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26.01.05
Australia Day - Celebrate what's great.
“It's the day to reflect on what we have achieved and what we can be proud of in our great nation.” - aber warum am 26. Januar??
Am 26. Januar – einen Monate vor einem anderen weltbewegenden Ereignis also – feiert sich die Australische Nation. Die Geburtsstunde Australiens war jedoch am 1.Januar 1901, als die bis dahin getrennten Kolonien mit einer gemeinsamen Verfassung vereint wurden*. Warum also der 26.Januar? Die Reisebibel gibt mir trotz kräftigem Schütteln keine vernünftige Antwort. Aber ich bin ja in einem Hotel, also Hörer abheben und 9 wählen: „Good Question“ ist die Antwort vom Mann an der Rezeption. Danke, danke. Er würde mich zurückrufen – was er auch tat, doch ohne Resultat.
Das macht Spass. Ich rufe also mal im Tourist Office an: „Good Question“ und genauso Ratlosigkeit. (Ich hab das dann noch 2-3 Leute unterwegs gefragt, einfach weil es spassig ist – mit dem gleichen Nicht-Ergebnis…).
„Selbst ist der Historiker“, sagt I. Net, also googeln – und egal ob es euch interessiert oder nicht, hier ist die Antwort: Am 26. Januar 1788 landete Kapitän Arthur Phillip an der Ostküste mit der ersten Ladung Strafgefangener und nahm das Land in „Besitz“ und unter die ach so schützende Krone Englands. Es war der erste Gouverneur von New South Wales. Das war 18 Jahre nach der „Entdeckung“ durch Captain Cook – wobei dieser damals weder Captain war noch der erste…**
Dieser Landungstag und Beginn der Kolonialisierung wurde jährlich gefeiert, aber nicht offiziell, sondern eher als Grund für ein Besäufnis. Erstmals offiziell gefeiert wurde 1818, danach nannte man den Tag „Foundation Day“*** 1838 gab’s erstmals „public holiday“, was aber von da an immer auf den dem 26. nächstgelegenen Montag gelegt wurde. Jede Kolonie feierte ein wenig anders, oder nicht oder sich selbst. Um es kurz zu machen: Erst 1946 beschloss man einen gemeinsamen „Australia Day“, aber erst 1994 einigten sich alle Teile auf einen Feiertag am 26. Januar – und nicht am nächstgelegenen Montag. Geht alles ein wenig langsamer bei den grossen Distanzen…

Australia Day – eine junge Nation, eine noch jüngere Tradition
Ich bin – zugegebenermassen 3 Tage zu lange – in Canberra geblieben, um hier in der Hauptstadt die Feierlichkeiten zu verfolgen. Nun ja, der Minister hat gesprochen und der Governor General als Queen-Repräsentant war da, es gab Ehrungen und Konzerte und Paraden – aber der Bär war nicht grad los hier… Im Gegensatz zu den Bildern aus Sydney und Melbourne. Canberra ist – wie schon erwähnt – in der Mitte des Nirgendwo erbaut worden, weil in der Verfassung von 1901 eine gemeinsame, neue Hauptstadt festgeschrieben wurde. Das grosse Konzert beim Parlament war nationsweit im TV – aber keinen Interpreten oder ein Stück hätte ich je am lokalen Radio gehört. (Ausserdem musste ich ins Hotel und Federer vs. Agassi schauen…)
Nun fragt man (also ich) sich natürlich: Woher kommt denn der Name Canberra? Der meist-doch-vieles-wissende Lonely Planet meint dazu nur: “Canberra” believed to be an Aboriginal term for „meeting place“. Aha, und…? Ist es nun so oder nicht?? Und wie kam man zum Namen??? Ich frage doch mal meinen Freund von der Rezeption: „Good Question“…
Wer googelt, der findet: Die Region war einfach so genannt. Die ersten Siedler sagten dazu „Kamberry“ und „Canberry“, was wohl deren Aussprache für das Wort „Corroboree“ der Aborigini war, was Versammlungsort für einen zeremoniellen Tanz meinte. Daraus hat sich das „Canberra“ entwickelt. Aber für die Namensgebung würde ein nationaler Vorschlagswettbewerb eröffnet. Ernsthaft in Betracht gezogen wurden Dinge wie „Wheatwoolgold“ und „Kangaremu“ (das Australische Wappen beinhaltet ein Kangaroo und ein Emu…), aber auch „Sydmelperadbrisho“ and „Meladneyperbane“. Weniger ernst gemeint, aber die Stimmung der Nation treffend, waren „Swindleville“ und „Gonebroke“.
