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25.02.05

Philipp auf den Philippinen

Manila - gute Laune trotz Bombenstimmung

Die Leute hier lassen sich das Leben durch die drei Bombenanschläge vom Valentinstag nicht vermiesen. Die Restaurants sind voll, die Strassen verstopft, geshopped wird mit Ausdauer und aus den Karaoke-Bars dröhnt es laut. Vor allem die Gartenterrassen aller möglichen amerikanischer und lokaler Coffee-Shops sind voll mit Gruppen junger Leute, von denen die eine Hälfte raucht und diskutiert, die andere die volle Aufmerksamkeit dem eigenen Handy zukommen lässt (es kann auch Gruppen geben, wo niemand mehr mit jemandem spricht, zumindest nicht mit jemandem vor Ort...).

Man könnte also glauben, alles wäre wie sonst - wenn da nicht die vielen Security-Gards wären. Bei der Zufahrt zu meinem Hotel wird unter die Autos und in die Kofferräume geblickt, und in den Shopping- und Restaurant-Zentren werden die Taschen und die Leute kontrolliert. (Eine der Bomben ging damals ganz in der Nähe hier im Stadtteil Makati hoch). Beruhigend also - wären die Detektoren der Eingangswachen nicht eindeutig für Metall. Ich bin mir da ziemlich sicher, dass es keine Stahl-Bomben waren...

Einkaufen ist eine überraschende Erfahrung hier. Ich habe zwei neue Hemden gebraucht, welche ich jedoch nicht direkt zur Kasse nehmen durfte. Eine Verkäuferin notierte erst auf einem neutralen Quittungsblock, wie die Hemden mit den Artikelnummern heissen, legte den Zettel in die Verpackung und verschloss diese wieder. Dann durfte ich zum Kassenbereich 11, wo gleich viele Leute davor wie dahinter standen. Die erste Kassiererin nimmt den Quittungszettel aus der Hemdenverpackung, vergleicht die Artikel, nickt und schiebt sie weiter zur nächsten Dame. Diese benutzt den Handscanner, worauf die Artikel (wenig überraschend) automatisch auf dem Kassendisplay erscheinen. Die erste vergleicht erneut und ist zufrieden. Ich reiche meine Kreditkarte rüber, welche für die Abbuchung an eine dritte Person geht - ein angeregter Austausch über die dumme Farbe der CS-Karte sowie den fraglichen Betrag begleitet die Aktion. Ich unterschreibe - worauf die dreilagige Kreditkartenquittung getrennt, der mittlere Teil in die Kasse geschoben und mit irgendwas bedruckt wird (dabei verfängt sich das Papier im Innern der Kasse und wird mit beherztem Eingriff aus der misslichen Lage befreit). Dann werden die drei Zettel wieder geheftet und zusammen mit der Quittung und den beiden Hemden zur vierten Angestellten geschoben. Deren Aufgabe ist es, die Daten auf den Austdrucken mit der vor ihr liegenden Realität zu vergleichen und hinter jede validierte Stelle (inkl. Datum und Zeit) ein Häkchen zu setzen. Ist das erfolgt, so werden die Zettel wieder getrennt, neu gruppiert und erneut geheftet. Parallel packt eine 5. Dame die Hemden und meine Quittungsgruppe in eine Plastiktasche. Ich darf gehen...

Entweder haben die überhaupt kein Vertrauen in die Technik, oder aber ich habe die Betrugsmöglichkeiten nicht begriffen, oder Arbeitskraft kostet hier nix - oder alles zusammen.

PS: Heisst es AUF oder IN den Philippinen? Google hat meine Meinung mit 130'000 zu 14'100 untermauert. Demokratische Rechtschreibung und Grammatik ist aus meiner Sicht eh das einzig Richtige :-)

PS2: „geshopped“ gewinnt übrigens nur mit 1'020 zu 882 gegenüber „geshoppt“

Posted by philipp.laemmlin at 10:01 | Comments (7)

21.02.05

Hitzestau im Paradies

Bali - wo weisse Kühe heilig sind und die Touristen gemolken werden.

