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27.09.04

Meine Möbel sind verladen - und ich geh schlafen :-)

Ein Hoch auf meine Eltern und meinen alten Bruder, die dafür Sorge tragen, dass mein Umzug in St.Gallen klappt - während ich in Las Vegas rumhänge...

Hab soeben mit daheim telefoniert: Dort ist es 10:00 morgens, und das Umzugs-Team (früher "Zügälmannä") hat grad mein Inventar verfrachtet. Die Umzugs-Koordinatorin (=Mutter) ist zufrieden. Alles auf Kurs.

Ich selber komme soeben aus einer Cirque du Soleil Nachtvorstellung und sitze in meinem Pyramidenzimmer im Luxor in Las Vegas am Compi, Bettdecke zurückgeschlagen, ... Schon eine sehr angenehme Art von Umzugsstress... ;-)

Zu meiner Verteidigung muss ich anbringen, dass meine neue Wohnung vom Vormieter blockiert wurde (Schlichtungsstelle bla bla...), sonst wäre das alles vorher über die Hebebühne gegangen. Bin meiner Family sehr dankbar - MERCI! - dass ich die Reise nicht verschieben musste.

Für alle, die ausgezeichnet organisiert sind, und sich meine neue Adresse für Mai 2005 schon mal merken wollen:
>> Teufenerstrasse 124, 9000 St.Gallen
(Da hab ich keinen Neubau mehr vor der Aussicht und keine Teilhabenden an meinem Leben in den angrenzenden Büros...)

"Guten Umzug!" nach St.Gallen - und "Gute Nacht" für mich.

Posted by philipp.laemmlin at 10:10 | Comments (4)

25.09.04

Kalifornien ist ausgebucht... NO Vacancy!

Ich befürchtete ja schon, dass es meine zweite Nacht dieser Reise im Auto werden würde. Nach ca. 100 Meilen (x1.61=km) Zimmer-Suche dann doch noch ein wenig Glück :-)

Nach Kings Canyon und Sequoia Nationalpark wollte ich mich für das Death Valley in gute Position bringen. Dachte, dass ich an der 395 in Lone Pine ein Zimmer nehmen würde... Ups. Weit gefehlt. NO Vacancy! Im ganzen Kaff...

Also weiter. Doch bis und auch in Bishop: NO Vacancy! Alles voll! Unglaublich! Ganze Wagenkolonnen pilgerten von einem Hotel zum anderen. Hoffnungslose Herbergsuche. Wo wir auch anklopften, die Türen blieben uns verschlossen...

Nun gut... Mein "Isuzu Rodeo" (war das Budget-Online Sonderangebot...) bietet wenigstens genug Platz zum pennen. Doch vorher: Have a Break - have a "Jack in the Box" (The Ultimate Cheeseburger mit Curly Fries! Schlabber...).

Beim Tresen lagen Karten von einer Lodge kurz vor Mammoth Lakes: Mit dem letzten Strich Strom im Handy noch angerufen: NO Vacancy! - Ob er was anderes wisse? - In Mammoth selbst habe es tausende Zimmer. Kein Problem. Er könne mir eins reservieren. Ich soll in 2 Minuten nochmals anrufen. - Eigentlich schon ohne Strom dann die Nachfrage: Alle angerufenen Hotels "NO Vacancy". Aber das sei gar nicht möglich... (Dann folgte etwas Small Talk, was mir das Angebot einbrachte, dass ich, falls erfolglos in Mammoth, bei ihm auf der Couch pennen könne. Immerhin.)

30 Meilen später also Mammoth. Ein grosser Teil der Pilgerfahrer hatten es auch bis hierher geschafft. Kopfschüttelnde Menschen kommen aus den Lobbies der Hotels. NO Vacancy... In eins geh ich dann doch selber rein. Da sitzt ein junger Typ: NO Vacancy! Wir quatschen über Skifahren in der Schweiz, über Davos etc etc. Plötzlich: Ein Zimmer wisse er noch, sei aber ausserhalb und etwas gehobener. Ein Anruf, und ich hab's. Das Letzte. In einem Ressort weit ausserhalb des Dörfchens...

