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23.12.04
FROHE WEIHNACHTEN !!
FROHE WEIHNACHTEN !!
wünscht Euch allen von Herzen - halt dieses Jahr nur mit digitalgeknipsgebastelklebter Karte
the travelling Philipp
Posted by philipp.laemmlin at 01:51 | Comments (9)
14.12.04
Nicht mal Fliegen ist schöner
Mit einem Speedboat inmitten atemberaubender Bergkulisse den Dartriver hinauf "gleiten" macht mehr als nur Spass!
Ich will gar nicht viele Worte machen: Götterwetter, wolkenfrei, windstill, Jetboat, Wasserstrahlantrieb, 60 km/h, Gletscherfluss, Türkisblau, Three-Sixty-Maniacs, Niedrigwasser, Kurvenfeeling, nassgespritzt, Alpenpanorama, megag…!
Was mich sonst noch beschäftigte:
Ich hab mir ’ne Himbeer-Fanta gekauft. Ja, das gibt’s hier. Alle Fantas sehen in Neuseeland aus wie Retro-Anspielungen auf die Neonfarben der Achtzigerjahre. Besagtes Getränk erinnerte mich stark an Himbo (kennt jemand noch Himbo? Das Zeug, das einem s’Mami nie erlaubte und der Papi dann doch mal kaufte?). Egal. Auf jeden Fall steht da drauf: „5% Fruchtanteil“. „Aha“, denke ich, und „staun“ – da haben die also in die 600ml Flasche 30ml Himbeersaft gekippt. Respekt. Doch beim Lesen der Inhaltsstoffe das Fragezeichen: „…, 5% Apfelsaft, Geschmacksstoff, …“. Wie bitte? Da nehmen die einen künstlichen Geschmacksstoff, der im Zusammenspiel mit Apfelsaft Himbeer ergibt? [X + Apfel = Himbeer, also ist X = Himbeer – Apfel] Könnt ihr euch so einen Geschmack vorstellen? Wie schmeckt „Himbeer minus Apfel“ wohl??
PS II: Hawaii-Bilder sind online.
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Posted by philipp.laemmlin at 22:17 | Comments (0)
13.12.04
Ich vermisse die Weihnachtsstimmung
Ein lametta-geschmückter Lenkdrache im Schaufenster des Sportgeschäfts macht mich zwar nachdenklich, aber nicht besinnlich…
Zuerst muss ich gestehen: Ich liebe die Weihnachtszeit über alles. Das schon seit früher Kindheit. Damals waren die 24 Tage des Advent eine eigene Zeitrechnung – losgelöst vom Rest des Jahres. Ein Countdown, der selbst schon das Ereignis war.
Das hab ich nie ganz „abgestreift“. Ein Adventstag ohne brennende Kerze – undenkbar. Doch hier in Neuseeland ist alles anders. Die Tage werden länger, draussen ist es warm (na ja…) und hell, und was an Weihnachtsdekoration versucht wird, entbehrt nicht einer gewissen Tragik-Komik – welche transplantierten Traditionen wohl immer ein wenig anhaftet. Doch zum Glück ist es auch nicht der amerikanische Kitsch mit Rudolph, dem rotnasigen Rentier, oder einem plüschig-samtenen Nikolaus mit leiblichem Über- und inhaltlichem Untergewicht.
Aber ich vermisse es! Ja, ich will Zimtsterne und den grossen Christbaum im Kathedralen-Park und Bienenwachskerzen auf meinem Pult und Kartoffelpuffer mit Lachs und Glühwein am Weihnachtsmarkt von Hamburg. Ich will Schnee vor dem Fenster und gespiegelte Kerzenflammen im Rotweinglas und ein grosse Schale mit Erdnüssli, Mandarindli, Schöggeli, Bibberli, Chräbbeli…. Ich will stimmungsvoll beleuchtete Gassen für nächtliche Kopfreinwasch-Spaziergänge, frischen Lebkuchen zum Adventskaffee mit Freunden, einen unerwarteten Adventsgruss in meinem Briefkasten. Ich will mir den Kopf beim Weihnachts-Einkaufen zermartern, Geschenke einpacken und unter den unübertrefflichen heimischen Christbaum legen - und das Leuchten in den Augen meines Göttibuebs und meiner Nichte sehen können am Heiligabend.