Momentan ist es hier sogar den Balinesen zu heiss. Alles wird bewässert, auch meine Hemden. Ich zerfliesse. Beängstigend. Verlangsamend.

Es ist Nebensaison für einen sowieso schon durch die Bombe von 2002 und den Tsunami gebeutelten Tourismus. Wir wenigen hier sollen das ausgleichen...? Alle paar Meter will dir jemand irgendwas andrehen: Taxiservice, Spa-Dienstleistungen, geschnitzte Boxen, Inseltouren, Tanzveranstaltungen, eine Frau zur Begleitung, kitschige Massenbilder... Aber die Restaurants sind 1A und das Bier kühl. Lasst uns die Zapfhähne melken.

Gefährliche Welt, durch die ich grad reise. In Indonesien ist Dengue-Fieber ausgebrochen, was sich aber zu 50% auf Jakarta beschränkt. Und die 3 Bombenanschläge in und um Manila machen meinen nächsten Halt auf dem Weg nach Japan nicht grad attraktiver.

Das erinnert mich an eine - im Nachhinein etwas traurige - Begegnung in Sydney. Mein Taxifahrer vom Flughafen in die Stadt hiess Michel Farah, stammte aus Beirut, seit 38 Jahren in Sydney und spricht noch immer schwer verständliches Englisch. Er hat 6 Kinder und bereits 3 von hoffentlich mal mindestens 20 Enkeln. Und er war nach 20 Jahren sparen für 2 Monate in Europa, wo er mit den verschiedensten Touren alle Länder gestreift hat (stolz zeigte er mir die Kapitänsmütze aus Venedig...). 30'000 $ habe er unterwegs ausgegeben, 9'000 $ alleine in Beirut, was zu heftigen Diskussionen mit seiner Frau geführt hat. Beirut sei eine tolle Stadt, lebensfreudig, spielsüchtig, herzlich - und schon seit 10 Jahren "absolut sicher"... Ein paar Tage später beendete diese gigantische Autobombe das Leben eines herausragenden Politikers, des Ex-Präsidenten Hariri. Traurig.

Doch angesichts des Verkehrs hier in Ubud ist das Leben sowieso mit jedem Schritt ein Risiko. Also: Weiterschreiten (Achtung: Fehlende Abdeckplatten auf den Gehsteigen über den Abwasserkanälen..)

Posted by philipp.laemmlin at 11:59 | Comments (3)

14.02.05

Happy Valentines Day

Ein lieber Gruss für alle, an denen mein Herz hängt!

Mit ein paar Australischen Blumen vom anderen Ende der Welt - und von Herzen:

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Posted by philipp.laemmlin at 10:53 | Comments (4)

13.02.05

Grosse Stadt – kleine Welt

Wen man so trifft, wenn man durch Sydney spaziert

Eigentlich wären Jabba und Bea heute schon Richtung Süden unterwegs, aber die bereits für Freitag angekündigten Schiffe der "Global Challenge" hatte sich mit der Einfahrt in den Hafen um zwei Tage verspätet. Und wäre Jabba nicht genau dann in ihrer Lieblingsbar bei der Oper aufgestanden, um „nach den Masten“ Ausschau zu halten, hätten sich unsere Wege nicht gekreuzt…

Die Welt ist klein, die Freude gross :-)

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Bea und Jabba auf ihrer 8 Wochen Tour durch Australien

Hier der Link auf die MMS-Fotopage von Jabba (inkl. mir auf Bild):
http://www.flickr.com/photos/jabba/4713759

Posted by philipp.laemmlin at 09:17 | Comments (1)

12.02.05

Esst mehr Känguru

Es gibt mehr als genug davon auf der „Insel“.

Hat die Besiedlungsgeschichte Australiens tragischerweise auch viele seiner einzigartigen Tiere an den Rande der Ausrottung getrieben (oder darüber hinaus…), so haben andere auch profitiert: So vor allem das Wappentier, das Känguru. Nur: Der Absatz des ausgezeichneten Fleischs ins Ausland hapert.