Das "Zimmer" entpuppte sich als Wohnung mit Stube, Küche, Terrasse, zwei Schlafzimmern, zwei Badezimmern, drei Fernsehern - und High Speed Internet in jedem Raum :-))

Darum dies! Und jetzt geh ich schlafen... Gute Nacht!

(Des Rätsels Teillösung: Hier ist am Wochendende ein nationales Bikerennen. Scheint auf Interesse zu stossen...)

Posted by philipp.laemmlin at 08:17 | Comments (1)

22.09.04

Macy's in New York schon mit erster Weihnachtsbeleuchtung...

Und mit Rückenwind in nur 5h 20’ von New York zurück nach San Francisco.

Normalerweise ist nur der Hinflug so „kurz“, der Rückflug hätte eine Stunde länger dauern sollen. Aber die Winde waren uns günstig gesinnt. Als Ausgleich machten wir einfach zum Spass 45 Minuten Warteschlangenfahren auf dem JFK. Wie gewonnen, so zerronnen. Hat doch nicht für zwei Kinofilme nach dem Abendessen gereicht.

Ich war vorher noch nicht in New York. Hat sich einfach nie ergeben. Schade eigentlich, muss ich jetzt nach 72 viel zu kurzen Stunden sagen. Nicht nur wegen der Stadt – aber die hat schon was ganz Besonderes.

Natürlich: NY ist unüberschaubar, verkehrslärmig, mit Perma-Sirenen-Klangteppich, ohne Gruss im Wohnhochhauslift, mit sichtbarem Elend, ohne Metro bei starkem Regen, … aber das sind Kleinigkeiten.

New York ist vor allem begeisternd, ist bunt und lebendig und verlockend. Da sind die unzähligen Kneipen und Restaurants ganz weit ausserhalb des Fast Food; die hippen Bars als Wegweiser für zeitgenössischen Stil; der einzigartige Mix von alt-ehrwürdigen und top-modernen Wolkenkratzern wie wohl kaum sonst wo auf der Welt; die 24h Service-Mentalität, bei der es kein „zu spät für den Einkauf“ gibt und Sonntagsverkauf nicht geregelt, sondern die Regel ist; das meist friedliche Nebeneinander zig-dutzend ethnischer Gruppen… Und vieles hab ich gar nicht erlebt: den starken Pulsschlag der Mainstream- und Underground-Kultur zum Beispiel…

Auf jeden Fall: Herzlichen Dank an Isa und Alex für die Gastfreundschaft und die Cityguidance. Ich hab es sehr genossen – der kurze Flug ist ein Klacks… :-)
isa_alex.jpg

Und auch einen lieben Gruss an Alexander Hahn (das war der 1.namics.kunst.preis.träger) – ich habe mich gefreut, dich beim alljährlichen Filet Mignon zu begleiten ;-) Und natürlich auch, deine virtuell bereits bekannte Wohnung auch noch real zu erleben – auch wenn ein Corona natürlich noch lange kein Cresta ist…
(Alexander Hahn - N 40º 43' 16" W 74º 59' 11")

Posted by philipp.laemmlin at 04:40 | Comments (5)

Exklusiveintrag für die ACC-Jungs

Für die anderen ist das nix. (Die ACC-Jungs, das sind meine Pubertäts-Freunde aus der ach-so-schönen Zeit der nahenden Adoleszenz damals in Engelburg…)

Hallo Jungs

Mein Auto im Westen Kanadas hatte: … eine ACC Stellung beim Zündschloss!
ACC.jpg

Da musste ich natürlich täglich an Euch denken. Auf der Position lief dar Wagen zwar noch nicht, aber Musik konnte man hören. Passt doch ganz gut… ;-)

Sie hatten mich upgegraded auf einen Pontiac Grand Prix GT :-) Nettes Gefährt. Aber mit etwas seltsamen Features ausgestattet. So wurde das Radio lauter, wenn man schneller fuhr. An sich eine gute Idee – nur bei dem Auto und den Kanadischen Geschwindigkeitsbeschränkungen war das einzige, das laut wurde, das Radio. Musste ich zurückdrehen, weil ich es nicht mehr aushielt, so war ich vermutlich zu schnell. Auch eine Form der Prävention…
Ausserdem schloss sich der Wagen selbst ab beim Schalten ins D. Und wenn es dunkel wurde, erschient auf der LCD Anzeige „Headlights suggested“- falls man grad stand und nicht auf ihn hörte, dann machte er eben selbst Licht an. Auch wenn man ihn abstellte. Egal, jetzt ist Licht. Genauso wie die „Low Fuel“ Warnung die Kilometeranzeige übersteuerte – was Blindflug zur nächsten Tankstelle bedeutete.