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*Genau zum Beginn des 20.Jahrhunderts also bleibt anzufügen, für diejenigen, welche bereits wieder vergessen haben, dass der Hype um den Millenniumswechsel bei uns auch am falschen Datum stattgefunden hat. 2000 als letztes Jahr des 20. Jahrhunderts hatte einfach das bessere Marketing.
** Entdeckt wurde es zufällig und gleich zweimal von den Holländern, und zwar 1606 und 1629 an der Westküste, doch hatten diese es nicht „gemerkt“... Abel Tasman, auch Holländer, machte dann den dritten Irrtum, weil er 1642 Tasmanien entdeckte und glaubte, dies sei ein Teil von Terra Australis.
*** Seit 1836 wird in Sydney die Anniversary Regatta durchgeführt, was sie zur ältesten kontinuierlichen Regatta der Welt macht.
Posted by philipp.laemmlin at 22:49 | Comments (5)
14.01.05
Neuseeland Bilder online
Zwei Fotogalerien frisch geschlüpft
Ausserdem habe ich die Reihenfolge rechts umgestellt: Die neueste Galerie ist nun an erster Stelle - und wird für eine gewisse Zeit auch als "NEU" gekennzeichnet.
Fotogalerie Neuseeland I
Fotogalerie Neuseeland II
Und wenn ihr jetzt nach Neuseeland reisen wollt: Gute Idee! Es ist Sommer, warm, Natur pur - und genau auf der anderen Seite der Erde. Nur den "Wochenend-Ausflug" solltet ihr euch aus dem Kopf schlagen.
NACHTRAG:
Nun auch die erste Galerie von Australien online:
Australien: Von Adelaide nach Melbourne
Posted by philipp.laemmlin at 11:50 | Comments (2)
12.01.05
„Stencils“ – kreative Schablonen-Graffiti
Die Subkultur im Fitzroy Quartiers
Ok ok, ich bin in dem Bereich etwas unbedarft, aber bis jetzt kannte ich nur Graffiti (von hochästhetisch über witzig bis saublöd) und Tags (der egozentrische, hirnlose und destruktive kleine Bruder von Graffiti). Neu für mich – und echt begeisternd – waren die mit Schablonen gesprühten Icons (Stencils) und auch Papierbild-Plakate, welche vor allem die Wände der Seitengassen im Fitzroy Quartier zieren.
Die lebendige und leicht alternative Hauptstrasse des Fitzroy Quartiers mit Restaurants, Bars und Shops, ist übrigens die Brunswick Street, nicht die parallel verlaufende Fitzroy Street selbst (die ist ganz klein). Es gibt auch eine hippe In-Strasse, die Fitzroy Street heisst, diese ist aber die Lebensader des St.Kilda Quartiers. Äusserst verwirrend und nicht Rest-der-Welt-Logik
[ hey, mate, hungry? – f…, yeah, mate! where we go? – what ‘bout Fitzroy? – f…ing great idea. lets go to Brunswick street – no, f…, I mean the Fitzroy street – what? the f...ing little Fitzroy street in Fitzroy? – f… no, man! Fitzroy in St.Kilda! – great, mate…]
Aber Namensgebung und Orientierung in Australien ist sowieso eine Sache für sich. Nehmen wir doch nur schon die Aufteilung des Landes in Staaten. Beginnen wir mal links, wo mit einem sauberen Strich von Norden nach Süden fast ein Drittel der Insel als „Western Australia“ abgetrennt ist. Der nächste Drittel ist noch horizontal geteilt: Unten liegt „South Australia“ – nicht „Southern“, wie es logisch schiene – und darüber weder „Northern“ noch „North Australia“, nein, es ist „Northern Territory“. Richtig witzig ist das rechte Drittel, in dem es – der Aussi-Logik folgend – gar kein „Eastern“-irgendwas gibt, sondern das nördliche „Queensland“, das mittlere (nein, nicht südlichste…) „New South Wales“ und das südliche „Victoria“. Und dann ist da noch ein Mückendreck auf der Karte: „ACT“ (Australien Capital Territory), ein künstlicher Ministaat rund um die – politisch zwischen Sydney und Melbourne hinein gepflanzte – Hauptstadt Canberra (10mal kleiner als Melbourne, 13mal kleiner als Sydney). Ach ja, und „Tasmanien“ („Tassie“) gibt’s auch noch.