Durch die Bewässerung von Agrarland, Bildung von Wasserreservoiren in Weidegebieten, Anlegung riesiger Parklandschaften und Golfplätze um die Grossstädte etc. hat sich das Nahrungsangebot stark erhöht. Vor allem das Grey Kangaroo, das Red Kangaroo, das Wallaroo (auch „Euro“ genannt :-) und ein paar Wallaby-Arten vermehrten sich stark. Dies kann für die Ökosysteme zum Beispiel in Trockenzeiten verheerend sein.

Ross Bennett, der Gründer und Leiter des „Australien Reptile Centres“ in Canberra, hat mir folgende Geschichte erzählt, die auch zeigt, dass die Australier selbst ein sehr gespaltenes Verhältnis zum Känguru als Nahrungsquelle haben. Eine stark gewachsene Population in der Nähe der Hauptstadt hat in einer kargen Zeit riesige (natürliche) Graslandschaften bis auf die Wurzeln aufgefressen. Es musste gehandelt werden. Doch sogenannte „Tierschützer“ stellten sich zwischen die Jäger und die Kängurus und unternahmen alles Mögliche, um die dringend notwendige Ausdünnung zu verhindern. Nur: Wer schützt die hundert anderen Tiere vor den Tierschützern. Die Insekten, Echsen, Schlangen, Kleinsäuger etc., welche das sensible, vielfältige, ebenfalls auf die Graslandschaften angewiesene Ökosystem bilden. Man tötet eben kein Wappentier…

Dabei ist das Fleisch hervorragend. Und Kängurus wandeln ihre Nahrung im Vergleich zu Schafen doppelt so effektiv in Proteine um. Ein Umstand, der die exzessive Haltung von Schafen und Kühen durchaus in Frage stellen dürfte. Also: Esst mehr Känguru!

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Esst mehr Känguru – so geht das…
(Nein, der ausgehungerte Dingo hat das Tier nicht selbst erlegt, dass hat ein Auto für ihn getan...)


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Posted by philipp.laemmlin at 23:11 | Comments (4)

10.02.05

Internet im Outback (Finale)

In Alice Springs - verschwitzt nicht nur durch die Hitze

Heute kam ich wohl an eine meiner Grenzen. Ich muss gestehen: Mir war nicht mehr wohl in meiner Haut. Nein, das ist eine Philipp'sche Beschoenigung: Ich hatte einfach Scheiss-Angst...

Vom Touri-Dorf beim Uluru (=Ayers Rock) fuhr ich zum Kings Canyon und dann weiter Richtung Norden auf unasphaltierter Dreckstrasse, doch diesmal mit wenig Freude. 200 km Folter: "Wellblech" vom Allerschlimmsten, magenerzuernende Schlagloecher und Unebenheiten danach. Neben den alten verrosteten lagen auch drei frisch gestrandete Autoleichen am Strassenrand: Zwei mit Radschaden, Einer hatte sich in den Strassenrand gebohrt und dann ueberschlagen. War echt froh, als ich wieder Teerstrasse unter den Raedern hatte. Doch anscheinend hab ich das zu schnell wieder vergessen.

50 km vor Alice Springs kam ich an ein verlockendes Schild: Offroad Piste, 50 km lang, fuehrt durch eine malerische Schlucht und auf den Stuart Highway etwas mehr als 60 km von Alice Springs entfernt. Es war ca. halb sechs - das schaffen wir locker.

Ich biege also ab, komme an ein Hinweisschild mit roter Warntafel "Nur fuer 4x4 Fahrzeuge, da sandige Strecken etc. etc." Cool. Ich hab ja 4x4. Also los - und da war auch Sand auf der Strecke, unterschiedlich viel, vielleicht 10cm tief, was etwas Schlingern und Rutschen mit sich brachte. Spass pur also. Der enger werdende Pfad fuehrte in ein wunderschoenes Tal hinab, wo Red-River-Gum-Trees wachsen und zelten erlaubt ist (was niemand tat...).