Ihr seht – einmal ACC, immer däbii.
Also, ihr Leidensgenossen des Älterwerdens: Auf spätestens das Olma-Fondue, wenn ich zurück bin!
Fips

pontiac.jpg

Posted by philipp.laemmlin at 04:38 | Comments (2)

15.09.04

Fotos vom Osten Kanadas auch live

Einige haben das ja schon gemerkt, aber ich sitze grad so rum und warte auf meine Wäsche...

Bin in Victoria angekommen. Leider nur ein Tag übrig - morgen früh um 7:00 muss ich auf der Fähre hinüber nach Vancouver sein, mittags geht dann mein Flug nach San Francisco. Aber da schlaf ich nur kurz und mach am Tag darauf einen "kleinen" Abstecher nach New York (liebe Grüsse an dieser Stelle an Isa(!) und Alex, meine Gastwirte und Fluggründe, sowie an Alexander: Beta-Tester freut sich auf Samstagabend-Bierchen...)

Ja, und hier im "Ocean Island Backpackers Inn" sind die 4 Waschmaschinen dauerbelegt. Doch mein Kleidervorrat geht genauso wie die Tage hier zur Neige. Und weil ich lieber früh aufstehe als mich anstelle, sitz ich eben jetzt im Morgengrauen mit Pappkaffeebecher rum und warte bzw. tippe.

Kanada - Ontario
Kanada - Québec
Kanada - Nova Scotia

So, nun in den Trockner damit...

Posted by philipp.laemmlin at 15:30 | Comments (2)

11.09.04

Ein Bär !! - Judihui :-)

Bear-County verdient den Namen also doch zu Recht.

Ein paar Stunden nach meinem letzten Homepage-Eintrag traf ich dann doch auf einen Schwarzbären, der Beeren von den Sträuchern frass. Schon cool, so ohne Gitterstäbe oder "Bärengräben" dazwischen...

bär1.jpg

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bär3.jpg

Posted by philipp.laemmlin at 02:43 | Comments (4)

09.09.04

Ohne Kolumbus ginge Winnetou zu Fuss durch die Prärie.

Oder: Wenn's regnet im Paradies, wandern eben die Gedanken.

"Indianer und Pferd", das war für mich immer so wie "Winter und Schnee", "Dick und Doof", "Pommes Frites und Ketchup"... Zwingende Paare eben. Doch früher hatten die amerikanischen "First Nations"* keine Pferde - weil es diese Tiere auf dem Kontinent einfach nicht gab. Was für ein Schock für meine Kindheitsvorstellungen.

Erst 1493, auf seiner 2 Fahrt auf die Karibischen Inseln, brachte Kolumbus die ersten Pferde mit. Durchgesetzt haben sich die Tiere aber erst nach 1519, als Cortez in Mexiko seine unrühmliche Eroberung der Azteken begann. Nachfahren der teils abgehauenen, teils zurückgelassenen spanischen Reittiere wurden die wilden Mustangs, welche sich rasch anpassten und ausbreiteten. Die indianer integrierten diese Tiere sehr schnell in ihre Kultur. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde diese - ausnahmsweise positive - Gabe der Weissen in fast allen Stämmen als Nutztiere gehalten und erfolgreich weiter gezüchtet. Das änderte ihre Art zu jagen, zu kämpfen, zu reisen, zu handeln, ja zu leben ganz dramatisch.

Dies war für mich absolut neu und überraschend. Stand in einem Buch hier aus der Hotel-Bibliothek. Eben ja, mein Paradies: Die Emerald Lake Lodge im Yoho Nationalpark! Kleine Hütten mit je 4 Zimmern auf einer Halbinsel inmitten eines türkisfarbenen Bergsees, gespeist von einem Gletscher oben im Gebirgskamm, der das Tal umschliesst. Rundherum Wald und Stille, kein TV, kein Handyempfang. Das Zimmer hat einen überdeckten Balkon zum See, ein Kaminfeuer, knarrenden Schreibtisch, bequeme Lesesessel... :-)) Im Hauptgebäude ist ein ausgezeichnetes Restaurant (was gar nicht so einfach zu finden ist hier), einen Snookertisch und eine angenehme Auswahl an Single Malt Whiskys in der Bar. Jetzt noch eine Zigarre zum Buch - und was kümmert mich der Regen draussen...