Posted by philipp.laemmlin at 06:34 | Comments (4)
Melbourne – Liebe auf den zweiten Blick
Polizei-Staat oder Kultur-Stadt?
Neujahr im Zentrum von Melbourne war abschreckend: Alkohol verboten, die Polizeipräsenz lähmend, die Gebotsschilder nervig und das Feuerwerk ziemlich peinlich… Zum Glück war ich mit tollen Leuten da, sonst hätte ich den „zweiten Blick“ vielleicht nicht getan. (Thanks an dieser Stelle an Dani für die Gastfreundschaft!).
Melbourne sei die Stadt des Sports und der Kunst. Nun, ersterem kam ich nicht allzu nahe, abgesehen vom Joggen um den See in Albert Park, wo einmal im Jahr die Formel1 Boliden rumkurven… :-)* Die Kunstausstellungen jedoch, ob permanent oder temporär, sind gigantisch, und wirken vor allem auch durch die wegweisende Architektur, was ja nicht jeder Stadt was wert scheint… (Aktuell war z.B. grad Edvard Munch, über alle Schaffensphasen, mit Umfeldwissen angereichert – aber halt leider nur mit Skizze vom „Schrei“, was zum Weinen ist. Das Original wurde ja gestohlen.)
Und die Kunst bescherte mir auch das lustigste Erlebnis in Melbourne:
Ich hatte in einer Seitengasse eine Gallery entdeckt, Tür war offen, ich trampelte rein und mitten in eine Aufbauphase. Alle jung, diskutierend, hämmernd, putzend. „Crowded“ würde die Ausstellung heissen, um 17:00 sei Vernissage und ich solle doch dann wieder kommen. Was ich tat. War spannend, suchend, frisch, frech. Hab drei Werke gekauft (kosteten weniger als ein Didgeridoo, und ist definitiv eine bessere Erinnerung…). Die Mutter einer Künstlerin war viel mehr aus dem Häuschen als die Tochter, denn es war der erste Verkauf, und dann erst noch ein „Internationaler“ (90$ für eine zweiteilige grosse Fotoarbeit…). Nun hab ich eine Einladung aufs Land. Egal.
Spassig wurde es nachher, als sie mich in die Bars der Gegend mitnahmen. Später kam der Hunger, und eine der Damen wollte unbedingt zum KFC (der Hühnchen-McDonalds). Also ein Minibus-Taxi für die Gruppe angehalten, losgefahren, KFC war zu. Neue Mission: Bier kaufen, Pizza bestellen und zu einem der Künstler heim. Die Bande war ziemlich angetrunken, lärmte dies und das aus dem Fenster – und wir fragten uns schon, wann uns der Taxifahrer rausschmeisst. Als Ross im Spirituosenladen verschwand, wusste einer nichts besseres, als aus dem nun stehenden Taxi einer küssenden Dame „Slut“ nachzurufen. Sie - mittel bis schwer „pissed“ - kommt angerannt, Freund plus Freund des Freundes dampfend hinterher. Da kommt der arme Ross nichts ahnend mit dem Bier aus dem Laden, und weil er der einzig Erreichbare war, bekam er eins an die Nuss. Nicht schlimm, aber völlig abgedreht. Unerwartet verhielt sich der Taxifahrer, der vor Lachen fast nicht mehr fahren konnte. Der Rufer zahlte das Bier, die Sache war gegessen. Und in gegen Morgen auch die zweite Runde Pizza.