Geniesst es für mich, ja? Macht eine kleine Adventspause, nehmt euch Kaffee und ein paar Guetzli, zündet eine Kerze an – und dann… na ja, wenn ihr nicht an mich denken wollt ;-), dann ruft doch jemanden an, den ihr schon viel zu lange nicht mehr gesprochen habt. Oder sagt jemandem mal wieder, wie wichtig er/sie ist in eurem Leben. Einfach so. Adventlich eben. Eine tolle Zeit…
Ehrlich. Ich bin froh, dass ich Weihnachten nicht alleine verbringen muss :-))

Ein "stimmungsvoller" Schneemann in Neuseelands Sommer... ;-)
Posted by philipp.laemmlin at 08:20 | Comments (3)
12.12.04
Nur ein totes Possum ist ein gutes Possum
Man braucht nicht Jäger sein, nur Sammler - und 50km neuseeländische Strassen ergäben einen prächtigen Pelzmantel
Es kommt einem vor, wie in einem Computerspiel: Man fährt über die Landstrassen und durch die Wälder Neuseelands – und überall Tiere, denen man ausweichen muss. Nur dass ich glaube, dass die Kiwis beim Possum draufhalten und nicht ausweichen: Dididing – 100 BONUSPUNKTE!
Mit der Idee des Pelzmantels hat alles begonnen. 1858 hat der Seefahrer Christopher Basstian die ersten Possums für eine Pelzzucht aus Australien mitgebracht – und kein Australier kommt hier um eine Bemerkung über den Ursprung dieser Tierpest herum… Heute bevölkern 70 Millionen dieser gefrässigen „Australier“ die Inseln. Sie schädigen Flora und Fauna, fressen am liebsten die Triebe der schönsten einheimischen Bäume, und machen auch vor den Nestern der einheimischen Vögel nicht halt. Die Bekämpfung ist bis heute erfolglos.
(Hier ein Link auf mehr Possum-Info - mit Foto, was ich nicht hab...)
Dabei war hier früher ein Vogel-, Insekten und Pflanzenparadies. Vor der Landung der ersten Siedler gab es keine Säugetiere (!) auf Neuseeland (ausgenommen zwei Fledermausarten). Die Vögel übernahmen deren Rolle: Moas (ausgestorbene Riesenvögel, flugunfähig, 3m gross und 250kg schwer) waren die „Schafe“ der Insel und grasten die Hügel ab, das stark gefährdete Wappentier, der Kiwi, nimmt die Rolle der Maus oder des Igels war und verspeist bodennahe Insekten. Aber auch zum Beispiel Schnecken werden hier handtellergross und verschlingen grosse Regenwürmer am Stück.
Dann brachten die Polynesier die ersten Nagetiere auf die Insel, welche sie als „Frischhalte-Snacks“ für die Überfahrt dabei hatten. Doch richtig schlimm wurde es erst bei der Besiedlung durch die Europäer, welche tief in das natürliche Gleichgewicht eingegriffen haben. Die einheimische Pflanzen und Tierwelt sah sich neuen Feinden gegenüber – vor allem für Vögel katastrophal, weil sie mangels natürlicher Feinde ihre Nester nicht auf Bäumen bauten, sondern einfach so am Boden, sozusagen ein kaltes Buffet für die eingeschleppten Säugetiere. (Als wären rücksichtslose Nutzholz-Rodungen, Robben- und Walabschlachtungen, Bodenbetrug an Einheimischen etc. nicht schon genug der Gastgeschenke gewesen…)
Schon auf Hawaii kam ich mit diesen Besiedlungs-Sünden in Kontakt: So vermehrten sich die auf Schiffen mitgebrachten Ratten fast ungehindert – weshalb man den Mungo einführte, um die Ratten zu fressen. Dabei „vergass“ man aber den kleinen Umstand, dass Ratten nachtaktiv und Mungos tagaktiv sind. Nun gibt’s von beiden viel zu viele. Oder eine gute Engländerin hat „Fountain grass“ – eigentlich eine zähe afrikanische Art – als Zierpflanze für ihren Garten mitgebracht. Heute ist fast ganz Big Island davon überwuchert, und das einheimische, nahrhaftere Gras weitgehend verdrängt. So gibt es zahllose weitere traurige Beispiele…
(Wer eine ganze Liste Siedler-Sündern an der Fauna und Flora von Amerika nachlesen will, findet sie im bereits erwähnten Buch „Lullaby“ von Chuck Palahniuk (nicht sein bestes übrigens…). In jedem Buch hat er gewisse thematische Obsessionen, denen er mit Detailbesessenheit frönt., in „Flug 2039“ sind es zum Beispiel Fleckenentfernung, Kunstblumen und sichere Diebstahlmethoden. Ist übrigens für Interessierte neben „Fight Club“ meiner Meinung nach der beste Einstieg in seine überdrehte Welt. Wer mit „Der Simulant“ beginnt, kann etwas „erschreckt“ werden… - sorry, Isa!)