*politisch korrekt sind das ja "First Nations". Aber "chumm, mir spiläd koboi und först näischn" klingt auf dem Spielplatz auch seltsam...

[KANADA/west/alberta/yoho/emerald lake lodge]
Emerald Lake Lodge

Posted by philipp.laemmlin at 08:53 | Comments (2)

Der "Elk" ist kein Elch - schmeckt jedoch hervorragend

Streifzug durch die Fauna des Bear-County (Jasper, Banff, Yoho Nationalparks), doch - bis jetzt - noch keinen solchen gesehen.

Dafür viele andere Tiere. Aufregend, sie auf freier Wildbahn und nicht im Zoo oder auf ORF2 zu sehen. Bei geführten und eigenständigen Hikes frühmorgens oder in der Abenddämmerung sah ich: Eben viele "Elks" (=Wapitihirsche, mal friedlich grasend, mal zu nahe kommende Fotografen attakierend, mal gebraten mit Spätzle), ein "Moose" mit ihrem Kalb (DAS sind nun Elche, äusserst scheu, 3 Jahre begleitet das Junge die Mutter und lernt, Lektion heute: "Das da drüben sind Menschen..."), Biber (abends, gemächlich und noch etwas verschlafen durch das Habitat paddelnd und frühstückend, kein anderes Tier ist so umfassend gestaltend tätig, ein Bächlein wird zum See und Sumpfgebiet, ein 20cm Baum fällt in 15min), einen Koyoten (verspeiste grad einen erlegten Raben, seltsamerweise ohne Rudel, wollte wohl nicht teilen), "white-tailed mule deer" mit zwei Kitz, Eich-, Erd- und Streifenhörnchen, Murmeltiere, Weisskopfseeadler, Loons, etc etc...

Einmal dachte ich: Jetzt aber. Ein Bär am anderen Seeufer. Doch der Feldstecher machte aus dem Bären einen Wolf... Schade, schade, aber immerhin. Aus sicherer Distanz wär das schon toll. Nur nicht beim Wandern so um die Ecke biegend... Ich hab zwar die Regeln zum "richtigen Verhalten" studiert - doch ob der Bär die Broschüre auch kennt...?

Noch was zum Adler: Ist gar nicht so ein edles, stolzes Tier. Lässt lieber andere jagen und klaut dann als Stärkerer dem Jäger die Beute. (Welches Land hat jetzt auch wieder den Adler als Wappentier...?) Für die Indianer war der Rabe der edelste Vogel.

Was mir sonst noch so durch den Kopf ging:
Feuer: "Halt still. Es tut auch gar nicht weh."
Zitterpappel: "Du willst mich wohl verkohlen...?"

Ja, das war's dann eigentlich auch schon wieder...

[KANADA/west/alberta/rocky mountain national parks]

Posted by philipp.laemmlin at 08:18 | Comments (5)

04.09.04

FOTOS - die ersten 3 Galerien endlich live

Ein kleiner Eindruck von Island, einer traumhaft schönen Insel mit überraschend kreativer Natur.

Vom weiteren Verlauf der Reise werden die Bilder nach und nach folgen. Ist doch noch etwas Arbeit...

Sorry, dass die Thumbnail-Übersichten bei Hochformat-Bildern ein wenig "auseinanderfallen"... Vielleicht lässt sich das ja noch korrigieren.

Zu finden rechts unter "Pictures", oder einfach hier:

Island I
Island II
Island III

(PS: Ich habe nachträglich die Gallerien Island II und III auf Bildgrösse 600x450 reduziert. Ist bei einer Auflösung von 1024x768 deutlich besser zu betrachten.)