So froehlich offroad cruisend komme ich einen Abhang zu einem Bachbett hinab - und mir fiel das Herz durch die Hose in den Pedalraum und voll auf die Bremse. Wasser war da keines, aber so 20 Meter feiner, lockerer, tiefer Sand. Hindurch fuehrten keine echten Spuren, mehr Furchen, wie mit zwei Riesenfingern gezeichnet. Oioioi, das kenn ich nicht, kann ich nicht, trau ich mich nicht. Klar bin ich schon durch tieferen Sand gefahren, aber dann immer ganz kurz und flach, so dass man mit Schwung der kinetischen Energie vertrauend druebergleiten konnte. Und auch Strandfahren zum Beispiel war voellig anders, weil der Sand da zusammengebacken ist und man nur wenig einsinkt. Bei diesem spitzen Anfahrtswinkel und der langen Strecke war nix mit "Anlauf nehmen". Ausserdem hatte ich heute bereits bei einem Wendemanoever schwungvoll ueber den Strassenrand hinaus meine Schwierigkeiten: Blomp, Auto steckte fest. Nur mit Muehe habe ich mich die 1.5 Meter zurueck auf die Strasse gespult.

Ok, denk ich so, dann eben nicht, hat ja niemand gesehen... ;-) Zurueck zum Start. Rueckwaertsgang rein - doch nichts bewegte sich, ausser dass sich die Raeder in den bereits sandigen Abhang eingruben. Mein Koerper simulierte innert Sekunden den Schweisszustand von "1 Stunde Joggen bei 35 Grad".

Ehrlich, ich kriegte ziemliche Panik. Da war ja auch niemand, dem ich eine paar coole, beruhigende Worte zur Widerspiegelung haette zuwerfen koennen. Haette das dringend gebraucht. Man ist ziemlich "nackt", wenn man sich nicht hinter einer herunterspielenden oder ironischen Bemerkung verstecken kann. Nun ja, es blieb mir also nur "vorwaerts" uebrig. Nervoes ohne Ende fummelte ich an den Gaengen rum: Nicht nur Allrad, nun auch Untersetzung rein, Antriebsautomatik auf "Hold" fuer Schnee, Eis und Sand (immerhin). Ich sah mich schon mittendrin stecken, meinen Flug nach Sydney verpassen, 2 Tage spaeter von einem Ranger gefunden werden... Hab mir bereits Ausreden zurechtgelegt, warum ich die Hinweisschilder, dass man Offroad-Pisten nur in Zweiergruppen befahren soll, nie gesehen habe oder nicht lesen konnte... und dass relativ kurz vor Sonnenuntergang eine solche Strecke zu beginnen durchaus vernuenftig sei...

Durch Sand zu fahren ist extrem unangenehm. Ich weiss nicht, wer von euch das schon mal "laenger" gemacht hat. Wenn man hinein faehrt, dann wird man sofort und kontinuierlich langsamer. Es gibt ja keinen "Grip". Die Raeder schaufeln Sand von vorne nach hinten, eine Radumdrehung bringt ein paar Zentimeter. Es kribbelt im Po und den Ruecken hinauf: Nur nicht stecken bleiben! Der rechte Fuss streichelt das Gaspedal: Anhalten waere schlimm, Durchdrehen und Eingraben noch schlimmer. Doch hier kommt die Praxis vor der Theorie.

Nun, ich kam durch. Und danach ebenso "unbeabsichtigt" noch durch einige weitere, sogar laengere und auch kurze tiefe. Es hat keinen Spass gemacht. Mehr als anderthalb Stunden hab ich für die Strecke gebraucht - dabei bin ich wo immer möglich gerast wie in Hirnloser. Hatte ziemlich Muffensausen. Natuerlich nicht lebensbedrohend oder so, aber aeusserst unangenehm schon. Seit der Abzweigung hatte ich kein Auto mehr gesehen, die naechsten, mir bekannten Siedlungen waren 70 und 90 km entfernt, der befahrene Stuart Highway mehr als 30 km durch unbekanntes Gelaende. Viel "alleiner" hab ich mich wohl noch nie gefuehlt. War so eine Grenze, die ich nicht ueberschritten haette, wenn mir noch die Wahl geblieben waere.