Posted by philipp.laemmlin at 23:45 | Comments (2)
05.12.04
Der Reiseplan auf der Papierserviette
Das Sponsoring Team von „The National Bank“ zeichnet meine Reiseroute für die Südinsel…
Weit war ich nicht gekommen in meinem neuen Buch (und dabei reisst Chuck Palahniuk einen auch in „Lullaby“ ohne Umwege in seine abstruse Welt hinein/hinab(?)…). Hatte mich mit einem Glas hiesigem Pinot Noir draussen vor einer Bar an ein Tischchen gesetzt (leider etwas weit weg vom Heizstrahler…). Kurz nach dem Prolog schon klopft mir jemand vom Nachbartisch auf die Schulter: Was ich denn lese? Und ich soll gefälligst rüber an ihren Tisch wechseln…
Sofort kommt natürlich die unausweichliche Frage: Was denkst du über Neuseeland? Und hier in Wellington folgt direkt noch eine: Wie hat dir Auckland gefallen? Wellington als Hauptstadt ist nicht mal halb so gross wie die wirtschaftlich bedeutendere Rivalin im Norden. Also Vorsicht bei der Antwort… :-) Dies alles lange, lange bevor wir überhaupt die Namen austauschen: Denise, Fiona, David und Marcus – das Sponsoring Team der beliebtesten Bank von Neuseeland (die letztes Jahr von der unbeliebtesten Bank aufgekauft wurde…).
Coole Typen! Offen, spontan und witzig – und äusserst hilfreich, als sie die Planung meiner Route auf der Südinsel mit Hilfe einer Papierserviette an die Hand nahmen. Und ausdauernd… Ich musste mir auf jeden Fall auf dem Heimweg eine grosse Notfall-Wasserflasche aus einem der 24/7-Läden holen. Doch die Nachtruhe war kurz: Um 10:30 holte mich David mit seinem Auto ab und fuhr mich auf alle Aussichtspunkte rund um die Stadt und durch die wunderschönen umliegenden Buchten und Täler. Eine Traumgegend zum Wohnen. Viel Grün, überall raue Küsten und tiefblaues Meer – und eine lebendige Kulturszene sowie ein nimmermüdes Nachtleben. Fünf Sterne für Wellington!

David zeigt mir Wellington und Umgebung
PS: Da die National Bank auch das NZ Cricket Team sponsort, war ich etwas aufmerksamer, als im Sportscafé das Länderspiel gegen Ausstralien lief. Nun, ich begriff nix! Aber ein hilfreicher Postbeamter neben mir erklärte mir die Regeln und Ausnahmen und Stärken der Spieler und überhaupt... 7 Stunden dauert so ein Match (da brauchst du keine anderen Hobbies). Doch gegen Schluss wird es echt spannend. Und was fast aussichtslos schien beim Rückstand der Neuseeländer wurde durch ein spektakuläres "48. Over" gerettet - und sie siegten :-)
Posted by philipp.laemmlin at 22:21 | Comments (2)