Posted by philipp.laemmlin at 08:27 | Comments (15)

02.09.04

Beat aus Schaffhausen zeigt mir das 108 Mile House

… das eigentlich das 105 Mile House war auf dem Cariboo Trail der Goldsucher.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts Gold im Fraser River gefunden wurde, lockte das Tausende von Abenteurern auf ihrer Suche nach dem grossen Glück (…aha, darin dort liegt das also) flussaufwärts in die Region des Cariboo. 1858 begann man mit dem Bau eines Karrenwegs von Lillooet aus (von dort hab ich einigen von euch ein Mail aus einer mit drei Computern bestückten Baracke neben der Bäckerei geschrieben). Da das Reisen damals sehr gefährlich und beschwerlich war, wurden entlang dieses Cariboo-Trails alle paar Meilen Rasthäuser errichtet, wo auch die Postkutschen ihre Pferde wechseln konnten. Und diese benannte man einfach entsprechend ihrer Distanz zu Lillooet mit der Meilenzahl. Irgendwie clever.

Was die Reisenden nicht wussten: Am gefährlichsten war die Reise für sie beim Übernachten im 108 Mile House. Dieses wurde 1875 bis 1885 von der wegen mehrfachen Mordes aus Schottland geflohenen Agnus MacVee betrieben. Nordwärts ziehende Junge Mädchen – die ihrerseits das Glück im Finden eines fündig gewordenen Goldsuchers suchten – wurden von ihr niedergeschlagen, gefangen gehalten und an „bedürftige“ reiche Männer „vermietet“ oder gleich ganz verkauft. Heimreisende mit einem lohnenden Sümmchen – was meist am Verhalten in der hauseigenen Bar zu erkennen war – wurden im Schlaf umgebracht, beraubt und verbrannt oder verscharrt. 1885 machte ihr am „Geschäft“ beteiligter Mann einen dummen Fehler, was er am nächsten Morgen beim Frühstück – von seiner Frau mit Gift angereichert – mit dem Leben bezahlte. Sein Fehler führte zur Festnahme von Angus MacVee und ihrem ebenfalls involvierten Schwiegersohn, und beide wurden zum Tode durch Erhängen verurteilt. Angus entzog sich dem Urteil, indem sie sich in der Zelle selbst vergiftete. Der Schwiegersohn packte aus, um im wahrsten Sinne seinen Hals zu retten. Er starb trotzdem am Galgen… Nur: Das über die Jahre geraubte Gold wurde nur zu einem Bruchteil wieder gefunden, zum Teil beim Abriss des Hotels 1892 und viele Jahre später beim Bau des Flugplatzes in der Nähe. Wo ist wohl der Rest vergraben…?

Ach ja, Beat: Er sass auf der Veranda und rauchte, als ich ankam. Da man hier „aus statistischen Gründen“ immer gefragt wird, woher man kommt, war schnell klar, dass wir Schwiizertütsch plaudern konnten. Er ist ein am Friedenstags des WWII in Frankreich geborener Schaffhauser mit einem Haus im Kanton Bern (das er aber gerne verkaufen würde), der hier von der Historischen Gesellschaft für Übersetzungen und Führungen angestellt ist. Mit seiner vierten Frau – einer Norwegerin, die auf Weltreise war und beim Autostoppen bei ihm einstieg, woraus 21 gemeinsame Jahre wurden… – hat er hier in der Pampa vor drei Jahren eine 160 Hektar Ranch gekauft, mit riesigem Haus und eigenem See. [Für die Landwirte unter euch: So eine Ranch will hier niemand, weil zu klein ;-) Der schweizerische Durchschnittsbauernhof umfasst gerade mal 15 Hektar, nicht mal 10% sind grösser als 30. Hier rechnet man ca. einen Hektar pro Kuh, und 160 Hektar taugen nix. Der grösste „Bauer“ Kanadas hat eine Ranch von 20'000 km2… Genau: das ist die halbe Schweiz!! Umrechnen in Hektare könnt ihr das selber…] So wurde aus Beat, der die meiste Zeit seines Lebens im mittleren Osten und Afrika lebte, ein Hobby-Farmer und Touristenführer. Doch seine Leidenschaft gilt dem Schreiben, nur will die Bücher niemand kaufen…

Und dieser Beat führte mich also durch das 105 Mile Hotel, welches vor ein paar Jahren bei der Verbreiterung der Strasse weichen musste und um drei Meilen nordwärts an den Platz des ehemaligen Mörderhotels verschoben wurde. Es ist nun Teil der „108 Mile Heritage Site“, einem Museumsdorf mit verschiedensten erhaltenen Gebäude aus der Zeit des Goldrausches.