Ok, ich akzeptiere euer Schmunzeln, und auch "Memme" - aber nur, wenn ihr locker vor dem Fruehstueck ueber eine Sandduene kurvt.

Jetzt hab ich gut gegessen, mich mit Wein belohnt und freue mich aufs Bett. Morgen geht's nach Sydney - weg von den Fliegen und in dichter bewohntes Gebiet :-)

Sleep well!

Posted by philipp.laemmlin at 13:33 | Comments (4)

09.02.05

Internet im Outback (III)

Ein roter Felsbrocken - und ein Haufen Touristen

Nach Cooper Pedy war Stuart Highway angesagt: Geteert, breit, mit 10-15 Fahrzeugen/Stunde "verstopft". Wesentlich weniger spannend - aber der Eindruck der Groesse und Leere des Kontinents verstaerkt sich 800km lang. Erstaunlich fuer mich: Es ist wesentlich gruener und mit mannigfaltigem Leben durchdrungen als erwartet.

Doch dann: Die Enttaeuschung nach so viel wunderbarer Einsamkeit in eine Tourismus Hochburg einzufahren, wenn man sich dem Uluru naehert, ist ziemlich erdrueckend. Es kommt keine Freude auf, wenn sich Auto an Auto reiht beim "Sunset Viewpoint" - und es ist echte Nebensaison hier. Ich moechte nicht im August hier sein.

So werde ich also fuer den Weg nach Alice Springs von der Hauptroute abweichen und wieder staubige Dreckpisten suchen. Und Internet hat's ja ueberall, QED :-)


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Posted by philipp.laemmlin at 06:12 | Comments (0)

07.02.05

Internet im Outback (II)

Weitere 375 km Staubstrasse und 2 VB's spaeter in Cooper Pedy.

Nun bin ich also in Stadt der menschlichen Maulwuerfe angekommen, dem Zentrum des weltweiten Opalhandels: Cooper Pedy. Ich habe Schutthaufen fotografiert, dem Sonnenuntergang am flachen Horizont gefroent, "the big wintch" auch gesehen, mein Abendessen genossen und den Staub runtergespuelt (eigentlich eher den Aerger ueber die Fliegen, aber lassen wir das...).

Auf den holprigen 207 km von Marree nach William Creek sah ich:
- 7 Fahrzeuge (immer schoen Zeigefinger zum Gruss heben)
- 2 Planiertrax (ja, macht das Wellblech weg...)
- 1 Siedlung (Aboriginal Modern Art rundherum)
- 2 Briefkaesten am Rand (irgendwo wohnen da also noch Leute??)
- 500 Kakadus (kein Scherz. Wahnsinn. Foto folgt.)

Und auf den 166 km Staubstrasse nach Cooper Pedy dann:
- ... NICHTS und NIEMANDEN!

166 km - das ist so ca. von St.Gallen nach Basel - und kein Mensch, kein Tier, kein Haus. Nix. Hab dann den 4WD Upgrade ein wenig ausgekostet - und fuer die Strecke mit ein einigen Fotohalts grad mal 1h 40' gebraucht :-) Der Nissan Patrol ist sehr gutmuetig gegenueber Schlagloechern, Kompressionswellen, Wellblech - nur in den Kurven wedelt er/sie gerne mit dem Hintern. Ist wohl ein Weibchen...

Nicht dass man einen 4x4 brauchen wuerde auf dieser Strecke (und zu dieser Jahreszeit). Habe ihn nicht mal auf den wirklich fuer PWs unzugaenglichen Nebenwegen der Flinders einschalten muessen. Aber ueber die grossen Raeder, den Bodenabstand und die Robustheit ist man durchaus froh, wenn man auch mal vom Hauptweg abzweigt oder etwas Tempo machen will.

