 42 Brücken ist man beim meistfotografierten Strassenschild (und meistgeklauten) überhaupt: Der Meile 0 des 2377 Meilen langen US Highway 1 entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten.
Und warum fährt man auch runter in diese Stadt der gut-verrückten Leute und schlecht-verrückten Immobilienpreise? Wegen der Sonnenuntergänge. Also los:




Und die "Sunset Celebration" findet jeden Abend bei schönem Wetter, also eigentlich an jedem Abend, auf dem Mallory Square statt. Der ideale Platz, um müde Kinder noch müder zu machen.




Ein weiterer Platz hier, wo einem das Geld aus der Hand gerissen wird - allerdings nirgends so lieb wie von diesem treuen Gefährten des Tubaspielers.

Der Kopf will noch, die Füsse nicht mehr ganz. Und ausserdem sieht man die Dinge von hier einfach besser.
Doch nun zu was ganz anderem: Essen.

Nils macht das inzwischen ganz toll, ob nun beim Italiener...

oder bei einem lecker-gesunden Snack am Strand... (man beachte die Früchte im Hintergrund.)

Am Mittwoch fuhren wir noch mit dem Glasbodenboot raus zu den Riffen.



Diese kleinen Kerle begleiteten unser Boot die ganze Zeit über. Sie heissen hier nur "Catch of the Day", weil sie jeden Tag auf den Tellern der Speiselokale landen.
Bei Mile 59 lohnt sich der Abstecher ins Dolphin Research Center http://www.dolphins.org, was von uns als eine aussergewöhnliche Institution mit sehr netten, begeisterten und einfühlungsstarken Leuten wahrgenommen wurde. Ist zwar alles etwas rennovationsbedürftig, dafür wurde hier schon Flipper gedreht und das Cebter ist nicht gewinnorientiert und stellt sich in den Dienste der Wissenschaft. Es werden hochinteressante, vielfältige Vorstellungen geboten, emotionale Momente inbegriffen.



Es war ein toller Trip. Wir haben es genossen. Wenn auch die Hitze jedes frisch angezogene T-Shirt sofort an den Körper klebte. Bei gegen 40 Grad wählt man die Strassenseite mit Bedacht, die mehr Schatten verspricht.

Ob Ping-Pong...

.. oder die erste Partie "Schacht"...

... am Ende des Tages ist alles Schlafen.
Posted by philipp.laemmlin at 05:42 | Comments (3)