[KANADA/west/british columbia/cariboo road]

Posted by philipp.laemmlin at 08:51 | Comments (1)

“Jaws of Death”, “Devil’s Kitchen”, “Witch’s Cauldron”, ...

Nein, das ist nicht meine Ausleihliste aus der Videothek.

Nun ja, ich muss gestehen, ich hab das halt einfach noch nie gemacht... Ehrlich. Und dabei fehlt es nicht an Gelegenheiten. Schade irgendwie. Bei uns daheim ist es auf dem Inn in, und sie gehen auch in den Rhein rein. Auf den Bildern sieht das immer so super-super-spassig aus.

Und soll ich euch was sagen: Es ist auch spassig! :-) Rafting durch „Devil’s Gorge“ auf dem Thompson River. Und die Namen im Titel sind ein Auszug aus den 20 überwundenen Stromschnellen. Leider sind die hippen Jungs und Mädels von Kumsheen, dem Veranstalter, trotz vollständiger Umstellung auf digitale Fotografie nicht fähig, einem die Bilder auch digital zu verkaufen. Nein: Bestellschein ausfüllen und Wochen später treffen reale Abzüge per Post daheim ein. Daheim? Dann seh ich sie in 7 Monaten… Was soll das denn bitte? Einen kleinen Eindruck gibt zumindest ihre Website unter: http://www.kumsheen.com.

Dabei hatte ich erst gar kein Glück, denn als ich in Lytton übernachtete, dem Ort des Zuflusses vom Thomson in den Fraser und Ausgangspunkt für gutes Rafting, da regnete es und wurde schweinekalt. Also weiter bis Kamloops, das zwar klingt wie eine neue Sorte von Frühstücksflocken von Kellogs, aber schon 1812 als Fort an strategischer Lage gegründet wurde und durch Pelzhändler, Goldgräber und später Rancher zum wohlhabenden Ort heranwuchs. Mit heute 80'000 Einwohner ist es die grösste Stadt der Gegend und „Big City“ für die Cowboys der umliegenden Ranches. Und da ich ein wenig in der Stadt aufgehalten wurde, nachdem ich mit Winston, einem fast zwei Meter grossen Schwarzen aus Detroit, der Salesman bei einer Streaming Media Company ist und eigentlich in Vancouver und Victoria arbeitet, aber fürs Wochenende „aufs Land“ fuhr, ins Nachtleben, welches die Stadt tatsächlich hat, ein- und erst nach Morgengrauen, von einer Privatparty kommend, wieder auftauchte, wurde das Wetter wieder schön – und ich kehrte um und raftetetete.

Doch vorher muss man ein langes, langes Dokument unterschreiben, dass man sich bewusst sei, dass Rafting eine mit Gefahren verbundene Aktivität wäre, welche man ganz und gar freiwillig gewählt habe, und bei der man sich leichte, mittlere oder gar schwere Verletzungen zuziehen oder auch sterben könne – dass man aber auf keinen Fall selbst oder durch Verwandte oder Bekannte oder Freunden von Bekannten oder Firmen oder Angestellte von Firmen oder wen auch immer eine Klage gegen den Veranstalter führen würde. Dieser Sachverhalt ist ca. 5 Mal unterschiedlich formuliert. Ich habe begriffen und unterschrieben. (Anyway – das bereits von der Kreditkarte abgebuchte Geld wäre sowieso auf ebenfalls gar keinen Fall, also auch nicht bei Nichtunterschreiben des Dokuments und Rückzug vom Ausflug, rückzahlbar…). Dann kriegt man Regenkleider und eine Schwimmweste und eine 15-minütige Einführung in das Verhalten bei einem Unfall. Danach geht’s los – und Regenkleider oder nicht, nach den ersten Stromschnellen ist man bis auf die Unterhose nass. Aber es macht Spass, besonders, weil die junge Balinesin in unserem Boot zuerst noch freudig, dann nur noch panisch schreit bei jeder grösseren Welle ;-)

[KANADA/west/british columbia/lytton]


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Posted by philipp.laemmlin at 08:34 | Comments (0)