Nun geh ich "unterirdisch" pennen - 22 bis 25 grad jahrein/jahraus ohne Klimaanlage inmitten der Wueste.

Von einem "All-in-One" Internetterminal mit Gummischutz ueber der Tastatur wuensch ich euch einen guten Tag - und mir "Gute Nacht"!

Posted by philipp.laemmlin at 12:05 | Comments (3)

Internet im Outback (I)

Gruesse aus Marree - nach den ersten 80 km Staubstrasse

Es ist flach und heiss und leer ...

Zuerst ist die Strasse an den Flinders Ranges vorbei, woher ich komme, noch geteert, aber auch da schon unglaublich einsam. Doch ab Lyndhurst wird's holprig und staubig und noch viel einsamer.

Nach 80 km "Nichts" kommen ein paar Huetten: Marree. Eine davon ist verheissungsvoll mit Cafe angeschrieben. Nun ja, man muss ihn sich selber "zusammenstellen" mit heissem Wasser, Pulver und verklebtem Zucker - und alle rumliegenden Loeffel sind schon benutzt. Egal. Doch was ist das? Ein Internet-PC im Nirgendwo? 2.50 $ fuer 15 Minuten - da hab ich in der Stadt ja schon mehr bezahlt (da war es aber Breitband und Wireless - und nicht 800x600 mit 16 Farben und so mit Adware verseucht, dass das Arbeiten daran eine Qual ist). Die Tastatur sieht zwar verdaechtig gleich aus wie die benutzten Kaffeeloeffel - aber diesen Eintrag hat sie noch zustande gebracht :-)

Es gruesst aus ca. 40 Grad
Outback-Jack


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Posted by philipp.laemmlin at 02:40 | Comments (0)

02.02.05

Steve Irwin war nicht da…

Ein Blick in den Australia Zoo, Heimat des Fernsehgesichts „Crocoldile Hunter“

Man muss Steve nicht mögen (er kann mächtig nerven mit seiner hyperaktiv-euphorischen Art), um seinen Zoo zu geniessen – aber es würde helfen, denn sein Präsenz auch bei physischer Abwesenheit ist erdrückend.

Aber die Tiere, die grosszügigen Gehege und auch die Art der Präsentation in vielen Shows macht halt einfach Spass. Und es ist damit einer der wenigen Zoos, den man nicht mitleidig-depremiert verlässt.

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Posted by philipp.laemmlin at 02:19 | Comments (2)

Reisen im Schneckenmodus

Getrieben sein oder sich treiben lassen, das ist hier die Frage.

Es ist seltsam. Hier in Australien ist meine Reisegeschwindigkeit zur Zeitlupe eingedickt. Jetzt erst, zwei Wochen nach „Plan“, bin ich auf der Höhe von Brisbane eingetroffen.

Ist es die Hitze? Erste Anzeichen von Reisemüdigkeit? Die philosophische Erkenntnis, dass die Antwort nicht in „noch mehr“ liegt? Ich weiss auch nicht. Ich „erledige“ kein „Programm“ mehr. Ich bin nicht mehr getrieben, ich treibe einfach. (Ist „treiben“ aktiv, und „treiben lassen“ passiv? Und gibt es da für den Reisenden einen Unterschied?) Und es stimmt so zurzeit.

Aber ich kann es nicht abstellen: Oft denke ich dann, dass ich doch irgendwie eine Art „Verantwortung“ habe, möglichst viel zu erleben und zu sehen. Dass ich es mir (und sogar euch daheim) „schuldig“ bin, alles auszukosten. Ich weiss, ich weiss, das ist super-dumm – aber ich kann es nicht abstellen. Vermutlich ist es wie mit vielen Persönlichkeitsmerkmalen: Man lernt mit der Zeit, sie richtig zu nehmen, nicht aber, sie wirklich zu ändern.

In diesem Sinne: Sorry :-)

Posted by philipp.laemmlin at 01:05 | Comments (2)