« Meine Möbel sind verladen - und ich geh schlafen :-) | Main | WETTBEWERB - Was ist das? »
01.10.04
Überschwemmung in der Wüste
Nach katastrophalen Überflutungen und Schlammlawinen im Death Valley Mitte August sind noch nicht wieder alle Strassen offen.
Vielleicht hat der eine oder andere das ja gelesen: Am 15. August führten ungewöhnlich heftige Regenfälle im Death Valley - einem der heissesten und trockensten Orte - zu Schlammlawinen und Überschwemmungen. Das klingt zwar lustig, war es aber ganz und gar nicht, denn zwei Menschen kamen dabei sogar ums Leben.
http://www.nps.gov/deva/Photos.htm
(Einen kurzen Überblick zum Thema "Death Valley" gibt wie so oft Wikipedia.)
Noch heute sind nicht alle Strassen wieder offen. So unter anderem der anscheinend wunderschöne "Artist Drive" und auch die direkte Verbindungsstrasse über "Badwater" nach Las Vegas. Vom Wasser selbst ist nicht mehr viel übrig - nur teilweise unter einer schützenden Salzkruste ist noch feuchter Schlamm.
Doch das Tal selbst ist ein spektakuläres physisches und visuelles Erlebnis. Ich wanderte im "Golden Canyon" zu der sogenannten "Red Cathedral", was 2 Meilen hin sind. Beim Anfang des Pfades steht: "Achtung, Wüstenwandern ist heikel, viel Wasser mitnehmen, mind. 2 Liter." Doch der Philipp denkt natürlich "Phaaa! Ich bin wandergewohnter Schweizer. 4 Meilen sind ja nur ein knappes Stündchen. Ein kleines Fläschchen in der Hosentasche wird schon reichen... (Vor allem, weil da auch noch so witzige Hinweise stehen, wie "Das beste Mittel gegen Schlangengift ist, nicht gebissen zu werden"...)
Und dann läuft man los. Dummerweise auch noch mittags. Kein Schatten. Der Schweiss läuft auch. Und trifft man anfangs noch ein paar andere Touris, so wird es gegen hinten sehr sehr einsam... Da gehen einem plötzlich seltsame Dinge durch den Kopf - und man ist vorsichtig, sich ja nicht den Fuss zu übertreten oder Schlangen zu treffen oder so... Selbst für Fotos nimmt man sich hinten nicht mehr viel Zeit. Rasch den letzen Schluck des inzwischen heissen Wassers und wieder raus hier.
Plötzlich summselt eine Fliege um den Kopf. Was macht die denn hier fernab von allen Marmeladenbroten und Kuhfladen? Wahrscheinlich - so denkt es im etwas überhitzten Kopf weiter - sind hier nur genetisch dumme und entscheidungsschwache Fliegen. Die jungen Fliegen werden geboren, denken "Was soll das denn? Wüste? Das ist aber gar nicht lustig, so fernab von allen Marmeladebroten und Kuhfladen...". Einige genetisch weiterentwickelte denken: "Nur weg hier!", fliegen los und verenden irgendwo unterwegs (na ja, so ohne Kompass und alles bei über 40 Grad...) Die zurückbleibenden sitzen also rum, überlegen hin und her, können sich nicht entscheiden, und weil sie nichts anderes zu tun haben, bevor auch sie eingehen, vermehren sie sich halt. Et voilà.
Ja, genau - es war deutlich, deutlich zu heiss dort...
--------
Posted by philipp.laemmlin at 01.10.04 22:27