Weitere Highlights: Raw Comedy Club im „The Evelyne“ (Das ist ein Wettkampf von Nachwuchs-Stand-Up-Comedians. Pro Abend haben 12 Neulinge je 5 Minuten Bühnenzeit. Und manchmal ist das ziemlich hart fürs Publikum. Schweine vor die Perlen geworfen…)
* PS zu Sport: Und natürlich einem „Footy“-Match am Fernsehen, wobei man fürs Kappieren wohl irgendein spezielles Gen braucht – oder etwas zu viel Australische Sonne… Dieses „Aussi Rules“ (Australien Rules Football) ist hier in der Stadt geboren worden, und 10 der 16 Liga-Teams kommen aus Melbourne selbst. Gespielt wird auf einem gigantischen ovalen Feld mit 36 Mann gleichzeitig draussen. Lonely Planet beschreibt es als Mischung aus „rugby, Gaelic football and total insanity“. So darf man den Ball kicken, mit der Hand schlagen - aber nicht werfen. Und wenn man damit rennt, muss man in alle 15 Meter „prellen“ (mit einem ovalen Ball…!!). Der Gegner darf angerempelt, niedergerissen, umgeschleudert, zerquetscht – aber nicht geschubst werden (und vielleicht nur dann nicht, wenn er eine grade Nummer trägt und auf dem linken Bein steht… Keinen Schimmer. Ist nicht immer gleich oder so…)
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Posted by philipp.laemmlin at 06:22 | Comments (0)
01.01.05
Auf ein "tierisch" gutes 2005!
ICH WÜNSCHE EUCH ALLEN EIN "AUSGESCHLAFENES" 2005 MIT MÖGLICHST "GROSSEN SPRÜNGEN"!
HAPPY NEW YEAR aus Australien!
Philipp
Posted by philipp.laemmlin at 15:17 | Comments (4)
Great Ocean Road – A Drive with a View
12 Apostel, 12'000 Touristen und 12'000'000 Fliegen
Ich will gar keine langen Worte machen: Diese berühmte Küstenstrasse auf dem Weg von Adelaide nach Melbourne ist zwar jetzt – die Sommerferien haben hier begonnen – stark frequentiert, aber visuell spektakulär und streckenweise fahrerischer Hochgenuss. Sozusagen das Tiramisu der Küstenstrassen. Lecker.
(Nur diese Fliegen machen mich irre!!!!)
Und ich hab meine erste Schlange gesehen. (Ist eine geringelte gleich eine Ringelnatter?
Auf jeden Fall war sie lieb und hatte anscheinend letzthin grad gegessen…)

Posted by philipp.laemmlin at 15:14 | Comments (2)
Wohl-Behütete Weihnachten
Mit Mel und Julia im Barossa Valley – nur "Gesang" fehlte…
Weihnachten fern von zuhause – da kann ich mir nun fast nichts Schöneres mehr vorstellen, als mit Mel und Julia im Barossa Valley die Weingüter zu besichtigen (Wein-Weihnachten sozusagen), die Sonne zu geniessen und die Welt zu verbessern… Thanks an die beiden!


Frauen mit Hut… überleben sicher länger unter der brennenden Sonne Australiens. Nein, „g’chäppälät“ waren sie natürlich nicht, nur wohl-behütet...
PS (für die beiden Girls): Mausoleum kommt - entgegen dem des Deutschen halbmächtigen Reiseleiters - aus dem Griechischen: von „Mausoleion“, dem prächtige Grabmal des König Maussollos II in Halikarnassos, welches auch als 4.Weltwunder bekannt geworden ist.
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Posted by philipp.laemmlin at 15:10 | Comments (0)














